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Oberhavel Salut auf den Ehrenpräsidenten
Lokales Oberhavel Salut auf den Ehrenpräsidenten
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17:26 31.07.2018
Auszeichnung des Deutschen Schützenbundes in Silber für den Oranienburger Quelle: .
Oranienburg

Blaue, ordenbehangene Jacke, Tschako, die zylindrische Kopfbedeckung und ein 200 Jahre alter Grenadiersäbel – Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Schützen. 1994 wurde die Oranienburger Schützengilde wiedergegründet und seit 23 Jahren ist Willi Erdmann ihr Ehrenpräsident.

Wer mit ihm auf einen Frühstückskaffee verabredet ist, merkt schnell: Der 78-Jährige kennt viele Leute und viele kennen ihn. Meist sind die Bekannten in Handwerkerkluft. Das ist kein Wunder, denn Willi Erdmann hat in seiner Berufstätigkeit schätzungsweise 120 Lehrlinge in Sachen Gas- und Wasserinstallationen ausgebildet. So mancher Meister seines Fachs hat bei ihm von der Pike auf gelernt.

Zu seinem 70. Geburtstag mit Frau Sylvia. Quelle: privat

Mit 15 Lenzen ist Willi Erdmann mit der Familie ins Brandenburgische gezogen, wohnte anfangs in der Röntgenstraße in Oranienburg. Sein Handwerk als Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker erlernte Erdmann in Berlin. 1963 begann er bei der PGH Schiroba in Borgsdorf und hat sich dort „hochgedient“, wie er sagt, vom Brigadier zum Bereichsleiter und die Lehrlingsausbildung unter seinen Fittichen. Nach der Wende dann Umschüler der GS Bau GmbH, einer Treuhandgesellschaft. Bis 1997 hat er ausgebildet, dann kam er mit Blaulicht ins Krankenhaus, fünf Bypässe mussten 2000 gelegt werden. Seitdem muss der Hansdampf in allen Gassen kürzer treten. Mit Ehefrau Sylvia ist er im Kiefernweg in Oranienburg zu Hause.

Zur Schützengilde gehört er von Anfang an: „Das erste Mal haben wir in bunten Bermudas geschossen, sahen aus wie die Raubritter.“ An Uniformen war da nicht zu denken. Das war 1994. Mit fünf bis sechs Aktiven ging es los. Längst treten die Oranienburger Schützen in schmucken Uniformen an: in Blau und Gold und machen damit was her. 400 bis 500 Euro kommen zusammen für Ausgehuniform, Schlips, weiße Hemden. Am Tag trägt man weiße Hose, abends schwarze. Willi Erdmann gehört zu denen, die für den Schützenverein Spenden sammeln: „da frage ich schon in den Betrieben, für die ich gearbeitet habe, mal nach.“ Es will alles bezahlt sein, ob für Umzüge oder Dixi-Klos bei Festen. „Aber das macht man nur, wenn man sich wie wir im Verein gut versteht, wir sind gute Kumpel.“ Finanziell stehe der Verein gut da, so Erdmann.

In vollem Ornat. Quelle: privat

Und die Oranienburger sind allerorts gern gesehen: beim Hafenfest, beim Stadtempfang, beim Neujahrsschwimmen, beim Besuch von Königin Beatrix im Oranierjahr, im Roten Rathaus in Berlin – „bei großen Ereignissen sind wir dabei.“

Willi Erdmann ist auch Schießleiter, hat einen Waffenschein und Pistolen. Aber die Schützen seien vor allem ein Traditionsverein, der zu Hochzeiten und Geburtstagen auch Salut schießt. „Jäger haben wir nicht dabei.“ Bei Schützentreffen backen die Frauen Kuchen, „wir verreisen gemeinsam.“ Erdmann hat nicht nur den Förderverein für den Wiederaufbau der Orangerie 2002 mit ins Leben gerufen und Geld gesammelt, heute engagiert er sich unter anderem in der Oranienburger Bürgerstiftung. Bis heute liegt ihm die Entwicklung seiner Stadt am Herzen. Etliche Ehrungen wurden dem engagierten und umtriebigen Schützen an die Brust geheftet, so die Goldene und Silberne Ehrennadel des Schützenbundes von Berlin und Brandenburg.

Tafel am Schützenhaus in der Fischerstraße 14. Quelle: Heike Bergt

Auch die Frage nach seinen Schießkünsten beantwortet er entwaffnend ehrlich: „Geht so.“

Offizieller Name der Gilde: Königliche Schützengilde Luise Henriette von Oranien 1703 e.V. Vorsitzender ist Harald Bamm. Der Schützenverein zählt aktuell 26 Mitglieder. Das Vereinsheim befindet sich im historischen Haus in der Fischerstraße 14. Der Verein ist hier Mieter. Der Verein wurde 1994 wiedergegründet. Trainingszeiten: aller 14 Tage mittwochs in der Zeit von 19 bis 20 Uhr auf der Bahn am Bötzower Platz. Oranienburger Schützen sind seit mehr als 300 Jahren nachweisbar. Es ist vor allem ein Traditionsverein.

Kontakt: 03301/5 48 87. Nächstes großes Schützentreffen ist am Sonnabend, 1. September, auf dem Oranienburger Schlossplatz. Viele Schützenvereine kommen traditionell zu Besuch. Die Frauen der Schützengildemitglieder backen wieder Kuchen. Der Deutsche Schützenbund hat die Oranienburger Gilde als „Immaterielles Kulturerbe“ anerkannt. Eine Tafel informiert darüber am Haus am Fischerparkplatz.

Von Heike Bergt

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