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Oberhavel Rösser, Rummel, Raritäten
Lokales Oberhavel Rösser, Rummel, Raritäten
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00:31 15.10.2015
Pferdeliebhaber kommen in Gutengermendorf voll auf ihre Kosten. Quelle: Margot Schöning
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Gutengermendorf

Einmal im Jahr geht es in dem 250- Seelendorf nahe Löwenberg hoch her. Dann steht das zweite Oktoberwochenende im Kalender. Schon Tage zuvor fiebert die Dorfgemeinschaft und fleht den Wettergott um Sonnenschein an. Davon gab es diesmal genug, wenn auch bei reichlich frischen Temperaturen.

Während das Erntedankfest in Dollgow inzwischen als das bedeutendste im Oberhavel-Norden gilt, gebührt Gutengermendorf die Krone bei den herbstlich-bunten Marktspektakeln. Vor allem das Landvolk amüsiert sich. Es geht um Sehen und Gesehen werden, um Kosten und Kaufen von Raritäten. Und gar nicht vordergründig ums Pferd, wie der Name der Festivität eigentlich vermuten lässt.

Dennoch wartete auf dem sonst als Kinderspielplatz dienenden Areal ein Großteil der 100 zum Verkauf angebotenen Rösser auf ein neues Zuhause. Gut die Hälfte von ihnen Großpferde, der andere Teil waren Kleinpferdrassen. Sogar Esel und selbst zwei Alpaka waren im Angebot.
Wie viele Pferde tatsächlich über die Rampe gingen, ist schwer zu schätzen. In Gutengermendorf wird immer noch nach guter alter Sitte per Handschlag und gegen Bares verkauft.

Karl Thiemke aus Hennigsdorf, seit 40 Jahren Ponyzüchter und Stammgast auf dem Pferdemarkt, erwarb zusammen mit seiner Tochter Bettina zwei propere Ponys. Eines davon stammt von Züchter Rudi Schmidt aus Wulkow. Kathleen und Lothar Michel aus Herzberg (Elbe-Elster) nahmen ihr 22 Jahre altes Schimmelpony Alwin allerdings wieder mit nach Hause. Als langjährige Pferdemarktbesucher meinte sie wie andere auch, richtige Pferdeleute und somit Käufer würden in Gutengermendorf immer seltener. Sonst sei der Markt Spitze und es mache Spaß dabei zu sein.

Gut 100 Händler boten viel für Leib, Magen und die Sinne. Allein der viele Nippes und die alten Haushaltsgeräte der Antiquitätenhändler ließen amüsiert und gleichzeitig ehrfurchtsvoll staunen. Alles rund ums Pferd gab es neben der Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert zu kaufen. Die Stände mit den Pferdeartikeln nah bei den Verkaufspferden zu platzieren, ist das Credo von Marktleiter Ralf Brinkmann. Dort warteten auch die vielen Kleintiere wie Hundewelpen, Tauben, Hühner, Gänse und Ziervögel in oft viel zu kleinen Käfigen.

Beschlagschmiedemeister Olaf Peter demonstrierte, wie ein guter Huf aussehen muss. Fast bearbeitete er die Hufe im Takt der Country- und Westernklängen der Liveband „Chili“, die nun schon seit Jahren besonders die Line Dancer auf die steinerne Tanzfläche lockt. Die Cowboys erfreuten sich und das rundherum Wurst, Kassler oder Spanferkel schmausende Publikum mit ausgefeilten Schritten. Der Kuchenbasar der Kita Knirpsenland wie auch der evangelischen Kirchengemeinde mit Backwerk von 30 Hausfrauen boten zusätzlich genussvolle Erholung.

Von Margot Schöning

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