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Schelte für Zalando & Co.

Etwa 400 Menschen kamen zur Mai-Demonstration nach Hennigsdorf Schelte für Zalando & Co.

Donnerstagmorgen halb Zehn in Hennigsdorf: Die Straßen der Stadt sind fast menschenleer, nur die Polizei hat zu tun, die Kreuzungen abzusperren. Und schon ist das zu hören, was sich seit Jahren am 1.Mai abspielt.

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Mai-Demonstration auf dem Rathausplatz.

Quelle: Andrea Kathert

Hennigsdorf. Der Fanfarenzug führt die Demonstration an, die sich vom Postplatz durch die Innenstadt schlängelt. Besonders lang ist die Menschenreihe nicht. Zu sehen sind Plakate, wenige Transparente und viel Rot - die Farben der Gewerkschaften, der SPD und der Linken. Das sind auch schon die Hauptorganisatoren, die sich die Pur gGmbH und das Aktionsbündnis "Halt" zur Unterstützung noch ins Boot geholt haben.

Noch bevor Anke Stahl vom DGB Oberhavel zum Mikro greift, haben auf dem Rathausplatz die ersten Besucher eine Bratwurst und einen Becher Bier in der Hand. Auf der Bühne neben dem Rathaus folgen markige Gewerkschaftssprüche. Anke Stahl erinnert daran, dass man sich im Jahr der Betriebsratswahlen befände und, dass die Beschäftigten mitbestimmen sollen. Sie wettert gegen Leiharbeit und Werksverträge. Der Beifall der Zuhörer ist eher spärlich.

Mit entschlossener Miene.

Quelle: Andrea Kathert

Mehr Applaus bekommt da schon Verdi-Sekretär Uwe Diedrich, der kein gutes Haar an den Unternehmen Zalando und Amazon lässt. Die Kollegen an den beiden Standorten im Havelland werden weit unter den Tariflöhnen im Einzelhandel bezahlt. "Gewerkschaftsfeindlichkeit wird bei Amazon groß geschrieben", ruft Diedrich von der Bühne. Zalando hätte sogar öffentliche Fördermittel abkassiert. "Die Beschäftigten ausbeuten und dann weiterziehen, so was kennen wir doch." Als die Kollegen im Zalando-Lager in Marquardt ihre Absicht kundtaten, einen Betriebsrat gründen zu wollen, bekamen sie wenige Tage später die Nachricht, das Lager werde geschlossen. "Den Beschäftigten in Marquardt wurden Arbeitsplätze in Erfurt angeboten", schildert Diedrich. "Wir lassen das alles nicht zu", ruft er kämpferisch.

DGB-Sekretär Almagro Velazquez ist schon seit acht Jahren in Hennigsdorf dabei. "Ich schätze, das sind heute 400 Leute hier", sagt er. Den Eindruck, es kämen von Jahr zu Jahr weniger Menschen, kann er nicht teilen. "Mit Hennigsdorf sind wir sehr zufrieden, hier ist immer alles gut organisiert. "Nach einem Blick in die Runde auf dem Rathausplatz räumt Velazquez allerdings ein: "Naja, mit jungen Leuten sieht es etwas dünn aus."

Von Andrea Kathert

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