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Oberhavel Sanierung der ehemaligen Stasi-Hallen in Mühlenbeck
Lokales Oberhavel Sanierung der ehemaligen Stasi-Hallen in Mühlenbeck
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10:10 18.08.2016
Entsorgung von Bewuchs und Altlasten vor Baubeginn Quelle: Foto: Nadim Baker
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Mühlenbeck

Vom S-Bahnsteig in Mühlenbeck bietet sich den wartenden Passagieren seit einigen Wochen ein ungewöhnlicher Anblick. Nach jahrzehntelangem Verfall werden die Lagerhallen gegenüber des Bahnhofes in der Kastanienallee 36 saniert. Der größte deutsche Händler im Gebrauchtmöbelmarkt „office-4-sale“ hat das Grundstück mit einer Fläche von 16 000 Quadratmetern erworben, um dort seine neue Firmenzentrale einzurichten. Dort will das Unternehmen zukünftig gebrauchte Möbelsätze aufkaufen, sie wiederaufbereiten und an neue Kunden weiterverkaufen.

Überdurchschnittlich hochwertige Materialien verbaut

Der Hallenkomplex wurde im Jahr 1978 unter Regie des SED- Wirtschaftsfunktionärs Alexander Schalck-Golodkowski für die Stasi-Firma „Asimex“ gebaut, um dort hochwertige Konsumgüter zu vertreiben und zu lagern. Nach der Wende ging das Grundstück in den Besitz der BRD über und diese wiederum versteigerte es im Jahr 1992 an einen privaten ausländischen Investor. Ein Vierteljahrhundert später, im Mai 2016, entschied sich das Möbelunternehmen „office-4-sale“ wegen steigender Mieten und Platzmangel für den Bau eines neuen Firmensitzes und erwarb das Grundstück in Mühlenbeck. Zunächst waren die Hallen für den Abriss vorgesehen. Doch Experten stellten überraschend fest, wie robust die Konstruktion aus Stahlbeton noch immer ist. Aufgrund der Devisenknappheit in der DDR wurden von staatlicher Seite zwar sparsame Bauauflagen erteilt; aber offenbar hielt sich die Regierung nicht an die eigenen Regeln. Für den Bau der Hallen in der Kastanienallee jedenfalls wurden überdurchschnittlich hochwertige Baumaterialien verwendet, weshalb ihre Nutzung auch heute noch möglich ist. Nach eingehender Prüfung fiel die Entscheidung seitens der Unternehmensführung: Komplettsanierung statt Abriss.

Erweiterung des Parkplatzes am S-Bahnhof möglich

Nun wollen die neuen Bauherren den Hallenkomplex in seiner ursprünglichen Struktur erhalten, sämtliche Dächer, Fußböden und Fenster werden dagegen erneuert. Darüber hinaus entsteht auf der Ostseite des Gebäudes ein dreistöckiger Büroanbau, für den bei der Landkreisverwaltung Oberhavel noch ein Bauantrag gestellt werden muss. Bis zum frühen Sommer 2017 soll der Bau abgeschlossen sein. Im Rathaus Mühlenbeck ist man mit der jüngsten Entwicklung zufrieden: „Das Mühlenbecker Land erfährt durch die Wiederbelebung des Grundstückes eine gewerbliche Aufwertung“, äußert sich die Gemeindeverwaltung zu dem Bauvorhaben. Auch der restlos überlastete Parkplatz des S-Bahnhofes Mühlenbeck könnte von der Restaurierung profitieren. Da ein Teil der dem Bahnhof zugewandten Fläche nicht gebraucht wird, könnten an der Stelle zusätzliche Parkflächen für Pendler entstehen. „office-4-sale“ hat diesbezüglich seine Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Was viele S-Bahn-Fahrer nicht wissen: Ohne die Asimex-Hallen wäre der S-Bahnhof in Mühlenbeck nie gebaut worden. Als planwirtschaftliche Maßnahme wurde der Bahnhof im Jahr 1984 für die damaligen Angestellten errichtet.

Von Nadim Baker

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