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Oberhavel Sachsenhausen: Studie empfiehlt Shuttlebusse
Lokales Oberhavel Sachsenhausen: Studie empfiehlt Shuttlebusse
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01:12 08.10.2017
Studie ermittelt: Die Busanbindung der Gedenkstätte Sachsenhausen an den ÖPNV ist von erheblichen Defiziten geprägt. Quelle: Robert Roeske
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Sachsenhausen

Das Ergebnis einer mit verkehrswissenschaftlichen Methoden durchgeführten empirischen Studie, welche die Technische Hochschule Wildau im Juli und August 2017 im Auftrag der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und des Kulturministeriums durchgeführt hat, vermag nicht wirklich zu überraschen: Angesichts einer großen Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Angebot und bei einem Nutzerpotenzial von rund 250.000 Personen besteht ein eindeutiger Bedarf, die Anbindung der Gedenkstätte Sachsenhausen an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erheblich zu verbessern. So die Kernaussage der Studie. Um dem Bedarf gerecht zu werden, empfehlen die Projektleiter Prof. Dr. Klaus-Martin Melzer und Prof. Dr. Martin Lehnert einen Shuttlebusverkehr einzurichten. Bei einer schnellen Entscheidung und konsequenter Bearbeitung könnte das Shuttle-Konzept nach Aussage der Wissenschaftler schon 2018 den Betrieb aufnehmen.

Bis zu 100 Prozent der Befragten äußern Unzufriedenheit

Im Rahmen des Projekts wurden durch 967 Befragungen 7630 Besucher erfasst. Je nach Besuchertyp zeigten sich zwischen 63 und 100 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Busverbindung zwischen dem Bahnhof Oranienburg und der Gedenkstätte Sachsenhausen. Insgesamt wurden in der Woche vom 13. bis 19. Juli 13515 Gedenkstättenbesucher gezählt. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag erwiesen sich mit zum Teil mehr als 2500 täglichen Besuchern als die besucherstärksten Wochentage.

Die Anreise zur Gedankstätte beginnt ab etwa 9.00 Uhr mit ausgeprägten Spitzen zwischen 11.00 und 13.00 Uhr. Die Abreise spielt sich hauptsächlich im Zeitraum von 13.00 bis zur Schließung der Gedenkstätte ab.

Rund die Hälfte der durch die Studie erfassten Besucher reiste über den Bahnhof Oranienburg an, von denen aber nur ein Drittel (2235) den derzeit stündlich und an am Wochenende alle zwei Stunden verkehrenden Linienbus zur Gedenkstätte nutzte. Fast doppelt so viele Besucher (4349) legten die rund drei Kilometer lange Strecke zu Fuß zurück. Aufgrund der ermittelten Daten und der Besucherstatistikern der Gedenkstätte gehen die Wissenschaftler von einem ÖPNV-Potenzial von 230000 bis 270000 Fahrgästen pro Jahr und Richtung aus.

Projektleiter Melzer: „Aktuelles Linienbusangebot in täglichen Spitzenzeiten völlig unzureichend“

Zu den Ergebnissen der Analyse sagte Projektleiter Prof. Dr. Klaus-Martin Melzer, Dekan des Fachbereichs Ingenieur- und Naturwissenschaften an der Technischen Hochschule Wildau, am Freitag in Oranienburg: „Unsere Untersuchungen zeigen eindeutig, dass das Linienbusangebot in den täglichen Spitzenzeiten der An- und Abreise sowie an den Wochenendtagen völlig unzureichend ist. Der tatsächliche Bedarf könnte durch einen Shuttleverkehr im 20-Minuten-Takt mit einer Kapazität von bis zu 150 Personen pro Fahrt abgedeckt werden, der an die S-Bahn von und nach Berlin-Mitte angepasst ist. Die Taktdichte könnte in besucherschwächeren Zeiten reduziert werden. Deswegen und aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens ist es grundsätzlich nicht zweckdienlich, die Anbindung der Gedenkstätte in das Liniennetz des Kreises oder in eine Stadtbuslinie zu integrieren“, so Melzer. Eine Shuttlelinie könnte durch den Träger des ÖPNV betrieben werden, aber auch ein eigenwirtschaftlicher Betrieb sei denkbar.

Günter Morsch: „Fakten liegen nun auf dem Tisch“

Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch sagte: „Dank der von Professor Melzer und seinem Team mit großem Aufwand und wissenschaftlicher Akribie durchgeführten Studie liegen nun die Fakten auf dem Tisch. Sie bestätigen die seitens der Gedenkstätte seit Jahren erhobenen und zuletzt durch eine Unterschriftenaktion eindrucksvoll untermauerten Forderungen nach einer besseren Busverbindung für die vielen tausend Menschen aus aller Welt, die nach Oranienburg kommen, um die Gedenkstätte Sachsenhausen zu besuchen. Nun gilt es, in Gesprächen mit allen Beteiligten auf der Basis der von den Experten erarbeiteten Vorschläge rasch eine bedarfsgerechte Lösung zu entwickeln und umzusetzen.“, so Morsch.

Erste Reaktionen auf Studienergebnisse

„Wir erwarten, dass sich alle Beteiligten – Gedenkstätte, Stadt und Kreis – nun unverzüglich zusammensetzen und den politischen Gremien einen Lösungsvorschlag präsentieren. Dieser muss einen 20-Minutentakt in den Hauptverkehrszeiten beinhalten und sollte nicht nur die Erreichbarkeit der Gedenkstätte, sondern auch der umliegenden Stadtteile verbessern“, reagierte Thomas von Gizycki, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag Oberhavel auf die Veröffentlichung der Studie. „Deswegen sind wir gegen einen separate zu zahlenden Busshuttle zur Gedenkstätte. Für die Anwohner der Straße-der-Nationen ist es erforderlich, dass die Stadt zusammen mit der Gedenkstätte eine Lösung für die Verkehrsprobleme erarbeitet und zeitnah umsetzt“, so von Gizycki.

Der Oranienburger Henning Schluß, der in die Diskussion um die Situation der Gedenkstätte Sachsenhausen seit längerem involviert ist, erklärt: „Die Studie wird sicher helfen, die Diskussion zu versachlichen. Vor allem stellt sie unmissverständlich klar, dass es einen dringenden Bedarf zur Verbesserung des ÖPNV in Oranienburg in Richtung Gedenkstätte gibt.“

TH Wildau erstellt Bedarfsanalyse

Nachdem der Konflikt um die Busanbindung der Gedenkstätte Sachsenhausen eskaliert war, hatten Kulturministerin Dr. Martina Münch, Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch und Landrat Ludger Weskamp im März eine wissenschaftliche Evaluierung der Besucherströme der Gedenkstätte und des ÖPNV-Bedarfs vereinbart. Auf Vorschlag des Kulturministeriums wurde damit die Technische Hochschule Wildau beauftragt. Die nun vorliegende Bedarfsanalyse wurde vom Kulturministerium mit einem Betrag von 20000 Euro gefördert.

Anwohnerinitiative fordert Alternativrouten für Anfahrt

Erst vor wenigen Wochen hatten Anwohner die Initiative „Gedenkstätte Sachsenhausen – Gedenken im Einklang mit dem Leben“ gegründet, um auf die Belastungen des Anreiseverkehrs zur Gedenkstätte für die Anwohner aufmerksam zu machen:

– Anwohnerinitiative gegründet

– Streit um Zugang zur KZ-Gedenkstätte

– Anwohner wollen endlich gehört werden

Von MAZonline

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