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Oberhavel Rosskauf ganz nach altem Brauch
Lokales Oberhavel Rosskauf ganz nach altem Brauch
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00:52 16.10.2014
Quelle: Margot Schöning
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Gutengermendorf

An 220 Ständen wurde mit allerlei Marktgeschrei alles angeboten: neben Federvieh und einigen Hundewelpen, Stall- und Reitbedarf, Haushaltswaren, Schals und Mützen, Videos und CDs, ein Sammelsurium alter Schrauben und Muttern, sogar verrostete Drahtesel, nostalgische und Souvenir-Keramiken bis hin zu Weihnachtsgeschenken und den Wohltaten für Leib- und Seele wie Käse- und Wurstspezialitäten. Einiges war sorgsam unter langen Regenplanen verschwunden. Die himmlischen Schauer suchten den lieben langen Sonnabend die irdischen Marktfreunde heim. Das hielt jedoch tausende Besucher nicht vom Kommen ab. Schon am Vormittag sah der riesige Feldparkplatz wie ein bunter Flickenteppich mit sehr variablen Autokennzeichen und unzähligen Regenschirmen aus. Die Kremser- Shuttle fuhren unermüdlich bis zum Einlass, wo jeder als Eintrittskarte für einen Euro einen Stempel auf die Hand gedrückt bekam.

Die Geschmäcker sind verschieden. Doch in Gutengermendorf fand am Sonnabend wieder jeder sein Pläsierchen. Dazu musste niemand ein Pferde- oder Kleintierfreund sein. Tausenden Besuchern wurde an 220 Ständen mit allerlei Marktgeschrei vom Alpaka bis zur Souvenir-Keramik alles angeboten, was das Herz begehrt.

Nach einem kurzen Weg vorbei an Kirche und kleinem Friedhof war schon der Kernbereich, der eigentliche Pferdemarkt, erreicht. Gut 90 Pferde, einige Esel und Alpaka warteten auf neue Besitzer, von früh bis spät angebunden auf dem umfunktionierten Kinderspielplatz. Die Mehrzahl der Tiere  waren Ponys. Es stachen jedoch einige Großpferde, zwei gepflegte Rappen und schick zurechtgemachte Schecken aus der Menge hervor. Der Schecke, der gleich neben den abgrenzenden Strohballen und seinen dunkelfarbigen Stallgenossen stand, fiel eigentlich weniger ins Auge. Doch er war das Ross, das am Nachmittag per Handschlag nach alter Bauernsitte verkauft wurde. Mitgebracht hatte ihn Landwirt Randy Hollstein aus Schöneiche bei Berlin, der schon seit Jahren zum Pferdemarkt kommt und immer wieder einen Zossen „an den Mann bringen“ kann. „Für zweieinhalb“, wie zu hören war, wurde er mit Roland Obst, ebenfalls am Rande von Berlin in Pankow-Buchholz beheimatet, handelseinig. Winnetou, wie der fünfjährige Schecke heißt, wird nun seinen Dienst an der Deichsel tun im letzten, traditionellen Pferdefuhrunternehmen Berlins mit den vielen historischen Kutschen und zehn Gespannen.

Warum sind Sie zum Pferdemarkt nach Gutengermendorf gekommen?

„Als Gruppe kommen wir stets hierher wegen der Musik von Chili und der Angebote an den Ständen.“
Uschi Tomaske, Birkenwerder

„Ich konnte wieder ein Pferd gut verkaufen, einen Ponyhengst an den Zirkus. Und ich traf viele alte Bekannte.“
Rudi Schmidt, Wulkow

„Ich bin zum 5. Mal hier. Als Line Dancerin fasziniert mich besonders die Countrymusik der Gruppe Chili.“
Carmen Beier, Neuruppin

„Die Boxer-Welpen waren süß. Die Countrymusik gefällt mir. 2013 habe ich mitgetanzt. Jetzt bin ich zu groß.“
Benjamin Leon Gegenberg, Gransee

Die meisten Pferdeverkäufe fanden jedoch am Morgen und Vormittag statt. Frühaufsteher Rudi Schmidt aus Wulkow, ein renommierter Pferdezüchter und sogar Preisrichter unter anderem bei den Fohlen- und Pferdeschauen in Linde, gehört dazu. Das spricht für das Niveau, das von Markt zu Markt gestiegen ist. Marktleiter Ralf Brinkmann und Tierarzt Eckhard Schönberg sorgten wieder mit strengen Augen dafür, dass insgesamt Qualität geboten und alle Veterinär- und hygienischen Auflagen erfüllt wurden. In diesem Jahr verlangte beispielsweise das Veterinäramt, dass kein Federvieh auf dem Boden ausgestellt wurde. Marktleiter Brinkmann konnte sich schon am Sonnabendnachmittag zufrieden zurücklehnen: „Trotz Regens haben Besucher und Händler dem Pferdemarkt die Treue gehalten. Der erste Händler war schon am Freitag um 11.30 Uhr hier. Es kamen kaum weniger als sonst. Nur beim Federvieh und bei den Hundewelpen war die Anzahl geringer.“ Immer wieder schüttelten ihm Besucher beim Heimweg die Hand, um danke für das Volksfest rund ums Ross zu sagen. Es erstaunte die Besucher, dass ein 270-Seelen-Dorf ein so gut organisiertes, traditionelles Bauernvergnügen auf die Beine stellt. Über 100 Helfer und 30 Ordner machten es möglich.

Von Margot Schöning

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