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Regenwasser und andere Kostbarkeiten

Oranienburg Regenwasser und andere Kostbarkeiten

Die Mitstreiter der Lokalen Agenda 21 messen schon viele Jahre die Wasserqualitäten und – stände in Oranienburg. Sie wissen längst, der Klimawandel steht nicht vor der Haustür, er hat es sich schon im Wohnzimmer gemütlich gemacht. Zu wenig Regen und im Gegenzug Sintfluten _ wie damit umgehen? Dieser Frage gehen sie nach.

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Sie saßen im Podium beim Forum im Schloss.

Quelle: Andrea Kathert

Oranienburg. „Oranienburg ist keine Wasserstadt mehr.“ Dieser Satz, den Holger Huß auf dem Forum der Agenda am Donnerstagabend im Schloss formulierte, macht nachdenklich. Der Diplom-Ingenieur von der Deutschen Abwasser-Reinigungs-Gesellschaft (DAR) untersucht im Auftrag der Stadtwerke die Regenwassersituation in Oranienburg. Inzwischen gibt es durchschnittlich 18 Tage im Monat, an denen es in Oranienburg nicht regnet. Die Regenwasserbilanz der Stadt fällt dürftig aus. In einem Jahr fallen auf den Quadratmeter 600 Liter Niederschlag. Der Durchschnitt für Deutschland liegt bei 750 Litern. „In Wuppertal fällt doppelt so viel Regen wie in Oranienburg“, sagte Huß. Wie kostbar Regenwasser ist, haben die Stadtwerke längst erkannt. Sie wollen die Versickerungsmöglichkeiten vorantreiben, um auch die Grundwasserneubildung zu fördern. Mit Ökopflaster, Gründächern oder Entsiegelung von Flächen könnte der Wasserabfluss vermieden werden. Stattdessen könnten Rückhaltebecken und Stauraumkanäle gebaut werden. Auch über Regenkläranlagen muss man nachdenken. Denn das Niederschlagswasser kann nicht einfach wieder in den Lehnitzsee oder den Oranienburger Kanal geleitet werden. Seit 2013 gibt es in Oranienburg ein Einleitverbot für Regenwasser in die Schmutzwasserkanalisation. Regenwasser soll auf den Grundstücken versickern oder dort verwendet werden. Das ist eine Maßnahme, den zunehmenden Trockenperioden etwas entgegenzusetzen.

Mit diesem Projekt beteiligen sich die Stadtwerke an dem „Forum für Oranienburger Wasser im Klimawandel“- kurz „Fowaks“. Diesen Begriff sollten sich die Oranienburger gut einprägen. In den nächsten drei Jahren werden sie ihn öfter hören. Fowaks will Anpassungsstrategien entwickeln und lud dafür Akteure, Nutzer von Oranienburger Gewässern und Wasser, betroffene Behörden, Vereine und natürlich die Öffentlichkeit ins Schloss ein, um die Idee vorzustellen. Hinter Fowaks steckt als Initiator die Lokale Agenda 21 von Oranienburg, die es geschafft hat, eine dreijährige Förderung beim Bundesumweltministerium zu erhaschen. Und das, obwohl bundesweit überhaupt nur 40 bis 50 derartige kommunale Leuchtturmvorhaben gefördert werden. Und noch dazu ist Konstellation einzigartig innerhalb des Förderprogramms. Denn die Lokale Agenda suchte sich Partner, die in vier Einzelprojekten diese Idee praxisnah umsetzen. Und genau diese Partner stellten sich am Donnerstag im Schloss vor, um weitere Unterstützer zu finden. Sie machten deutlich, dass der Klimawandel längst in Oranienburg zu spüren ist und deshalb jeden in der Stadt etwas angeht.

Von Andrea Kathert

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