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Oberhavel Romantisches fürs Saxofon
Lokales Oberhavel Romantisches fürs Saxofon
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00:29 05.08.2015
Das Saxofonquartett ADUMA gastierte in der Reihe der Sommermusiken in der Dorfkirche in Stolpe.. Quelle: Helmut Schneider
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Stolpe

18 inhaltlich sehr kontrastierende Programme hat der Vorbereitungskreis der Evangelischen Kirchengemeinde Hohen Neuendorf/Stolpe für seine „Abendmusiken“ 2015 zusammengestellt. Musik aus dem 17. Jahrhundert mit Blockflöte, Laute und Theorbe oder von Telemann und Bach, gespielt auf der Viola da Gamba und dem Cembalo, bis zu jazzigen Klängen – mit der Posaune oder auch vom Duo Uschi Brüning & Ernst Ludwig Petrowsky vorgetragen – werden in der Stolper Dorfkirche angeboten.

Kathrin von Kieseritzky aus Berlin mit ihrem Baritonsaxofon. Quelle: Helmut Schneider

In diese musikalische Vielfalt passte sich am Sonnabend das Konzert des ADUMA-Saxofonquartetts hervorragend ein. Die vier jungen Musiker Anne Roedszus aus Rostock (Sopransaxophon), Pai Lui aus China (Altsax.), Johan Olssen aus Schweden (Tenorsax.) und Kathrin von Kieseritzky aus Berlin (Baritonsax.), alle Absolventen der Hochschule für Musik und Theater Rostock, musizieren seit einem Jahr zusammen. In dieser Besetzung absolvierten sie gerade ein Masterstudium für Kammermusik an der gleichen Einrichtung und erhielten deren 1. Preis.

In seinem Konzert stellte das ADUMA-Quartett Werke aus der Spätromantik vor unter dem Motto: „La Romance pour Saxophone – Das Saxophon in der Romantik“.

Jeder der Vier beherrscht sein Saxofon

Mit einer zweisätzigen Komposition von dem Amerikaner Caryl Florio (1843 – 1920) begannen die Vier den Abend und zeigten, dass jeder sein Instrument absolut beherrscht. Mit bewundernswerter Perfektion meisterten sie schwierige Passagen, wobei die Dynamik nicht verloren ging. Vom kräftigen Forte bis zum Pianissimo musizierten die beiden Frauen und Männer homogen und intonationssicher. Diese hohe Spielkultur konnte das Quartett über die gesamten 75 Minuten des Abends halten. Auch die folgenden, speziell für Saxofonquartett geschrieben Stücke von Eugene Bozza, Raymond Moulaert, Alfred Desenclos und Alexander Glasunow aus dem 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert, stellten höchste Ansprüche an die Musiker, aber auch an die Zuhörer. Außerdem brachte das ADUMA-Quartett Werke von dem 1965 geborenen Komponisten Timothy Blinko und den fünf Jahre älteren Guillermo Lago zu Gehör. Mit viel Beifall wurde vom Letztgenannten der sehr melancholisch und elegisch gespielte Satz „Sarajevo“ bedacht, der von G. Lago 2011 unter dem Eindruck des Bürgerkrieges im früheren Jugoslawien entstanden war.

Zugaben gefordert

Obwohl das Publikum, dass die Kirche bis auf den letzten Platz ausfüllte, kaum eine der vorgestellten Kompositionen kannte, war es von dem Konzert begeistert und ließ die vier jungen Künstler nicht ohne eine Zugabe gehen.

Das ADUMA – Saxofonquartett bestätigte sich als Glücksgriff für die Veranstalter. Viel Glück ist auch den vier sympathischen jungen Leuten auf dem dornigen Weg der Berufsmusik mit ihren in der klassischen Musik nicht so sehr gefragten Instrumenten für die Zukunft zu wünschen.

Von Helmut Schneider

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