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Oberhavel Schiss vor dem nächsten Buch
Lokales Oberhavel Schiss vor dem nächsten Buch
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18:20 20.10.2016
Gern signierte Wladimir Kaminer vor und nach der Lesung in Oranienburg sowie in der Pause sein neusten Buch für eine begeisterte Leserschaft. Quelle: Bert Wittke
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Oranienburg

Wladimir Kaminer hat am Mittwochabend in Oranienburg etwas geschafft, was in der Vergangenheit eher selten zu beobachten war: Die Leute in der bis auf den letzten Platz gefüllten Orangerie haben über das Thema Flüchtlinge herzhaft lachen können. Und das quasi fast pausenlos. Eigentlich hatte der in Russland geborene Bestseller-Autor an diesem Abend dafür sorgen wollen, das möglichst viele Leute sein neusten Buch „Meine Mutter, ihre Katze und der Staubsauger“ kaufen. Und die eine oder andere Geschichte daraus gab er dann auch zum Besten. Aber immer wieder unterbrach der fortwährend zum Spaßen aufgelegte Alleinunterhalter seine Präsentation für kleine Anekdoten, die sich zumeist um Erlebnisse mit Flüchtlingen drehten. Ganz so zufällig, so verriet er, passiere das allerdings nicht. Schließlich wolle er sein nächstes Buch über das Flüchtlingsthema schreiben. Allerdings habe er gegenwärtig noch „ein wenig Schiss“ davor. Bestehe doch die Gefahr, dass ein solches Werk womöglich am Ende zu pathetisch ausfalle. Oder aber er drifte dabei in eine allzu große Wir-schaffen-das-Euphorie ab und ernte deshalb von einem Teil der Leserschaft geharnischte Kritik. Die Heiterkeit und vielfaches zustimmendes Nicken der Zuhörerschaft in der Orangerie sollten ihm jedoch genügend Mut für sein Vorhaben gemacht haben.

Fast zwei Stunden agierte Wladimir Kaminer auf der Bühne als bestens gelaunter Alleinunterhalter und schilderte dabei so manche amüsante Anekdote aus seinem neusten Buch – und aus seinem Leben. Quelle: Bert Wittke

Auch die, die am Mittwochabend nicht zur Lesung gekommen waren, werden dann erfahren, was der Finnland-Fan Kaminer in dem nordischen Land erlebte, als vier Flüchtlinge vor dem Gang in die Sauna die Hosen runterlassen sollten. Und vermutlich wird auch Kaminers Tochter eine Rolle spielen. Die hatte dabei geholfen, Deutschprüfungen von Ausländern abzunehmen und dabei erfahren müssen, dass für ein Bestehen mitunter ein Satz genügt: „Schöne Frau, alles gut!“

Über Kaminers 84-jährige Mutter erfuhren die Zuhörer zum Beispiel, dass sie im hohen Alter plötzlich Lust verspürt, auf Weltreise zu gehen, obwohl sie sonst sogar den Weg zur Kaufhalle um die Ecke scheut. Außerdem liege die Dame dauerhaft im Clinch mit einer sprechenden Gesundheitsuhr, weil die ihr dauernd Tipps zum Abnehmen geben will. Dabei hat es die Frau bereits mit einem Hometrainer versucht. Dann fand aber zum Glück die Stiftung Warentest Schadstoffe in den Griffen des Fahrradtrainers und die Seniorin hatte wieder ihre Ruhe. Natürlich hat auch Kaminers Mutter ihre Erlebnisse mit Asylsuchenden, aber wie sie in einem Schwimmbad auf einer „Flüchtlingswelle“ surfte, das können Unwissende dann im nächsten Buch nachlesen.

Von Bert Wittke

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