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Oberhavel Schandfleck am S-Bahnhof verschwindet
Lokales Oberhavel Schandfleck am S-Bahnhof verschwindet
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00:19 31.08.2017
In der neu geschaffenen Lücke soll bis Jahresende das Verwaltungsgebäude von office-4-sale gebaut werden. Quelle: Helge Treichel
Mühlenbeck

Keine Spur vom typischen Intershop-Geruch, es riecht nach frischer Farbe. Mehr als 25 Jahre stand das einst gut gesicherte und streng bewachte DDR-Lager für Waren aus dem Westen am S-Bahnhof Mühlenbeck-Mönchmühle ungenutzt leer. Grafffiti-Sprayer konnten sich austoben. Jetzt soll der so gut sichtbare Schandfleck getilgt werden.

So sah es auf dem Gelände noch vor gut vier Wochen aus. Quelle: Robert Roeske

Deutschlands größter Anbieter für hochwertige Büromöbel im Gebrauchtmarkt möchte zum Jahresende seine Firmenzentrale von Berlin-Tegel nach Mühlenbeck verlegen. Die Firma office-4-sale hat dafür im Jahr 2015 die ehemaligen Asimex-Hallen erworben und lässt diese nun sanieren. Die Asimex Import-Export-Agentur gehörte zum Firmenimperium des DDR-Devisenbeschaffers Alexander Schalck-Golodkowski, der in Mühlenbeck dereinst unter den wachsamen Augen der Staatssicherheit Kunstgegenstände, Antiquitäten und eben auch Waren für den Intershop lagerte. Alles wurde für kostbare D-Mark verkauft.

Die Hallen in direkter Nachbarschaft zum Mühlenbecker S-Bahnhof. Quelle: Helge Treichel

Bereits im Juli 2016 begannen die Sanierungsarbeiten, um das Gelände der neuen Nutzung zuzuführen, sagt der zuständige CSR-Manager Detlef Bracht. Es habe sich hauptsächlich um den Innenausbau der Hallen mit einer Gesamtnutzfläche von rund 7000 Quadratmetern gehandelt. Die massive Bausubstanz habe sich in einem ausgesprochen guten Zustand befunden. Ein schwedisches Bauunternehmen habe seinerzeit viel Stahl und Beton verbaut. Neben sämtlicher Technik sei lediglich die Dachkonstruktion komplett erneuert worden. Erste Bäume hatten dort bereits Wurzeln geschlagen und Schäden verursacht. Knapp drei Millionen Euro würden investiert, so Bracht.

Blick in eine der Lagerhallen. Quelle: Helge Treichel

Diese Summe umfasst auch das dreigeschossige Verwaltungsgebäude, für das in den vergangenen drei Wochen ein Teil des Altbestandes abgerissen wurde. Baustart für den Neubau ist in der nächsten Woche. Der Rohbau, der mit dem Altbestand verbunden ist, soll Ende Oktober stehen. 15 Mitarbeiter sollen auf den rund 1000 Quadratmetern einen Arbeitsplatz finden. Ihr Umzug ist für Dezember vorgesehen. Bundesweit hat office-4-sale rund 50 feste Mitarbeiter und sieben Standorte.

Kai Schröder übernimmt die Außengestaltung. Quelle: Helge Treichel

Das Unternehmen hat sich auf die Ausstattung von Büroräumlichkeiten mit Neu- und Gebrauchtmöbeln spezialisiert. Das Auftragsspektrum reicht von einzelnen Arbeitsplätzen für Existenzgründer und kleinen Unternehmen bis zur Ausstattung von Aktiengesellschaften mit bis zu 500 Arbeitsplätzen. Umsatzvolumen pro Jahr: sechs Millionen Euro.

Die Maler haben einen Teil der Außenhülle bereits neu gestrichen. Quelle: Helge Treichel

Überall auf dem Firmengelände wird gearbeitet: Während draußen ein Bagger den Abrissschutt zerkleinert, Maler die Außenhülle mit einem neuen Anstrich versehen und Kai Schröder von der Berliner KS Gartenbau Hangflor­steine zum Bepflanzen vorbereitet, sind drinnen die Elektriker mit großen Hebebühnen zugange, um Kabelkanäle anzuhängen und Leitungen zu verlegen.

Die Elektriker bei der Arbeit. Quelle: Helge Treichel

Allerdings ist Detlef Bracht nicht ganz zufrieden: Neun Monate habe er auf die Baugenehmigung gewartet. Ursprünglich wollten die Möbelverkäufer bereits im Mai/Juni ihr neues Domizil in Mühlenbeck beziehen. Dort sind neben den Lagerbereichen und den Logistikzonen für das bequeme Be- und Entladen von Fahrzeugen auch ein rund 1000 Quadratmeter großer Ausstellungsbereich sowie eine Abteilung zum Reinigen und Aufarbeiten der Gebrauchtmöbel vorgesehen.

Ein Stück DDR-Geschichte

Die Berliner ASIMEX (Asimex Import-Export-Agentur) war eine der so genannten HVA-Firmen des Bereichs Kommerzielle Koordinierung (KoKo) von Alexander Schalck-Golodkowski.

Die Geschäftspolitik bestimmte die Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

Gründer und langjähriger Geschäftsführer der ASIMEX (Asbeck Import Export) war Günter Asbeck.

Günter Asbeck verließ 1981 die DDR. Das wurde zum schwersten „Verratsfall“ in der Geschichte von KoKo.

Von Helge Treichel

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