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Scheunenviertel ist Denkmal des Monats

Auszeichnung in Kremmen Scheunenviertel ist Denkmal des Monats

Im 17. Jahrhundert entstand am Rande von Kremmen ein Scheunenviertel. Noch heute ist es eine Attraktion. Am Freitagnachmittag sind vier der Scheunen auf dem Areal zum "Denkmal des Monats“ gekürt worden. Schon jetzt kommen viele Touristen – aber vor allem am Wochenende.

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Freude über die Auszeichnung (v. l.): Claudia Kunke von der AG Historische Stadtkerne, Oranienburgs Kurfürstin Louise-Henriette und Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde.

Quelle: Robert Roeske

Kremmen. Das Kremmener Scheunenviertel stand am Freitagnachmittag im Blickpunkt der Denkmalschützer. „Kremmen hat alles richtig gemacht“, sagte Jens-Peter Golde. Er ist Bürgermeister von Neuruppin und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne im Land Brandenburg. Diese AG hat gestern vier Gebäude im Scheunenviertel zum „Denkmal des Monats“ erkoren. Entsprechende Plaketten sind künftig an den Scheunen zu erkennen.

Als Goldes Sicht sei das Scheunenviertel ein gelungenes Beispiel für die Erhaltung und Sanierung von historischen Bauten. „Es ist aller Ehren wert, was hier aufgebaut worden ist.“ Damit meinte er die Sanierung der Scheunen an sich sowie, dass das Viertel mit Leben erfüllt ist. Dort befinden sich Gaststätten, Cafés, ein Theater und weitere kleine Läden.

Die Betreiber der Scheunen in Kremmen

Die Betreiber der Scheunen in Kremmen.

Quelle: Robert Tiesler

Zur Auszeichnungsveranstaltung kamen am Freitag einige Kremmener Stadtverordnete und Mitglieder von Vereinen. Das Interesse von einfachen Besuchern hielt sich ziemlich in Grenzen. Das ist auch noch ein Problem des Viertels: Am Wochenende ist es mitunter sehr gut besucht, innerhalb der Woche passiert hingegen noch nicht viel.

Da die Scheunenbetreiber Privatpersonen sind, hat die Stadtverwaltung auf das Konzept im Viertel wenig Einfluss. „Wir können nur insgesamt dafür sorgen, dass Kremmen noch attraktiver wird“, sagte Bauamtsleiter Bert Lehmann. Möglich sei zum Beispiel, dass neue Scheunen hinzugefügt werden. Darin könnten Leute wohnen und somit das Areal weiter beleben.

Zur Geschichte des Scheunenviertels

Die Entstehung des historischen Scheunenviertels am Stadtrand von Kremmen ist auf den kurfürstlichen Erlass von 1672 zurück zu führen. Kremmen wurde wie viele andere Städte der Mark immer wieder von Bränden heimgesucht. Der Erlass besagte, dass Futtermittel, Heu und Stroh nicht mehr innerhalb der Stadt gelagert werden durfte.

In den Jahren 1606 bis 1680 wurde Kremmen durch Brände fünfmal fast völlig zerstört. Die Bürger verloren ihre Lebensgrundlagen oder sogar ihr Leben. Daher verbot der Kurfürst bereits 1659 die Lagerung von Stroh im Wohnhaus, da durch die offenen Feuerstellen erhöhte Brandgefahr bestand. Per Erlass wurde dann der Bau von Scheunen vor den Städten verfügt, die bisherigen Lagerstätten mussten einer anderen Nutzung zugeführt werden, welche nachzuweisen war.

Aus diesem Grund wurde das Kremmener Scheunenviertel auch für das Motto „Vor-Städte – Ab in die Landschaft“ vorgeschlagen. Nun ist es das „Denkmal des Monats“ Juni 2015.

Lehmann war es auch, der das Scheunenviertel als „Denkmal des Monats“ vorgeschlagen hat. „Es ist unser Aushängeschild.“ So sieht das auch Ortsvorsteher Detlef Reckin (SPD). Aus seiner Sicht sei es wichtig, das Scheunenviertel gemeinsam mit der Altstadt zu vermarkten. Schon jetzt kämen Touristenbusse, die Besucher schauen sich dann nicht nur den Spargelhof an, sondern eben auch das Scheunenviertel und die Altstadt. Das müsse weiter forciert werden, so Reckin. In dem Zusammenhang müsse die Region als Ganzes besser vermarktet werden. Dazu würde Kremmen gehören, aber auch Oberkrämer und die Region rund um Linum. „Aber wir arbeiten schon jetzt eng zusammen“, so Reckin weiter.

Von Robert Tiesler

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