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Oberhavel Schild warnt jetzt vor „Schlechtester Straße“
Lokales Oberhavel Schild warnt jetzt vor „Schlechtester Straße“
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22:00 12.05.2017
Matthias Helm befestigt das Schild am Zootzener Ortseingang. Quelle: Halling
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Zootzen

Matthias Helm pocht die Halsschlagader, wenn er an die L 214 denkt. Jene Landesstraße, die von Zehdenick nach Fürstenberg führt. Genau die, die in der vergangenen Woche nach einer MAZ-Aktion von den Lesern zu „Oberhavels schlechtester Straße“ gekürt wurde. Am Freitag wurde ein entsprechendes Schild aufgestellt. Der Inhaber der Tischlerei und Fensterbau GmbH betreibt sein Geschäft in Zootzen. Er muss die L 214 nutzen. „Es gibt keine Alternative. Wer aus dem Ort raus will, muss diese Straße nutzen“, sagt er. Sie ist – insbesondere von Tornow bis Fürstenberg – ein reiner Flickenteppich. Jahrelang wurde nur ausgebessert. Die Straße befindet sich im „grünen Netz“, heißt: sie spiele keine besondere Rolle für eine Instandsetzung. Delle an Delle, ausgefahrene Seitenstreifen, Schlaglöcher, Linien, die nicht zu sehen sind – für Kraftfahrer gilt die Straße als das Schreckgespenst für alle Verschleißteile. Mitarbeiter von Matthias Helm transportieren ihre Produkte zu den Auftraggebern. „Wir müssen die Fenster doppelt einpacken, um sie unbeschadet über die Straße zu bringen“, klagt er. Aber auch die Rettungsfahrzeuge und Versorgungsfahrzeuge müssten die Huckelpiste benutzen.

Die Tür zum Ministerium ist auf

Für den Bredereicher Ortsvorsteher Gregor Klos steht fest: „Ich kenne keine schlimmere Straße. Seit 2003 kämpfen wir darum, dass sie erneuert wird.“ Der Unterausschuss Demografischer Wandel des Kreistages Oberhavel beschäftigte sich mit der Straße intensiv und sprach die einstimmige Empfehlung aus, dass sich der Landkreis damit befassen möge. Eine Chance wäre die Übernahme der Straße vom Land durch den Kreis. Olaf Bechert, als Geschäftsführer der Regio Nord und Kreistagsmitglied zuletzt Gast des Ausschusses, hätte einen Lösungsansatz parat: „Ministerin Kathrin Schneider sagte mir in einem Gespräch, dass das Land die Straße nicht sanieren wird. Es sei denn, der Kreis übernimmt sie.“ Die Bürgermeister aus Zehdenick, Arno Dahlenburg, und Fürstenberg, Robert Philipp, sowie der Granseer Amtsdirektor Frank Stege, sicherten zu, dass sich die Kommunen an Kosten beteiligen würden. Landrat Ludger Weskamp habe sich bei dem Thema L 214 konstruktiv gezeigt, so Olaf Bechert. „Es gibt also politische Zeichen. Nun muss ein Termin her, damit sich der Landrat und Frau Schneider treffen. Die Tür ist auf.“ Der CDU-Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann bezeichnet die L 214 als seine Lieblingsstraße: „Ich fahre regelmäßig dort entlang – und hebe ab“, so der Lychener. Er weiß um die Konstellation Landkreis/Land und wird sich für die Nutzer der Straße stark machen. Am Freitag bekam er mit dem Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler einen Termin bei Ministerin Schneider; der ist am 6. Juli. „Ich glaube nicht, dass dieses Jahr noch gebaut wird, aber ich möchte einen Zeitplan wissen.“

So lange die L 214 eine Hoppelpiste ist, so lange wird das aufgestellte MAZ-Schild noch stehen bleiben.

Der Endstand:

1. L 214 zwischen Fürstenberg und Tornow (14067) 48.11%

2. Schäfereiweg in Zehlendorf (13695) 46.84%

3. Alte Dorfstraße in Groß-Ziethen (574) 1.963%

4. L 215 zwischen Zehdenick und Kurtschlag (315) 1.077%

5. Schönfließer Straße (L 171) in Hohen Neuendorf. (197) 0.673%

6. L 20 zwischen Velten und Pinnow (162) 0.554%

7. Straße zwischen Klein-Mutz und Osterne (98) 0.335%

8. Verbindungsstraße zwischen Sommerswalde und Hohenbruch (55) 0.188%

9. Wernigeroder Straße in Oranienburg (49) 0.167%

10. Breitscheidstraße in Borgsdorf (23) 0.078%

Von Stefan Blumberg

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