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Oberhavel Ringelnatz statt Roulette
Lokales Oberhavel Ringelnatz statt Roulette
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00:50 22.08.2014
Im großen Saal der Spielbank bietet Horst Herkner über 10.000 Bücher an – auch Reiseliteratur. Quelle: Henrik Nitzsche
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Heringsdorf/Löwenberg

Bis zum 7. September läuft die Sommeraktion der Hofbuchhandlung Löwenberg.

Der Veranstalter ist Horst Herkner. Er ist Millionär. Büchermillionär. Über eine Million Exemplare lagern in seiner Heimat Löwenberg in zwei großen Hallen. Seit 15 Jahren betreibt er ein Antiquariat. „Mein Revier war früher der Prenzlauer Berg in Berlin. Künstler und Politiker kamen zu mir. 2006 musste ich den letzten Laden schließen. Alle bestellten nur noch im Internet“, sagt der studierte Fotograf und Grafiker.

Lange wehrte er sich gegen den Verkauf in der virtuellen Welt. „Der Kontakt zu den Kunden fehlte mir einfach“, sagt Herkner. Die Abwehrhaltung habe er aufgegeben. „Jetzt verkaufe ich nur noch übers Internet. Ich bin weltweit auf 13 Plattformen vertreten“, so der 64-Jährige, der seine Tätigkeit heute so beschreibt: „Pakete packen und Buchhaltung!“ Den Kontakt zum Kunden hat er jetzt aber wieder – wenigstens für ein paar Wochen. Ein Schweizer Freund, der im Heringsdorfer Hotel Maritim alle kulturellenVeranstaltungen managt, brachte Herk ner und den Eigentümer der Spielbank-Räume zusammen.

Man wurde sich schnell einig. In den letzten Wochen wurden rund 200 Bananenkisten voller Bücher von Löwenberg nach Heringsdorf transportiert. „Das war schon ein Kraftakt. Aber der Start ist vielversprechend.“

Da kommen Gäste, die sich für zwei Euro ein bisschen Lesefutter für den Strand holen. „Ich staune aber über die vielen entspannten und klugen Leute, die sich schwere Kost holen“, sagt Herkner.
In der einstigen Spielbank, die Mitte Mai schließen musste, kann der Rand-Berliner räumlich aus dem Vollen schöpfen. Auf rund 600 Quadratmetern könne er sich mit den alten und gebrauchten Büchern ausbreiten. „Als Antiquar hat man eigentlich mehr Bücher als Platz, hier ist das umgedreht.“

Wo früher die Spielautomaten eintönig dudelten, findet man nun Sportbücher. „Die Hand Gottes“, ein Porträt von Diego Maradona, oder ein Olympiabuch von 1972. Vor der Bar stehen Kinderbücher. Wo der Roulette-Tisch stand, stapeln sich nun erotische Bücher. „Meisterwerke der erotischen Kunst“, lautet ein Titel. Mit dabei ist auch der DDR-Klassiker „Mann und Frau intim“ von 1972. In der Ecke Politik und Geschichte steht ein Willy-Brandt-Buch neben Bismarck. „Ich widme mich vorrangig der DDR-Literaturgeschichte und der Wissenschaftsliteratur.“

Herkner bediene sich gerne in Universitätsbibliotheken. „Oftmals werden Fachbereiche geschlossen. Da kaufe ich dann mal 60 000 Bücher an.“ Zwischen all den Kinderbüchern, Schallplatten, Fotobüchern, Krimis oder Biografien habe der Antiquar auch einige Schätze. „Exemplare von Christa Wolf zähle ich dazu. Oder die sechs Bände der Insel-Ausgabe in Leder und Dünndruck von Immanuel Kant“, sagt Herkner. Er will in der Spielbank vom 19. bis 21. September eine Buch- und Kunstmesse organisieren. Der Titel steht schon fest: „Buch Art Baltica“. 15 Kollegen hätten bereits zugesagt.
Eine Buchmesse war es auch, die Horst Herkner zu seinem Liebesglück verhalf. 1990 habe er die Leipziger Buchmesse besucht und dort seine Frau kennengelernt. „Zwei Tage später haben wir geheiratet. Und das hält bis heute.“

Von Henrik Nitzsche

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