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Sasse hat noch keine Zukunftspläne

Kremmen Sasse hat noch keine Zukunftspläne

Am 17. März wird sich Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) von seinen Mitarbeitern im Rathaus verabschieden, seinen letzten öffentlichen Auftritt als Rathauschef hat am Tag davor beim Stadtempfang. Konkrete Pläne, was er danach macht, hat er noch nicht, sagt er.

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Klaus-Jürgen Sasse (SPD)

Quelle: Robert Tiesler

Kremmen. Ja, er hätte auf sein erstes Bauchgefühl hören sollen. Das sagt Klaus-Jürgen Sasse nun über die Bürgermeisterwahl 2016 in Kremmen. Er war angetreten und hat die Wahl verloren. Das ist bekannt. Am 17. März wird er sich im Rathaus von seinen Mitarbeitern verabschieden, am 21. März ist sein Nachfolger Sebastian Busse (CDU) im Amt. „Ich war müde im Wahlkampf“, gibt Sasse nun zu. „Aber ich hatte inzwischen viel Zeit, die letzten Monate aufzuarbeiten.“

Bis Dezember habe er gebraucht, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass seine Amtszeit zu Ende gehen wird. Einerseits sei es gut, die Fäden an die nächste Generation weiterzugeben und die Verantwortung los zu sein. „Andererseits hätte ich den Zeitpunkt meines Abgangs gern selbst bestimmt. Zu sagen, es fällt mir jetzt leicht, zu gehen, wäre falsch.“

Kritiker werfen ihm vor, dass er sich in der Öffentlichkeit nicht mehr blicken lässt. Tatsächlich war Sasse bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung nicht mehr dabei. Er verteidigt das. „Mit dem Wahlergebnis habe ich mein Mandat verloren. Ich bin zwar noch Bürgermeister, aber wenn es um die Zukunft von Kremmen geht, habe ich aus meinem Verständnis heraus das Mandat verloren, mitmischen zu dürfen.“

Zum Jahresempfang am 16. März wird er aber nun doch gehen. „Mir wäre es lieber gewesen, wenn er nach dem Amtswechsel stattgefunden hätte, dann hätte sich mein Nachfolger schon mal präsentieren dürfen“, sagt Klaus-Jürgen Sasse. „Einen Grund zum Feiern gibt es ja für mich nicht.“ Eine kleine Abschiedsrede wolle er nun dennoch halten, und eine Überraschung habe er auch noch. Aber: „Ich stehe nicht gern in der Öffentlichkeit, ich arbeite lieber im Hintergrund.“ Er sei kein guter Redner.

Und wie geht es dann für ihn weiter? „Konkrete Pläne habe ich noch nicht“, sagt er. Es seien schon einige an ihn mit Jobideen herangetreten, „zwei oder drei Angebote“ habe er abgelehnt. „Ich will erst mal meine Gesundheit in den Griff kriegen, Sport treiben, mich um Haus und Grundstück kümmern.“ Komplett abschalten – darum gehe es ihm zunächst. Keine Politik, keine Verwaltung. Auch seine Mitgliedschaften in diversen Fördervereinen hat er gekündigt. Aus der Welt sei er aber nicht. Wer ihn um Rat frage, bekomme ihn, er wolle sich aber keinem aufdrängen.

Deshalb wolle er sich auch zurückhalten, wenn es darum geht, wie er die Zukunft Kremmens sieht. „Jetzt gibt es neue Leute, die künftige Entscheidungen vorbereiten“, sagt er. Dennoch sei er gespannt, wie es mit dem Klubhaus am Marktplatz weitergeht. „Die Nutzung der oberen Etage ist ja weiter fraglich.“ Dass das Café von Bäcker Plentz im Mai ins Untergeschoss zieht, darauf sei er aber stolz.

Auch sozial gerechtere Kitasätze seien ein Thema, „bei dem ich gespannt bin, wie das weiter geht“, ebenso die Windkraftentwicklung in Kremmen sowie die Situation rund um die Häuser für Geflüchtete an der Berliner Straße. „Es ist schade, dass viele der Häuser leer stehen. Es hätte den Wohnungsmarkt entspannt, wenn zwei bis drei Häuser schon vorzeitig für die Kremmener zur Verfügung gestanden hätten“, sagt er.

Begrüßen würde er auch einen Mietzuschuss für Kinderreiche – eher als ein Begrüßungsgeld für Kremmener Babys.

All das müssten nun aber andere entscheiden. „Ich kann schon loslassen“, sagt Sasse. Nächste Woche gibt es noch ein paar Termine. Die Schubladen in seinem Büro sind schon ausgeräumt. Vielleicht nimmt er auch den Schokoweihnachtsmann – vermutlich schon von 2015 – von seinem Schreibtisch nach Hause mit.

Von Robert Tiesler

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