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Revierpolizist Sven-Eric Kusch zieht um

Oranienburg Revierpolizist Sven-Eric Kusch zieht um

Oranienburgs Revierpolizist Sven-Eric Kusch zog diese Woche in den für mehr als 10 Millionen Euro umgebauten Luisenhof. Damit verlässt er mit 16 Kollegen den alten Standort in der Lehnitzstraße. Das Gebäude war zwar nicht so marode wie die alte Wache in der Berliner Straße, aber froh ist Kusch dennoch über seinen neuen Arbeitsplatz.

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Hell und (noch) aufgeräumt: Das ist der neue Arbeitsplatz von Sven-Eric Kusch im umgebauten Luisenhof.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Ein wenig wirkt es so als würde das Gebäude seit geraumer Zeit leer stehen. Der Oranienburger Polizeistandort in der Lehnitzstraße 36 gleicht schon jetzt einem verlorenen Ort. Die Fenster ähneln unheimlichen Augen eines Horrorhauses, der Eingang ist fast zugewachsen, der Hof gespensterleer. Wer einen Blick hineinwirft, sieht Überreste der Arbeit, die hier verrichtet wurde. Als Polizeihauptkommissar Sven-Eric Kusch am Donnerstag noch einmal durch die Räume geht, kommt dennoch nur wenig Wehmut auf.

Seit 2014 hat der Revierpolizist hier gearbeitet. Sein neuer Arbeitsplatz liegt fast drei Kilometer entfernt – im historischen Luisenhof, einem für zehn Millionen Euro umgebauten Gebäudekomplex. Der Unterschied ist gewaltig. „Es kann nur besser werden“, sagt Sven-Eric Kusch, als er noch einmal seinen ehemaligen Arbeitsplatz besucht.

Ein Schild weist in der Lehnitzstraße 26 auf den Umzug hin

Ein Schild weist in der Lehnitzstraße 26 auf den Umzug hin.

Quelle: Marco Winkler

Wie in der maroden Wache in der Berliner Straße, nagte in der Lehnitzstraße der Zahn der Zeit. „Die Sanitäreinrichtungen hätten dringend überholt werden müssen, Fußböden haben sich abgesenkt“, so der 51-Jährige. Die Revierpolizisten, die sich die Räume mit den Kollegen der Prävention teilten, haben sogar selbst Hand angelegt. „In Eigenregie haben wie gemalert, damit es etwas freundlicher wirkt.“ Baulich ist das Gemäuer wenig einladend gewesen. Man hätte viel Geld investieren müssen, um es auf Vordermann zu bringen. „Zudem ist es nicht barrierefrei.“

Am Dienstag begann der Umzug, erste Räume wurden leer geräumt. Mittwoch dann der große Tag: Alles wurde rübergebracht in die neue Polizeiinspektion Oberhavel. Als erstes zogen die Beamten der Wasserschutzpolizei von der Fachhochschule der Polizei in den Luisenhof. Hinterher kamen die 17 Beamten aus der Lehnitzstraße.

Einige Möbelstücke sind zu beschädigt, um sie mit in die neue Polizeiinspektion zu nehmen

Einige Möbelstücke sind zu beschädigt, um sie mit in die neue Polizeiinspektion zu nehmen.

Quelle: Marco Winkler

Die Arbeit hielt sich in Grenzen, verrät Kusch. „Wir mussten unsere persönlichen Sachen packen, den Rest hat ein Umzugsunternehmen erledigt.“ Dabei halfen sich die Beamten, räumten das Persönliche der kranken und sich im Urlaub befindenden Kollegen ein. Gute Möbelstücke wurden übernommen. Die Kosten sollten schließlich nicht explodieren.

Viel geändert hat sich für Sven-Eric Kusch nicht. Sein neues Büro hat in etwa die gleiche Größe, nur dass er es sich mit zwei statt einem Kollegen teilen muss. Doch schon der Weg in sein Dienstzimmer ist einladender. Grün und gelb sind die Wände gestrichen, angepasst an die Historie des Gebäudes wohl. „Mir gefällt das“, so Sven-Eric Kusch.

Was ihm auch gefällt: Dass alles im Luisenhof zentralisiert wurde. Insgesamt um die 400 Bedienstete der Polizeiinspektion Oberhavel sowie der Wasserschutz-, Verkehrs- und Kriminalpolizei der Direktion Nord ziehen in den nächsten Tagen ein. „Kurze Wege und Absprachen sind möglich.“

Sven-Eric Kusch an seinem alten Arbeitsplatz

Sven-Eric Kusch an seinem alten Arbeitsplatz.

Quelle: Marco Winkler

Weiterer Pluspunkt: Sein Büro hat höhere Decken. Hier sieht der Revierpolizist vor allem im Sommer Vorteile. „Es heizt sich nicht so schnell auf.“ Aber meist sei er eh unterwegs. Der Borgsdorfer ist für Oranienburg zuständig. Seine Ecke: Comeniusschule, Südcenter, Louise-Henriette-Gymnasium.

Er ist auf Streife, übernimmt Ermittlungstätigkeiten für Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Ordnungsbehörde, unterstützt den Wach- und Wechseldienst, sichert Veranstaltungen und Demos ab, ist auf Kita-Festen und in Schulen präsent. „Das Leben eines Revierpolizisten ist nicht monoton, sondern breit gefächert.“

Ein letzter Umzugskarton, der in die Wache in der Germendorfer Allee mitgenommen wird

Ein letzter Umzugskarton, der in die Wache in der Germendorfer Allee mitgenommen wird.

Quelle: Marco Winkler

Er ist Ansprechpartner für Bürger. Hier kommt ein nicht so positiver Aspekt ins Spiel: Die Revierpolizisten verlassen mit ihrem Umzug einen zentralen Standort in Oranienburg. Der Bürgerandrang, beispielsweise zum Aufgeben von Anzeigen, war wegen der ebenfalls zentral gelegenen alten Wache nie besonders groß, aber eben vorhanden. „Etwas schade ist es schon.“ Mehr Wehmut lässt Sven-Eric Kusch nicht zu. Er freut sich auf verbesserte Arbeitsbedingungen in der neuen Inspektion.

Was mit den Gebäuden in der Lehnitzstraße und der Berliner Straße passiert, ist unklar. Laut des zuständigen Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB) bestehe in Oranienburg „aktuell ein hoher Bedarf an Flächen und Gebäuden für die Landesverwaltung.“ Der BLB prüft derzeit „Entwicklungsmöglichkeiten“ der Liegenschaften des Landes. „Ein endgültiges Ergebnis wird im Laufe des Jahres vorliegen“, so Pressesprecherin Ulrike Rehberg.

Beamte aus alter Wache ziehen als letzte um

Die neue Wache in der Germendorfer Allee wurde für 10,5 Millionen Euro vom Landkreis errichtet. Vermietet wird die Liegenschaft an den dem Finanzministerium unterstehenden Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) für 20 Jahre.

Vier Häuser wurden umgebaut mit insgesamt 4615 Quadratmeter Gebäudeflächen und rund 6500 Quadratmeter Grundstücksflächen.

Nachdem die Wasserschutzpolizei und die Oranienburger Revierpolizisten schon eingezogen sind, wird der Wach- und Wechseldienst aus der Berliner Straße kommende Woche als letzte Einheit aus der 43 Jahre alten Wache in der Berliner Straße umziehen.

Von Marco Winkler

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