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Sanitärcontainer sind keine Wohnunterkünfte

Oranienburg Sanitärcontainer sind keine Wohnunterkünfte

Als völlig deplatziert hat der Sprecher der Kreisverwaltung Oberhavel, Ronny Wappler, den Vergleich eines MAZ-Lesers verurteilt. Letzterer vermutet, dass Container mit winzigen Fensterchen Wohnunterkünfte für Asylbewerber sind und vergleicht diese mit „Township-Behausungen“. Es handele sich um Sanitärcontainer einer Notunterkunft für Flüchtlinge, stellt Wappler richtig.

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Die Container beherbergen Duschen und Toiletten.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Container mit winzigen Fensterchen hat der Landkreis Oberhavel auf dem Hof eines Backsteingebäudes an der André-Pican-Straße/Ecke Dr.-Heinrich-Byk-Straße gegenüber von der Rettungswache an der André-Pican-Straße bereits vor Monaten aufstellen lassen. Ein MAZ-Leser vermutet, dass es sich um Wohncontainer für Flüchtlinge handelt und beschwert sich über diese „Behausungen“, die nicht ins städtebauliche Umfeld passen würden. Diese würden „den Hütten für Farbige in den südafrikanischen Townships ähneln“, schreibt der Leser weiter in einem Brief, der der MAZ vorliegt. Außerdem, fügt er hinzu, sei diese „unbedachte Baumaßnahme nach der Veränderung der Flüchtlingssituation in Deutschland nicht mehr zu begründen“.

Den Vergleich mit Townships findet Kreissprecher Ronny Wappler im Zusammenhang mit Flüchtlingen völlig „deplatziert“ und fügt hinzu: „Das zeugt aus meiner Sicht von mangelnder Empathie und fehlendem Sachverstand.“ Denn es „handelt es sich bei den Containern um genormte Dusch- und Sanitärcontainer, die im Übrigen tausendfach in Deutschland zum Einsatz kommen; nicht nur im Rahmen der Unterbringung von Asylbewerbern“. Laut Wappler war der Gebäudekomplex an der André-Pican-Straße als Notaufnahme- und Verteileinrichtung für Asylbewerber konzipiert gewesen. Weil das Land Brandenburg seit dem 1. Juli dieses Jahres keine Unterbringung von Flüchtlingen in Notunterkünften mehr vorsehe, so Wappler, werde das Gebäude gegenwärtig nicht mehr genutzt. Doch niemand könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt sagen, ob der Flüchtlingsstrom nach Deutschland wieder zunehmen werde oder nicht und wie sich zukünftige Bedarfe entwickeln würden. Der Landkreis hat in diesem Jahr gut 400 Geflüchteten und Asylbewerbern eine Unterkunft zur Verfügung gestellt. Erwartet würden bis zum Jahreswechsel noch weitere 600 bis 1100 Personen, sagte Kreissprecher Ronny Wappler. Die Verwaltung leite diese Zahl aus den Bundeszahlen ab. Danach wurden im ersten Halbjahr 222  264 Asylsuchende in Deutschland registriert. „Das sind fast genauso viele wie im ersten Halbjahr 2015“, so Wappler (226 277). 12 000 Menschen entfielen auf Brandenburg. Wappler: „Mitnichten kann derzeit von einer Situation ausgegangen werden, die eine Abkehr von der bestehenden Unterbringungskonzeption rechtfertigen würde.“ Der Landkreis sei aber gut vorbereitet.

Es sei also völlig offen, wie viele Menschen der Landkreis Oberhavel in diesem Jahr erwarten muss. Denn das Land Brandenburg hat für das gesamte Jahr 2016 noch immer keine Prognose abgegeben. Deshalb müssten bestehende Objekte wie die Einrichtung an der André-Pican-Straße für eine mögliche Inbetriebnahme vorgehalten werden.

Von Marion Bergsdorf

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