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Schmiede mit kulturellem Anspruch

Schwante Schmiede mit kulturellem Anspruch

Die „Freunde der Kulturschmiede“ in Schwante sind nicht nur ein emsiger Verein. Sie sorgen auch für viel Kultur im Oberkrämer-Ortsteil. Dabei hat eigentlich alles mit einem speziellen Fest zum 100. Geburtstag des Storchennestes oben auf dem Dach begonnen.

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Die Kulturschmiede in Schwante ist ein Anlaufpunkt für Kulturinteressierte aus nah und fern geworden.

Quelle: Robert Roeske

Schwante. Der große Stein, eingelassen in die Mitte des Fußbodens, fasziniert die Besucher der Kulturschmiede in Schwante jedes Mal aufs Neue. „Das ist der Grundstein des Dorfes Schwante“, beteuert Dieter Blumberg und schmunzelt dabei geheimnisvoll.

Dort und in der angeschlossenen Landmaschinenwerkstatt hat er seinen Beruf gelernt: Hufschmied und Schlosser. Ende der 1960er-Jahre musste der damalige Schmied, Hans Joachim Berner, seinen Betrieb mangels Aufträgen schließen, denn die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) hatten inzwischen eigene Werkstätten aufgebaut.

Die 1849 gebaute Schmiede verfiel. Nach der Sanierung des Gebäudes, ab 2004, zog dort neues Leben ein. Begeistert von der Atmosphäre des großen Raumes und der guten Akustik organisierten Dieter Blumberg und Freunde des Schmiedemeisters, der sich immer für das Haus und vor allem für das Storchennest auf dem Schornstein verantwortlich fühlte, spontane Veranstaltungen. Bibliothekarin Margot Deetz und Ortsvorsteher Dirk Jöhling unterstützten ihn.

Albrecht Kleye (l) und Dieter Blumberg

Albrecht Kleye (l.) und Dieter Blumberg

Quelle: Helga Müller-Schwartz

„Das weckte die Lust auf Kultur“, sagt Dieter Blumberg. Die Ehepartner halfen. Ute Spiegel, Heike und Ronald Behrends vom Jugendclub in Schwante, die das herbstliche Drachenfest organisieren, waren auch dabei. „Und plötzlich kam da noch Albrecht Kleye dazu“, so Dieter Blumberg. Neubürger Ali Kleye sah den schönen Raum, erkannte schnell die „verdammt gute Akustik“ und wusste sofort: „Hier kann gehobene Kultur installiert werden“. Einen Großteil seines Lebens hatte er in der Berliner Kulturbranche gearbeitet. Er organisierte die Berliner „Bach-Tage“ oder Veranstaltungen in der Waldbühne. Noch heute hat er gute Verbindungen zu Künstlerkreisen.

Das kam dem Verein der „Freunde der Kulturschmiede Schwante“ gerade recht, der sich 2012 mit Dieter Blumberg an der Spitze gründete. Das Ziel: Hausherr in der Schmiede bleiben zu dürfen und die Kulturszene der Gemeinde Oberkrämer zu bereichern. Inzwischen ist die „Kulturschmiede Schwante“ weit über die Grenzen von Oberhavel hinaus bekannt.

Als sich die Gruppe 2007 mit dem Anspruch „Kulturschmiede“ im Wohnzimmer von Heike und Ronald Behrends spontan trafen, ging es nur um „100 Jahre Storchennest“. Heike Behrends hatte die Idee, den Storch mit einem Weinfest zu begrüßen. Dieser erste Weinabend 2008 war so erfolgreich, dass seither jede Kultursaison damit eröffnet wird. Heike Behrends hat sich zur Weinexpertin entwickelt und Kontakte zu vielen Winzern aufgenommen.

Inzwischen hat Dieter Blumberg den Vereinsvorsitz an Ali Kleye übergeben, der als „Programmdirektor“ fungiert. Er selbst kümmert sich verstärkt um die Schmiede und um den Storch. Der Storch auf dem Schornstein, ein Wahrzeichen von Schwante, ist das Sorgenkind von Dieter Blumberg. Mit der auf dem Nachbarhaus installierten Kamera, wird den Menschen auf der Straße Gelegenheit geben, die Vögel zu beobachten. Wind und Wetter haben der Kamera zugesetzt. Eine neue Videokamera hofft Blumberg bis kommenden März installieren zu können. Alle Spenden an den Verein und der Erlös aus den Einnahmen der Verköstigung des Publikums fließen in dieses Projekt.

Aber auch den Störchen machte das Wetter in den letzten vier Jahren zu schaffen. Höchstens ein Junges pro Jahr kam durch. Seit fünf Jahren komme immer der gleiche Storch. Die Weibchen wechseln.

Zahlreiche Besucher kommen immer wieder gern in die Kulturschmiede. Des urigen Raumes und der guten Akustik wegen. Und wegen der Künstler, die hier immer wieder gern auftreten. Viele Leute sind gespannt, welche Kultur hier wohl 2017 geschmiedet wird.

Von Helga Müller-Schwartz

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