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Rückblick in der Granseer Marienkirche

Beginn der Sanierung vor 50 Jahren Rückblick in der Granseer Marienkirche

Die Sanierung und Umgestaltung der Granseer St. Marienkirche hat vor einem halben Jahrhundert begonnen. Aus diesem Anlass gibt es an diesem Sonntag einen Festgottesdienst. Im Gespräch mit der MAZ erläutert der Granseer Pfarrer Christian Guth, was damals genau geschah und wie es heute aussieht.

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Der Granseer Pfarrer Christian Guth.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. „50 Jahre Sanierung der St. Marienkirche Gransee“ – unter dem Motto steht der Gottesdienst, der am morgigen Sonntag um 14 Uhr beginnt.

MAZ: Die Sanierung der Marienkirche liegt 50 Jahre zurück. Was wurde damals genau gemacht?

Christian Guth: Das Wesentlichste war wohl, dass das Kircheninnere komplett neu gestaltet wurde. Weil durch das Schrumpfen der Gemeinde weniger Sitzplätze benötigt wurden, konnten die Seitenemporen entfernt werden. Dadurch fiel mehr Licht in die Kirche. Außerdem wurde der Altarraum neu gestaltet. Nachdem das Gewölbe mit Stahlträgern abgestützt wurde, konnte die nachträglich dort eingesetzte Säule entfernt werden. Dadurch ist der Blick auf die Altarfenster frei geworden. Die alte Kanzel und das alte Taufbecken wurden durch modernere Varianten ersetzt. Außerdem gab es vor der Sanierung einen Mittelgang mit kürzeren Bänken auf der linken und rechten Seite. Diese wurden bei der Sanierung verbunden. Und eine Heizung wurde eingebaut. Schließlich wurden auch die ursprünglichen Malereien wieder freigelegt und aufgefrischt. Und – darauf sind wir besonders stolz – durch die Firma Schuke in Potsdam die Orgel mit dem Original Wagner-Orgelklang wieder hergerichtet.

Was waren die Besonderheiten der damaligen Sanierung?

Guth: Das besondere war das große Engagement, mit dem diese Kirchensanierung durchgeführt wurde. Superintendent Reinicke erwähnte in seinem Bericht vom Bau mehrfach, wie sehr sich die Handwerker der Umgebung – teilweise unentgeltlich – für den Bau einsetzen. Ebenfalls nicht selbstverständlich war auch die Zusammenarbeit mit dem DDR-Staat. Diese führte letztlich sogar dazu, dass die Kirchengemeinde finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite erhielt. Meines Wissens nach war es auch das erste Mal seit dem Mauerbau, dass in der DDR ein Kirchenbau mit Materiallieferungen aus Kirchengemeinden der Bundesrepublik unterstützt werden durfte. Die Verhandlungen mit den zuständigen Behörden waren zwar sehr zäh, doch letztlich konnte so die große Solidarität über die Grenzen der Länder hinweg hier erfahrbar werden.

Am Sonntag soll die Sanierung/Umgestaltung der Kirche gefeiert werden. Welche Gedanken haben Sie, wenn Sie sich den gerade bekanntgewordenen Schaden des Kirchturms vor Augen führen?

Guth: Vor allem habe ich Hoffnung. Natürlich ist es eine schwere Aufgabe, die wir hier zu bewältigen haben. Aber die Menschen vor 50 Jahren haben ein weit größeres Vorhaben unter durchaus schwierigen Bedingungen zuwege gebracht. Nicht zuletzt, weil sie sich mit ihrer Kirche identifiziert und dafür eingebracht haben – und zwar unabhängig von der Kirchenzugehörigkeit. Ich hoffe, dass diese Identifikation mit der St.-Marien-Kirche auch in unserer Zeit noch vorhanden ist. Sie ist eines der Wahrzeichen unserer Stadt. Und sie ist – wie auch damals – ein Ort, der wirklich für alle offen steht, die einmal Zeit für Ruhe und Besinnung brauchen – ob aus Gransee oder von weiter weg, ob fest im Glauben stehend, suchend oder zweifelnd.

Was wird der Inhalt des Gottesdienstes sein?

Guth: Vor allem wird es ein Dankgottesdienst sein. Dank an Gott dafür, dass er die Sanierung möglich gemacht hat aber auch dafür, dass er seine Gemeinde durch die Zeiten hindurch erhält. Ein Kirchgebäude hat ja nur dann einen Wert, wenn es auch eine Bedeutung für Menschen hat. Wenn es benutzt wird. Und wenn dort etwas spürbar, etwas erfahrbar wird von dem, was einen selbst übersteigt. Darum soll es in dem Gottesdienst auch gehen.

Von Stefan Blumberg

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