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Riesensause mit hunderten Gästen

Bergsdorf Riesensause mit hunderten Gästen

Bergsdorf hat gefeiert. Mit geschätzten (fast) 1000 Besuchern erreichten die Feierlichkeiten zu 750 Jahre Ersterwähnung des Ortes, das gemeinsam mit dem Erntedankfest begangen wurde, Größenordnungen, die der Ort noch nicht gesehen hat.

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Allerliebst geschmückt waren die Wagen des Umzugs.

Quelle: Uwe Halling

Bergsdorf. Bergsdorf platzte am Sonnabend aus allen Nähten. Die Straße war voll mit todschick geschmückten Fahrzeugen. Die Straßenränder wurden von Schaulustigen bevölkert. Das Gelände des Mühlenhauptmuseums kam an die Grenze der Aufnahmefähigkeit. Der Zehdenicker Ortsteil im Ausnahmezustand. Die Zahl der Gäste und Teilnehmer wurde vage auf 1000 geschätzt. Dass die Bergsdorfer „Erntefest können“ ist nicht neu, sie können aber auch „750 Jahre Ersterwähnung“ des Ortes. Beide Anlässe wurden zu einer großen Feier zusammengelegt. „Gigantisch“, schwärmte Ortsvorsteher Michael Schulze über den Ernteumzug. „Für mich war der das Highlight. Dass wir so viele Umzugsteilnehmer zusammenbekommen würden, hatte ich nie erwartet.“ Und Cornelia Entrich, die einen großen Anteil an den ganzen Vorbereitungen hatte, meinte: „So ein großes Fest hatten wir noch nie!“

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Die große Geburtstagsfeier wurde mit dem Erntedankfest zusammengelegt.

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Das ganze Dorf mischt mit

Die Dorfgemeinschaft rückte in den Monaten der Vorbereitung ganz offensichtlich noch enger zusammen. Es beteiligten sich Einwohner an den Feierlichkeiten, womit nicht unbedingt zu rechnen war. Und sie taten das in einer Intensität, die so manche Münder offenstehen ließ. Ob es Landwirte waren, Schmiede, Stellmacher oder Getränkehändler – sie übertrafen sich alle in der Gestaltung ihrer rollenden Gefährte. Ein Beispiel war der von einem Traktor gezogene „Kirchenwagen“, auf dem Pfarrer Andreas Domke und der einstige Bürgermeister und Ortsvorsteher sowie jetziges Gemeindekirchenratsmitglied Hans-Joachim Bodien die Stellung hielten. Hans-Joachim Bodien baute in mühevoller Kleinarbeit die Dorfkirche als Modell nach. Sie war auf dem Wagen platziert. Die Kirche ist übrigens nur ein paar Jahre jünger als der  Ort selbst.

Die Umzugswagen erhielten verschiedene Themen

Die Koordination für den Umzug und die Verantwortlichkeit für die Geschichts-Recherchen im Vorfeld hatte Cornelia Entrich (sie möchte aus der ganzen Informationsflut eine Chronik erstellen). „Wir haben ziemlich viel bislang nicht Bekanntes zusammengetragen und dementsprechend jedem Wagen ein anderes Thema gegeben. Und die Bergsdorfer haben alle mitgemacht“, sagt sie mit Stolz. Auch sie staunt über die Aktivitäten der Einwohner. Da wurde in alten Schränken nach noch älterer Kleidung gesucht und gefunden. Kinder zogen genauso alte Trachten an wie ihre Eltern oder Großeltern. Die Wagen waren liebevoll geschmückt. Traktoren wurden aus den Scheunen geholt, Schwalben rollten über die Straße, längst vergessene Utensilien wie Waagen, Fahrräder oder Handwagen fanden den Weg ans Tageslicht. Die Häuser und Grundstücke wurden alle anspruchsvoll hergerichtet. Gezählt wurden am Ende circa 45 Umzugsteilnehmer. Spontan hatten sich auch einige Teilnehmer aus den Nachbarorten eingereiht und an das Ende gesetzt. „Das war sehr schön so“, befand Michael Schulze. Die Mildenberger Traktor- und Schlepperfreunde beteiligten sich gleich mit vier Fahrzeugen, aus Falkenthal und Badingen kamen zwei, aus Zabelsdorf eins.

Große Beteiligung der Einheimischen auch an anderen Schauplätzen des Tages – so auf dem Mühlenhaupt-Gelände, bei dem es ein buntes Programm für jedermann gab. Das Publikum wechselte zum Abend hin. Als „Hasenscheiße“ auftrat, verjüngten sich die Gäste. Noch ist hinter die 750-Jahr-Feier kein Häkchen gesetzt. „Wir wollen mit den anderen Orten, die in diesem Jahr 750 Jahre alt wurden, am offiziellen Tag der Ersterwähnung – 29. November – eine Abschlussveranstaltung organisieren“, sagt Michael Schulze.

Von Stefan Blumberg

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