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Oberhavel Rheinsberger Kammeroper auf dem Dorf
Lokales Oberhavel Rheinsberger Kammeroper auf dem Dorf
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07:25 18.07.2016
Sie begeisterten am Sonnabend. Quelle: FOTO: HELMUT SCHNEIDER
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Bergsdorf

Es war wieder einmal ein Auftritt, der Begeisterungsstürme auslöste. Ohne Zugabe wurden die internationalen Künstler nicht entlassen. Zum 21. Mal war die Kammeroper Rheinsberg nun schon zu Gast in Bergsdorf. Und immer wieder ist es für die Gäste ein neues Spektakel. In diesem Jahr wurde „Tosca“ von Giacomo Puccini in der Produktion von Frank Matthus in Rheinsberg gespielt. Neun Solisten dieses Ensembles zeigten am Samstag vor ausverkauftem Haus in der Feldscheune des Kurt-Mühlenhaupt-Museums ihr hohes Können und begeisterten mit ihren Lieblingsarien das Publikum.

Mit der Arie des Figaro aus dem „Barbier von Sevilla“ (Rossini) begann der russische Bariton Ilya Lapich temperamentvoll den musikalischen Reigen und zeigte an anderer Stelle mit „Ja was lyublyu“ aus „Pique Dame“ von Tschaikowski, dass er auch das dramatische Fach beherrscht. Gefühlvoll wurde er von der kanadischen Mezzosopranistin Jessica Lane mit der Arie der Amelia von Giuseppe Verdi abgelöst. Ihr Landsmann Tyler Fitzgerald (Bariton) bestach mit dem Lied des Grafen aus „Figaros Hochzeit“ (Mozart). Mit Puccinis „Senza mamma“ stellte sich die Moskauerin Yulia Yurenkowa (Sopran) als zweite der beiden Sängerinnen vor. Mit „Auf in den Kampf, Torero“ aus Carmen (Bizet) glänzte Bariton Jared Ice (USA).

Tenor Idel Aralbaew (Russland) heimste mit „Amor ti vieta“ von Giordano und Angelos Samartzis (Griechenland) mit „Klein Zack“ aus Hoffmanns Erzählungen Bravorufe ein; das galt auch für Dimitry Kayaka (Ukraine) mit der Arie des Turiddu aus Cavalleria rusticana und J. Warren Mitchell (USA) mit der Cavantine des Oronte von Verdi. Der schwergewichtige Sänger war schon im vorigen Jahr an gleicher Stelle dabei, wurde wieder eingeladen und musste sich einer Jury stellen.

Dieses Feuerwerk wunderschöner Stimmen, die sich aus 400 Bewerbungen durchgesetzt hatten, wurde von den beiden Pianisten Andrei Diakow und Wie-Zhi Weng hervorragend begleitet. „Das Ambiente ist einmalig“, sagte das Ehepaar Borchard aus Berlin. „Die Verbindung von Mühlenhaupts Bildern mit der Musik ist hier genial verwirklicht“, meinen Dieter und Brigitte Lorenz (Nieder Neuendorf). Beide Ehepaare waren schon öfter bei den Konzerten der internationalen Nachwuchssänger in Bergsdorf. Das erste Mal war’s für die Berlinerin Sabine Mende: „Wunderschön, besonders Klein Zack.“ Im zweiten Teil ging es mit allen Solisten mit Musical, Gospel und internationalen Hits weiter. Alle vereinigten sich in dem Sinatra-Song „My way“. Unter frenetischem Applaus mussten die neun Sängerinnen und Sänger, ihre Klavierbegleiter sowie die Programmgestalter Helga Matthus und – stellvertretend für seinen Sohn Frank – Vater Siegfried Mat­thus und Gastgeberin Hannelore Mühlenhaupt immer wieder auf die Bühne.

Von Helmut Schneider

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