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Oberhavel Schlechte Luft in der Grundschule?
Lokales Oberhavel Schlechte Luft in der Grundschule?
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00:21 18.09.2017
Die Altbauten der Linden Grundschule wurden 1885 und 1894 errichtet. Das verbindende Kommunikationszentrum wurde 2017 eingeweiht. Quelle: Foto: INGO PAHL
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Velten

Ein Antrag der Fraktion von Pro Velten sorgte auf der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag für eine, angesichts des Wahlkampfes, lebhafte Diskussion. Erst nach einer Gedanken lüftenden und erhitzten Gemüter abkühlenden Unterbrechung, waren alle Abgeordneten wieder in der Lage, gemeinsam einen – sogar nahezu einstimmigen – Beschluss zu fassen.

Auch bei dem Antrag ging es um schlechte Luft, die nach Hinweisen von Eltern in den Altbauten der Veltener Linden Grundschule herrschen soll. Stefan Gansel (Pro Velten), selbst Vater eines Linden-Schülers, erklärte in der Sitzung, dass man, um das subjektive Empfinden der Eltern mit verwertbaren Zahlen zu untermauern, in Abstimmung mit der Schulleitung, im Mai zwei mehrtägige Messungen der Luftgüte vorgenommen habe. Gansel skizzierte dazu ein experimentelles Verfahren von Max von Pettenkofer, der sich als Chemiker mit dem Thema Raumluft befasst hatte.

So sei Kohlendioxid ein guter Indikator für „verbrauchte Luft“, erklärte Gansel weiter, denn mit steigender CO2 -Konzentration nehme die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit ab, Müdigkeit und Infektionsrisiko würden jedoch zunehmen. Gansel verwies auf den sogenannten Pettenkofer-Wert, mit dem die CO2 Konzentration klassifiziert werde. So hätten die Messungen in der Schule deutliche Überschreitungen dieses Wertes ergeben, so dass man bereits auf der Schulkonferenz über das Thema „schlechte Luft“ gesprochen habe, so Gansel.

Einfach lösen ließe sich das Problem mit konsequentem Querlüften der Räume nach jeder Schulstunde, was jedoch nur ungenügend erfolge, so die Kontrollbeobachtungen des Pro-Velten-Vertreters. Zum Teil aus Sicherheitsgründen (Unfallgefahr) und aus organisatorischen Gründen, weil die nötigen Schlüssel für die Fenster fehlen würden, ergänzte Susanne Mihatsch (Pro Velten). Gansel: „Die Situation ist besorgniserregend und es besteht Handlungsbedarf.“ Daher soll die Stadt, so der Antrag, als Trägerin der Schule, ein entsprechendes Belüftungskonzept erstellen und Luftgütemessgeräte installieren, damit die Lehrer ständig die CO2-Konzentration kontrollieren können.

Andreas Noack (SPD) hinterfragte, warum Gansel mit der Information bis zur Stadtverordnetenversammlung gewartet, und nicht sofort die Verwaltung informiert habe, wenn die Situation doch so dramatisch sei. „Man muss den Zustand ernst nehmen“, so Noack, bat jedoch darum, auf Panikmache bei den Eltern zu verzichten. Beschlossen wurde schließlich die Erstellung eines Belüftungskonzeptes und die Überprüfung des Einbau von Luftgütemessgeräten.

Von Ulrike Gawande

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