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Raucherzone an der Schule ist freiwillig

Kremmen Raucherzone an der Schule ist freiwillig

Anfang September standen rund um die Goetheschule in Kremmen plötzlich Schilder, die das Rauchen zu bestimmten Zeiten verboten haben. Inzwischen ist dieses Verbot freiwillig. Die Mitglieder der Schulkonferenz der Goethe-Grundschule erzählen, wie es zu den Schildern kam und warum sie an der Aktion festhalten.

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Rund um die Goetheschule stehen seit einigen Tagen neue Schilder – sie weisen auf ein freiwilliges Rauchverbot hin.

Quelle: Robert Tiesler

Kremmen. Die Diskussion um die Nichtraucherzone rund um die Kremmener Goetheschule könnte nun zu Ende sein. Seit Anfang der Woche sind die betreffenden Schilder in dem Areal noch mal ausgetauscht worden. Nun wird auf die Freiwilligkeit hingewiesen, dass die Leute „der Kinder wegen“ in diesen Bereichen bitte nicht rauchen sollen.

„Wir haben mehrfach darüber diskutiert“, erzählte Andreas Krüger, der Leiter der Schulkonferenz an der Goethe-Grundschule, am Mittwochabend. „Das Thema Nichtrauchen im Umfeld der Goethe-Grundschule ist seit langem in der Diskussion.“ Es sei darum gegangen, den Gesundheitsschutz für die Kinder zu erhöhen. Gerade am Eingangstor der Schule an der Straße der Einheit sollen sich morgens Eltern in Gruppen getroffen und während der Gespräche geraucht haben. Auch Oberschüler seien immer wieder gesichtet worden, die etwas abseits der Schule rauchten – obwohl sie das grundsätzlich bis zum 18. Geburtstag nicht dürfen.

Schulleiterin Annette Borchert und Andreas Krüger, der Leiter der Schulkonferenz

Schulleiterin Annette Borchert und Andreas Krüger, der Leiter der Schulkonferenz.

Quelle: Robert Tiesler

Knackpunkt in der ganzen Geschichte ist, dass es Schulen ermöglicht, Außenbereiche festzulegen, wo das Rauchen untersagt sei. Für die Schulkonferenz bedeutete das, dass so ein Außenbereich festgelegt werden sollte. Er reichte entlang der großen Landesstraße ab Ruppiner Straße 60 bis zur Kreuzung Straße der Einheit sowie entlang der Straße der Einheit zwischen Feuerwehr und Kreuzung. In der ersten Version der dort aufgestellten Schilder galt ein allgemeines Rauchverbot – das dann für Diskussionen sorgte, über die die MAZ auch berichtet hatte.

„Da haben wir uns ein wenig vergaloppiert“, gibt Schulleiterin Annette Borchert zu. Bei verschiedenen Recherchen habe sich rausgestellt, dass das rechtlich so nicht machbar sei – auch von der Kommunalaufsicht in Oranienburg habe es entsprechende Signale gegeben. Das liege auch daran, dass nicht ganz klar ist, was genau der Außenbereich einer Schule ist – der klar begrenzte Hof oder Flächen darüber hinaus. Es läuft wohl auf Ersteres hinaus.

Das war das ursprüngliche Schild – hier an der Straße der Einheit

Das war das ursprüngliche Schild – hier an der Straße der Einheit.

Quelle: Robert Tiesler

Nun setzen Grundschüler, Eltern und Lehrer auf die Freiwilligkeit. „Wir wollen ein Ausrufezeichen setzen“, sagt Sabine Großmann, eine Mutter die auch Mitglied der Schulkonferenz ist. „Auch wenn da anfangs was schief gelaufen ist, hoffen wir, dass jeder das nachvollziehen kann.“ Tatsächlich seien Erfolge zu verzeichnen, wie Schulleiterin Annette Borchert sagt. „Wir haben schon Veränderungen bemerkt. Es ist Erwachsenen nun merklich unangenehmer, sich dort trotz der Schilder hinzustellen, und zu rauchen.“ Auch bei den Oberschülern seien kleinere Erfolge in dieser Hinsicht zu verzeichnen.

Dennoch seien junge Raucher nach wie vor ein Problem. „Das Ordnungsamt hat eine schnellere Vollstreckung der Ordnungswidrigkeiten zugesagt“, erzählt Annette Borchert. Dabei werden Rathausmitarbeiter aber wohl keine Kontrollen durchführen. Stattdessen werden seitens der Schule die Personalien aufgenommen und Zeugen benannt, dann könne ein Ordnungsgeld verhängt werden, das in Kremmen bei 20 Euro liege. „Die tun Jugendlichen weh“, so die Schulleiterin weiter.

Welche Schäden das Rauchen verursachen kann, das ist auch schon Thema in der Grundschule. Kiara (11) erzählt, dass es im Unterricht darum gehe, warum rauchen gut oder schlecht sei. „Jeder war der Überzeugung, dass das Rauchen nicht gut ist“, sagt sie. „Daran kann die Lunge kaputt gehen.“ Der zehnjährige Tobias ergänzt: „Es ist schädlich, wenn wir Rauch einatmen.“ Damit meint er auch, das passive Rauchen. „Wenn wir ständig da durch gehen müssen, wollen wir uns ja nicht die Nase zuhalten“, sagt Kiara über Menschengruppen vor dem Eingangstor der Schule. „Das sind ja auch keine Vorbilder, die da rauchen“, sagt Jonas (10). „Mich stört es auch, wenn die Kippen am Eingang liegen“, so die Schulleiterin. Vielleicht fragen die neue Schilder ja tatsächlich dazu bei, dass rund um die Schule weniger Rauch in die Luft gepustet wird.

Von Robert Tiesler

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