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Sasse: Attraktiver, wenn die Stadt selbst baut

Wohnprojekt für Geflüchtete in Kremmen Sasse: Attraktiver, wenn die Stadt selbst baut

Vor etwa 40 Gästen erklärte Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) am Dienstagabend in der Museumsscheune, wie das geplante Wohnprojekt für Geflüchtete in der südlichen Altstadt finanziell abgesichert ist. Der Bau in Modulen wäre teurer gewesen. Auch wenn der Landkreis gebaut hätte, wäre das teurer gewesen, so Sasse.

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Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) mit dem Plan für das Wohngebiet, in das zunächst 240 Geflüchtete einziehen sollen.

Quelle: Robert Tiesler

Kremmen. Etwa 40 Kremmener interessierten sich am Dienstagabend für die Pläne der Stadtverwaltung für ein neues Wohngebiet in der südlichen Altstadt. Wie berichtet entstehen dort, nahe der Berliner Straße und in Nachbarschaft zum Aldi-Markt, bis Juli neun neue Häuser, in die zunächst für mindestens drei Jahre bis zu 240 Geflüchtete einziehen sollen.

Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) stellte die Pläne in der Museumsscheune nochmals vor und stellte sich den mitunter kritischen Fragen der Gäste. Laut Sasses Aussagen wäre es teurer gewesen, eine Wohnanlage in Modulbauweise zu errichten, das hätte insgesamt 3,3 Millionen Euro gekostet. Zudem wären die Gebäude, die ursprünglich in Bahnhofsnähe geplant gewesen waren, nach der Nutzung durch Asylbewerber wieder abgerissen worden.

Für den Bau der nun geplanten neun Häuser sind mit allen Nebenkosten 3,15 Millionen Euro veranschlagt. In den ersten drei Jahren sind Mieteinnahmen in Höhe von jährlichen 800 000 Euro eingeplant. Die zahlt der Landkreis an die Stadt – unabhängig davon, ob tatsächlich 240 Menschen in den Häusern wohnen oder weniger. In drei Jahren sollen die Häuser dann saniert werden, dafür sind 432 000 Euro eingeplant. Danach können sie von Interessierten für eine Kaltmiete in Höhe von 5,25 Euro pro Quadratmeter gemietet werden. Das wären, wenn alle Wohnungen vergeben sind, 200 000 Euro pro Jahr an Einnahmen. Die weitere Bewirtschaftung koste dann jedes Jahr 120 000 Euro.

Deshalb sei es, so Sasse, für Kremmen auch attraktiver selbst zu wohnen, als dies dem Landkreis zu überlassen. Nach drei Jahren habe die Wohnanlage immer noch einen Wert in Höhe von 2,9 Millionen Euro. Es wäre, so die Berechnungen der Stadtverwaltung, unrentabler, die Häuser erst dann zu kaufen. Aus rein finanzieller Hinsicht wäre es für die Stadt sogar von Vorteil, wenn der Landkreis die Häuser auch ein viertes und fünftes Jahr mietet. Diese Option sei vertraglich geregelt. Nach fünf Jahren könnten die Stadtverordneten entscheiden, was mit der Anlage geschehen solle.

Eine unmittelbare Anwohnerin des Geländes fragte nach der Zuwegung für das neue Gelände. Die Straßen dort seien zu eng für Baufahrzeuge. Laut Bürgermeister Sasse wird der Weg, der zur Anlage führen wird, erschlossen. „Der Straßenbau zur Anlage wird nicht auf die Anwohner umgelegt“, so der Bürgermeister zu den Kosten.

Eine Anwohnerin wollte wissen, wie es mit der weiteren Planung in Sachen Flüchtlinge aussieht, denn die Zahl der Menschen, die nach Deutschland kommen, gehe ja nicht zurück. Darauf konnte Sasse keine Antwort geben, das sei nicht vorhersehbar.

Unabhängig vom Projekt in der südlichen Altstadt werde in der Stadt auch an neuem Wohnraum für Kremmener und andere Interessierte gearbeitet. Eckhard Kuhn, der Geschäftsführer der Wohnungsbaugenossenschaft, kündigte an, in der Ruppiner Straße, nahe des Netto-Marktes neue Mehrfamilienhäuser zu bauen. Auch soll dort eine Arztpraxis eingerichtet werden, für die es auch bereits eine konkrete Interessentin gibt. Auch am Sittelskanal, hinter dem Lidl-Markt, entsteht sehr bald ein neues Wohngebiet. Am Ziegeleiweg plant ein privater Investor.

Von Robert Tiesler

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