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Oberhavel Ringen um das Abwaschbecken
Lokales Oberhavel Ringen um das Abwaschbecken
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02:15 27.02.2017
Die Jugendarbeit spielt eine zentrale Rolle im Verein, er ist Leistungsstützpunkt für den Nachwuchs im Land Brandenburg. Quelle: kebernick
Hennigsdorf

Und dann schwoll Bernd Brennert irgendwann die Halsschlagader.„Man hat mir erklärt, dass wir in der Küche Krümel hinterlassen haben sollen. Wenn wir sie verlassen, ist sie aber normalerweise sauberer als vorher.“ Brennert sieht einen wichtigen Teil der Jugendarbeit seines Ringervereins in Gefahr. Seit etwa 20 Jahren nutze der Verein die Halle der Nieder Neuendorfer Grundschule, niemals habe es deshalb Beschwerden von der Schulleitung gegeben. Das solle nun auf einmal alles auf der Kippe stehen – wegen einer Spüle.

Was war passiert? Am Montagabend hatte der Vorsitzende des Hennigsdorfer Ringervereins einen Rundgang mit Madlen Bonin von der Hennigsdorfer Stadtverwaltung in der Küche der Biber-Grundschule, auch Schulleiterin Uta Pönisch sowie die Mutter Saskia Klawa waren gekommen. Das Treffen war nötig geworden, weil es die Arbeit von „Löwen-Menü“, dem Cateringunternehmen der Biber-Grundschule, nötig mache dass der Ringer-Nachwuchs und andere Bürger künftig die Küche, vor allem die Spüle, nicht mehr mitbenutzen sollen. „Die Küche soll aus hygienischen Gründen nur noch für die Grundschüler genutzt werden“, erklärt Antje Hovest aus der Pressestelle des Hennigsdorfer Rathauses auf Anfrage dazu. Man sei aber mit dem Ringerverein zu dem Thema im Gespräch.

Deren Vorsitzender Bernd Brennert ist auch einen Tag nach dem Treffen noch stinksauer. Er kann nicht verstehen, warum nach 20 Jahren plötzlich eine solche Diskussion entsteht. Im Grunde benutze der Verein wirklich nur die Abwaschbecken der Küche. Und das sei auch weiterhin dringend nötig, weil regelmäßig die Kinder des Vereins und anderer Ringervereine für längere Zeit die Halle benutzen – sei es für Landesschulmeisterschaften oder mehrtägige Trainingslager. Insgesamt gehe es laut Brennert um etwa zehn Tage im Jahr, an denen rund 40 Nachwuchsringer in den Räumlichkeiten im ersten Stock ihren Sport treiben. „Wenn die Kinder da drei Tage verbringen, dann brauchen sie Frühstück, Mittag und Abendbrot. Und dafür brauchen wir aber dringend eine Spüle zum Abwaschen“, so Brennert.

Um das Essen kümmern sich seit jeher die Eltern, sogar halal werde für muslimische Kinder vorgekocht. Damit die Ringer den Herd der Schule nicht mitnutzen müssen, hat der Verein auch schon einen Elektrokocher gekauft, um das Essen zu erwärmen. „Man hat uns jetzt vorgeschlagen, dass wir doch auch Plastikgeschirr verwenden können. Dann können sich die Kinder auch gleich nach dem Sport mit einem 10-Liter-Eimer abduschen“, so Brennert sarkastisch. Der Verein sei Leistungsstützpunkt im Nachwuchsbereich des Landes und nehme an Landesmeisterschaften, Deutschen Meisterschaften bis hin zu Europa- oder gar Weltmeisterschaften teil. „Wir wissen angesichts dieser Sache ehrlich nicht, ob die Stadt Hennigsdorf noch willens ist, hochkarätige Sportvereine zu fördern“, sagt Bernd Brennert.

Fazit des Treffens am Montag ist nun, dass der Ringerverein eine Stellungnahme mit seinen Argumenten schreiben und damit um eine Sondergenehmigung beim Caterer „Löwen-Menü“ bitten soll. „Auch Stadt und Schule werden sich darin nochmal äußern“, sagt Brennert. Sehr optimistisch klingt er aber nicht. Der Vorsitzende könne sich nicht vorstellen, dass sich die Stadtverwaltung doch noch auf die Seite des Vereins schlage.

Heinz Wysozki, Gründer von „Löwen-Menu“, erklärt indes die Zwänge seiner Zunft. Es reiche nicht, wenn der Verein die Küche sauber hinterlasse, es müsse desinfiziert sein. „Wenn auch nur ein Kind nach unserem Essen Durchfall bekommt, dann sind wir dran“, so Wysozki. Er war zum Treffen am Montag in der Biber-Grundschule gar nicht eingeladen, dabei klingt er durchaus kompromissbereit. Der Gastronom habe der Stadtverwaltung angeboten, dass der Hygienebeauftragte des Unternehmens sich die Küche vor Ort mal anschaut. Eine Lösung ließe sich sicher finden. „Wenn es um Kinder geht, muss man doch miteinander reden.“

Von Marco Paetzel

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