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Oberhavel: Rauschgiftring aufgeflogen

Drogenprozess in Oranienburg Oberhavel: Rauschgiftring aufgeflogen

Ein 51-jähriger mutmaßlicher Drogendealer stand am Mittwoch vor dem Oranienburger Schöffengericht. Er musste sich für den Handel mit mehreren Kilogramm Kokain verantworten, die er vom Norden Deutschlands nach Schildow im Landkreis Oberhavel gebracht und versuchte hatte sie gewinnbringend zu verkaufen.

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Vor dem Oranienburger Schöffengericht musste sich am MIttwoch ein 51-Jähriger verantworten.

Quelle: dpa

Oranienburg. Dem Angeklagten wird unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. „Ich stehe da, als ob ich der Dealer war und auch das Geld besorgt hätte – beides ist unwahr“, verteidigte sich Thomas Ü. vor dem Schöffengericht in Oranienburg. Er wäre zwar in den zwei Fällen, um die es bei dem Prozess geht, bei der Übergabe von Kokain dabei gewesen, hätte aber von dem eigentlichen Geschäft nichts gewusst. Er sei aus reiner Gefälligkeit mit dem Dealer mitgefahren in der Hoffnung, dass für ihn als Konsument ein bisschen „Stoff“ abfallen würde.

Die Anklage wirft dem 51-Jährigen dagegen vor, dass er 2,5 Kilogramm Kokain ( Preis 38 Euro pro Gramm) im Juli 2008 mit einem Pkw von Cuxhaven nach Berlin beziehungsweise Schildow gebracht haben soll, um es gewinnbringend zu verkaufen. Dazu soll er sich 5000 Euro als Anzahlung beschafft haben.

Und weiter, im Dezember des gleichen Jahres soll der Angeklagte den Verkauf von 50 Gramm Kokain für 2300 Euro an einen Kunden Namens „Arno“ vermittelt haben. Der Deal erfolgte auf einem Parkplatz in Schildow.

Verdeckter Ermittler

Dieser Arno war allerdings ein verdeckter Ermittler vom LKA. So flog die Sache auf und den Fahndern ging mit Burghard W. der Kopf des Rauschgiftringes ins Netz. Der wurde vom Landgericht Neuruppin zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und saß nun als Zeuge vor den Richtern in Oranienburg. Der 54-Jährige wohnte zur Tatzeit genau wie der Angeklagte in Bergfelde.

Burghard W. entlastete mit seiner Aussage den Angeklagten. Thomas Ü. wäre in Cuxhaven dabei gewesen, hätte auch gewusst, dass es um Kokain ginge, aber nichts über Mengen und Geld. Die 5000 Euro Anzahlung wären Unsinn, denn er habe das Kokain immer in Kommission bekommen. Es stimmt, dass er den „Arno“ durch Thomas Ü. kennen gelernt und an den die besagten 50 Gramm Kokain verkauft habe. Danach habe er jedoch nur noch direkt mit dem vermeintlichen Kunden verhandelt. Als dieser 1,3 Kilogramm Kokain für 54 000 Euro bestellte, sei er misstrauisch geworden, sagte der Zeuge weiter aus. Denn die vorher verkauften 50 Gramm waren von minderer Qualität, die Arno aber nicht moniert hatte. Deshalb habe er sich auf den Deal nicht mehr eingelassen.

Nach dieser Aussage baute der Staatsanwalt dem Angeklagten eine „ goldene Brücke“, in dem er meinte, man könne ja entgegen der Anklage nun nur noch von einer Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln ausgehen. Da die Sache sieben Jahre zurückliege, wäre er mit einer einjährigen Bewährungsstrafe zufrieden, bot der Ankläger an. Dieses Friedensangebot schlug Thomas Ü. erstaunlicherweise aus. So wird im August mit der Vernehmung des verdeckten Ermittlers „Arno“ der Prozess fortgesetzt und voraussichtlich dann das Urteil gesprochen.

Von Helmuth Schneider

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