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Reiten trotz Handicap auf höchstem Niveau

Bundestrainer auf Talentsuche beim Nachwuchs Reiten trotz Handicap auf höchstem Niveau

Bernhard Fliegl hat eine Vision. Der Bundestrainer möchte noch mehr Handicapreiter an den Spitzensport heranführen. Da kam ihm der jüngste dreitägige Lehrgang auf dem Landestützpunkt Hof Grüneberg gerade recht.

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Marcia Heiselke auf Cantaro.

Quelle: Margot Schöning

Grüneberg. Zu dem Ausbildungsevent am vergangenen Wochenende waren acht Nachwuchsteilnehmer eingeladen worden. Jeder wurde in 13Trainingseinheiten unter die Lupe genommen. Es war ein Schulbeispiel, Bundestrainer Fliegl dabei zu beobachten. Bis auf das Schnaufen der Pferde, das von den Boxen des Hallenganges herüber tönte, waren nur seine ruhigen, einfühlsamen Kommandos in der lichtdurchfluteten Reithalle zu hören. Die Reiter hingegen strahlten, obwohl sie hart arbeiten mussten und ihre Gesichter vor Anstrengung glühten. Marcia Heiselke sah auf Schimmel Cantaro aus, als hätte sie gerade im Lotto gewonnen. Die beinamputierte, junge Frau sitzt erst seit kurzem auf dem zehnjährigen Wallach, der sehr sicher und leichtfüßig alle Lektionen ging. Landestrainerin Gundula Lüdke staunte, wie Wendy Bartsch-Brüning den abgeklapperten Capalo-Sohn wieder aufgebaut hat. Mit Freude sahen ebenso die Mitglieder des Oranienburger Lions-Club zu.

Johann Brüning hatte sie eingeladen, um ihnen zu zeigen, wie sich ihre Spende von 5.000 Euro beim Training bewährte. Mit dem Geld war ein großer Hallenspiegel angebracht worden, damit die Reiter sehen können, wie sie auf dem Pferd sitzen. Die Spendenurkunde wurde in einer Pause in der Halle angebracht. Gleichzeitig gab es eine Taufurkunde für das Stutfräulein Ludmilla, die vor über einem Jahr als Dank an den Lions Club mit dem Zusatz "LCO" getauft worden war.

Die regional verwurzelten Lions betonten, dass sie bestimmt nicht das letzte Mal auf Hof Grüneberg gewesen seien. Für sie wären die Behindertensportler Botschafter, die mit Trainingsfleiß, Leistungswillen und enormer Disziplin auch Menschen ohne Handicap begeistern, genauso wie Hof Grüneberg mit seinem sozialen Eintreten. Auch der Bundestrainer lobte erneut das Engagement von Johann Brüning und Wendy-Bartsch Brüning. Dazu gehörte, dass alle Teilnehmer umsonst in den behindertengerechten Quartieren wohnten.

Die idealen Bedingungen, die die Hof-Chefs für die Handicapreiter schufen, machten es dem Bundestrainer und den Teilnehmern leicht, den Lehrgang erfolgreich und mit einem guten Bauchgefühl zu beenden. "Ich bin erstaunt, wie der aktive Handicap-Reitsport in die Breite gegangen ist. Ich habe in Grüneberg neue Talente auf guten, passenden Pferden kennengelernt", so Bernhard Fliegl. Bereits zum dritten und in diesem Jahr zum zweiten Mal kam der Bundestrainer nach Grüneberg, seit 2011 neben Radensleben offizieller Standort des Brandenburger Landesstützpunkts für das Handicap-Reiten. War es 2007 nur ein Brandenburger, der im großen Sport startete, sind es inzwischen zwölf Parareiter- und Reiterinnen, die an nationalen, internationalen Turnieren und Meisterschaften teilnehmen.

Von Margot Schöning

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