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Oberhavel Schädelknochen im Plastiksack
Lokales Oberhavel Schädelknochen im Plastiksack
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00:18 27.10.2013
Wie alt die Knochen sind, sollen Gerichtsmediziner klären. Quelle: Privat
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Stolpe-Süd

Zuerst dachte er nur an Pferdeknochen. „Aber als ich dann die Schädel gesehen habe, wurde mir schon komisch“, sagt Ringo Sternsdorf. Der Garten-und Landschaftsbauer wollte am Donnerstagvormittag eigentlich nur einen Schuppen auf einem Grundstück in Stolpe-Süd abreißen. Gegen elf Uhr machte Sternsdorf den grausigen Fund: Sechs bis acht Schädelknochen und weitere Knochenteile lagen dort in Säcken auf dem Boden. Komplette Skelette sollen aber nicht dabei gewesen sein.

Ab Mittag waren Beamte von Kripo und Mordkommission auf dem Grundstück, sicherten Spuren und unterhielten sich mit Nachbarn. Von einem Gewaltverbrechen gehen die Ermittler nicht aus. „Es gibt bis jetzt keinerlei Hinweise darauf“, sagt Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Er vermutet, dass die Überreste schon Jahrzehnte alt sind. Knochen und Zähne seien nach dem ersten Eindruck schon stark verfallen, zudem gab es keine Kleidungsreste mehr.

Ermittler untersuchten den verfallenen Schuppen, in dem die Knochen in Säcken abgestellt waren. Quelle: Marco Paetzel

Reinhardt schließt nicht aus, dass es sich um die Überreste gefallener Soldaten handeln könnte. Im April 1945 waren bei Gefechten um den Brückenkopf in Stolpe-Süd Truppen des Volkssturms und der Waffen-SS auf Soldaten der polnischen und sowjetischen Armee gestoßen. Einige der Opfer dieses Gefechts liegen heute auf dem Hennigsdorfer Waldfriedhof begraben. Das Seltsame an dem Fund in Stolpe-Süd: Die Knochen waren in modernen blauen Plastik- und Zementsäcken verstaut. „Wir werden jetzt genau untersuchen, wie die Knochen da hinkamen“, sagt Toralf Reinhardt.

Nachbarin Karin Ulbrich lehnte am Gartenzaun und schaute den Ermittlern bei der Arbeit zu. Dass in dem alten Schuppen Säcke mit Knochen lagern, hätte sie niemals gedacht. Ihr Nachbar hatte darin früher Werkzeuge und Rasenmäher untergestellt. „Das sah immer ordentlich aus“, sagt Ulbrich. Auch der Nachbar sei ein netter Mann gewesen. Vor etwa anderthalb Jahren war der ältere Herr mit seiner Frau ausgezogen, bis vor kurzem war das Grundstück verlassen, so die Nachbarin. Derzeit baut der neue Besitzer Haus und Garten aus, Ende des Jahres sollen hier neue Mieter einziehen. Karin Ulbrich hat ihre eigene Theorie, wie die Knochen in den Schuppen gelangt sein könnten. Direkt hinter dem Grundstück beginnt der Wald. „Vielleicht kam von dort jemand und hat sie in dem alten Schuppen versteckt.“

Beamte brachten die menschlichen Überreste am Abend in die Potsdamer Gerichtsmedizin. Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass es sich um Schädel und Knochen von mindestens sechs Menschen handelt. Experten sollen nun das ungefähre Alter der Knochen klären.

Von Marco Paetzel

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