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Oberhavel Sachsenhausen: Zehn Überlebende waren dabei
Lokales Oberhavel Sachsenhausen: Zehn Überlebende waren dabei
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19:07 17.04.2016
An den Gedenkfeiern in Sachsenhausen nahmen Überlebende des KZ-Lagers aus sieben Ländern teil. Quelle: Hajo Eckert
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Oranienburg

Vor 71 Jahren befreiten am 22./23. April sowjetische und polnische Soldaten das Konzentrationslager Sachsenhausen. Etwa 30 000 Häftlinge hatte die SS einen Tag davor auf den berüchtigten Todesmarsch Richtung Norden geschickt. Das provisorische Lager unter freiem Himmel in Below bei Wittstock erreichten nur 16 000  Häftlinge. Die Überlebenden wurden in den ersten Maitagen befreit. Im Sachsenhausener Lager selbst fanden die Befreier noch rund 3000 kranke Häftlinge vor.

Mit einer Gedenkveranstaltung in der Station Z, an der Häftlinge ermordet und im Krematorium verbrannt wurden, erinnerten am Sonntag Politiker und Bürger aus Brandenburg und Berlin im Beisein von zehn überlebenden Häftlingen aus Deutschland, Frankreich, Israel, Norwegen, Polen, der Ukraine und Ungarn an Krankheit, Folter, Leid und Tod im Sachsenhausener KZ. Zehntausende starben im Lager wegen der unmenschlichen Haftbedingungen zwischen 1936 und 1945.

Während der zentralen Gedenkveranstaltung, der sich eine Kranzniederlegung anschloss, richtete der Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Roger Bordage, aufrüttelnde Worte an die Anwesenden. Er gehörte zu den Häftlingen, die von der SS auf den Todesmarsch geschickt wurden. Bordage mahnte, dass die Weitergabe der Erinnerung an diese einzigartige und tragische Phase europäischer Geschichte, die er am eigenen Leib im KZ erlebte, an die kommenden Generationen unerlässlich sei. Denn die Nazis hätten damals fast die gesamte humanistische Kultur und Zivilisation auf unserem Kontinent vernichtet.

Diese Weitergabe werde immer dringender, weil wir erlebten, wie die Werte einer nach dem 2.Weltkrieg geborenen Weltordnung mit Freiheit, Solidarität, Toleranz, Gerechtigkeit im Rahmen der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Achtung vor den Menschenrechten quasi zerbröckeln. Entgegentreten müsse man dem zu beobachtenden Anstieg von faschistoidem Extremismus, Ausgrenzung von anderen, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Gewalt und religiösem Fundamentalismus.

Mit dem Verschwinden von Zeitzeugen der Konzentrationslager komme die Aufgabe zur Erinnerung mehr und mehr den Gedenkstätten zu. Sachsenhausen sei ein unverzichtbarer Ort zum Erfahren der Geschichte jener furchtbaren Zeit und für die staatsbürgerliche Erziehung kommender Generationen.

Der brandenburgische Finanzminister Helmuth Markov fügte den Worten von Bordage das Bild hinzu, dass die Nazis in den Lagern die Menschen zu Nummern degradierten. 660 000 Besucher im vergangenen Jahr in Sachsenhausen und Ravenbrück zeigten, dass die Opfer nicht vergessen sind.

Vor der Veranstaltung in der Station Z gab es dezentrale Gedenken. Sie wurden von den Jüdischen Gemeinden Berlin und Oranienburg, von verschiedenen Sachsenhausen-Komitees sowie vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg gemeinsam mit dem Gofenberg Chor ausgerichtet. Bereits am Vormittag war der Dokumentarfilm „Klänge des Verschweigens“ gezeigt worden, in dem Klaus Stanjek die Lebensgeschichte seines Onkels Willy Heckmann erzählt, der in Sachsenhausen als Homosexueller inhaftiert war. In einem Zeitzeugengespräch erfuhren interessierte Besucher ebenfalls am Sonntagvormittag vom ukrainischen Überlebenden Häftling Wladimir Wojewodschenko schreckliche Details des Lagerlebens im KZ-Lager.

Von Hajo Eckert

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