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S-Bahn-Taufe lässt Veltener hoffen

Hennigsdorf S-Bahn-Taufe lässt Veltener hoffen

Velten in Oberhavel kämpft schon lange dafür, wieder an den S-Bahn-Verkehr angeschlossen zu werden. Bei der Taufe von zwei S-Bahn-Zügen auf die Namen „Velten“ und „Hennigsdorf“ bekam die Stadt Rückendeckung vom Berliner S-Bahn-Chef. Auch vom Land kamen verhalten positive Signale.

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Bürgermeisterin Ines Hübner erhielt am Mittwochnachmittag von S-Bahn-Chef Peter Buchner (r.) und Schaffnern auf Stelzen den Velten-Zug auch im Miniaturformat.

Quelle: Enrico Kugler

Hennigsdorf. Hoffnungsfroh verließen am Mittwochnachmittag viele Veltener den Bahnhof in Hennigsdorf, auf dem gerade zwei S-Bahnen auf die Namen „Velten“ und „Hennigsdorf“ getauft wurden. Peter Buchner, Geschäftsführer der S-Bahn Berlin GmbH, hatte den Ofenstädtern Rückhalt gegeben. „Bei ihrem Engagement und ihrer Hartnäckigkeit stehen die Chancen gut, dass die S-Bahn wieder nach Velten fährt. Ich würde mich freuen, wenn ich bald das Band für den Lückenschluss durchschneiden kann“, erklärte Buchner.

Mit zwei Minuten Verspätung war um 16.09 Uhr der Zug der S 25 aus Berlin in Hennigsdorf eingetroffen, der künftig den Namen „Velten“ trägt. An der Seite des Triebzuges prangen Name und Stadtwappen, beides wurde von Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) und Peter Buchner enthüllt, bevor der Zug zur Taufe auch einige Spritzer „Veltener Grappa“ abbekam. „Lückenschluss jetzt“ forderten Besucher der Zeremonie lautstark.

Es gebe kein anderes so engagiertes Team für einen S-Bahn-Lückenschluss wie die Veltener und Bürgermeisterin Hübner, sagte Egbert Neumann, Abteilungsleiter Verkehr im Infrastrukturministerium. Der Taufakt sei ein neuer Schritt für die Wiederherstellung des Anschlusses. Das Land prüfe mit der Aufstellung des neuen Landesnahverkehrsplans (LNVP), „was wir uns leisten können“, so Neumann. Das Schloss vor S-Bahn-Erweiterungen im Land Brandenburg sei jedenfalls weg. Der Entwurf für den LNVP solle im Sommer vorgelegt werden, beschlossen werden soll das Ganze bis Jahresende. Neumann übergab außerdem einen Fördermittelbescheid über 240.000 Euro für 71 weitere Parkplätze am Bahnhof Velten.

S-Bahn-Taufe sei kein Trostpreis

„Die S-Bahn muss kommen. Wir wollen unseren Marathonlauf dafür zu einem guten Ende führen“, sagte Bürgermeisterin Hübner. Die Ofenstadt hätte ihre Hausaufgaben gemacht. Velten als wachsender Wohnstandort brauche den Lückenschluss.

Zu denen, die zu der Zeremonie auf den Bahnsteig nach Hennigsdorf kamen, gehörte der Veltener Jürgen Stockmann, der als ehemaliger Stahlwerker jahrelang mit den rot-gelben Zügen von Velten nach Hennigsdorf fuhr. „Viele pendeln heute von Velten nach Berlin. Für den Berufsverkehr wäre die S-Bahn eine große Entlastung“, sagte Stockmann.

Die S-Bahn-Taufe solle keinesfalls ein Trostpreis sein, versicherte Peter Buchner, der aber auch darauf verwies, dass letztlich das Land mit seinem Nahverkehrsplan die Entscheidung trifft.

Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) taufte der S-Bahn-Chef den nachfolgenden Zug auf den Namen „Hennigsdorf“. Die Entwicklung Hennigsdorfs als wachsende Stadt sei aufs Engste mit dem S-Bahn-Verkehr verbunden, so Schulz. Er erinnerte daran, wie 1998 tausende Hennigsdorfer den Lückenschluss gefeiert hatten. Mehr als 10 000 Fahrgäste seien heute täglich auf dem nördlichen Teil der S 25 unterwegs, das sei auch eine gewaltige Leistung des Bahnunternehmens. „Wir können das Veltener Anliegen gut verstehen und unterstützen es“, so Schulz. Beide Bürgermeister gaben zu verstehen, dass sie sich ebenso für die Direktverbindung des Prignitz-Express RE 6 nach Gesundbrunnen einsetzen. Andreas Schulz wünschte, dass auch in Zukunft S-Bahn-Baureihen in Hennigsdorf hergestellt werden.

Von Heiko Hohenhaus

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