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Rauchsäule über Oranienburg – eine Verletzte

Selbstgebaute Obdachlosen-Unterkunft brennt Rauchsäule über Oranienburg – eine Verletzte

Eine riesige Rauchsäule über Oranienburg (Oberhavel) hat am Freitagvormittag viele Anwohner aufgeschreckt. Die Säule ist über dem Rußwerkgelände aufgestiegen. Zuvor soll dort ein Böller gezündet oder eine Silvesterrakete abgefeuert worden sein. Das Gelände ist nach aktuellen Erkenntnissen seit längerer Zeit von Obdachlosen bewohnt worden.

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Dicke Rauchschwaden zogen am Vormittag über die Stadt.

Quelle: Helge Treichel

Oranienburg. Eine riesige Rauchsäule stieg am Freitagvormittag gegen neun Uhr über Oranienburg auf. Auf dem Uferstreifen zwischen Havel und Rußwerkgelände an der Lehnitzstraße in Oranienburg brannte ein Holzschuppen. Erstaunt waren die Einsatzkräfte, als sie zwei Personen vorfanden. Ein Frau hatte versengte Haare und wahrscheinlich eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten. Sie weigerte sich, mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus zu fahren uns wurde ambulant behandelt. Zudem stand sie unter Alkoholeinfluss (2,43 Promille).

Bei dem Verschlag handelt es sich offenbar um eine selbst gebaute Unterkunft von zwei Obdachlosen, einer 51-Jährigen aus Oranienburg und einem 56-Jährigen aus Kirgisistan. Diese hatten dort seit Januar gelebt und sich häuslich eingerichtet. Zuvor wohnten sie in einem Keller auf dem Rußwerksgelände. Zur Ursache des Feuers konnte die Polizei zunächst noch keine Angaben machen. Die Ermittler der Kripo waren bis 13.45 Uhr vor Ort.

Die Bewohnerin der Hütte mit Hündin „Fivy“

Die Bewohnerin der Hütte mit Hündin „Fivy“.

Quelle: Robert Roeske

Die Polizei war um 8.41 Uhr alarmiert worden, um 8.51 Uhr folgte die Feuerwehr. Letztere rückte mit zwei Fahrzeugen und sechs Kräften aus, sagte Einsatzleiter Hans-Jörg Schüler. Dank der mitgebrachten Wasservorräte habe der zweiköpfige Angriffstrupp das Feuer zügig unter Kontrolle bringen können. Allerdings habe sich ein halber Hausstand in dem Schuppen befunden – also viel Nahrung für die Flammen.

Bretterverschlag ist völlig niedergebrannt

Nach Auskunft der beiden Bewohner sind sie bereits seit vier Jahren auf dem Rußwerkgelände ansässig – zusammen mit Hund „Fivy“. Das Tier war im Januar von einem erkrankten Freund in Pflege genommen worden, sagt die Bewohnerin. Laut ihrer Aussage sei eine Rakete auf ihre Hütte abgefeuert worden, oder ein Böller. Der Bretterverschlag, der mit einem Teppich ausgelegt war, ist niedergebrannt, ebenso das benachbarte Toilettenhäuschen. „Mein ganzes Essen ist verbrannt“, sagt die Frau, die sich kurz zuvor die letzte Wurst mit dem Hund geteilt hat. Mit ihrem Partner baute sie ein Zelt als Ersatzquartier auf. Neue Bekleidung sei ihr von ihrem Sohn gebracht worden.

Polizei sucht nach Zeugen

Nach ersten Ermittlungen könne ein Selbstverschulden der Bewohner als Brandursache nicht ausgeschossen werden, sagte Polizeisprecher Stefan Rannefeld. Immerhin wurden eine Feuerstelle, ein Campingkocher sowie Gaskartuschen neben der Hütte gefunden. Im Gegenzug könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Angaben der Frau zutreffen. Aus diesem Grund würden weitere Zeugen gesucht. „Die Ermittlungen dauern an“, so Rannefeld.

Die versengten Haare der 51-Jährigen

Die versengten Haare der 51-Jährigen. Sie war im Schlaf vom Brand überrascht worden.

Quelle: Robert Roeske

Von Helge Treichel

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