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Schnee sorgt für Probleme

Wintereinbruch in Oberhavel Schnee sorgt für Probleme

Der Schnee hat vor allem den Süden von Oberhavel voll im Griff. Während es in der Nacht ruhig blieb, kam es am Mittwochvormittag in Mühlenbeck und Borgsdorf zu Unfällen. Probleme gibt es auch bei der S-Bahn. Autofahrer kritisieren den Winterdienst. Aus Sicht der Verantwortlichen laufe aber alles gut.

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Ein Lkw rutschte nahe der Autobahnabfahrt Mühlenbeck in den Graben. Der Fahrer wurde schwer verletzt.   Quelle: Helge Treichel

Oberhavel. Was mit ein paar Flocken am Dienstagnachmittag begonnen hatte, führte am Mittwoch zu zahlreichen Unfällen, schwerpunktmäßig auf den hiesigen Autobahnen A 10, A 24 und A 111, sagt Polizeisprecher Thoralf Reinhardt: „In der Regel kommen mehrere Ursachen zusammen, bevor es zum Unfall kommt – zum Beispiel Fahrfehler, unangepasste Geschwindigkeit, Unaufmerksamkeit, zu geringer Abstand und Vorfahrt oder ähnliches.“

Der Winter hat vor allem den Süden von Oberhavel mit rund zehn Zentimetern Neuschnee voll im Griff. Nördlich von Löwenberg wird die Schneedecke dünner, um ab Gransee ganz zu verschwinden.

Bis 4 Uhr waren zunächst keine Unfälle im Bereich Oberhavel registriert worden, so Reinhardt. Dann jedoch rutschte ein Berliner Pkw zwischen Kremmen und dem Dreieck Havelland in den Graben. Schaden: rund 2000 Euro. Bis 13 Uhr hätten sich auf den Autobahnen der Polizeidirektion Nord insgesamt 19 Unfälle ereignet, mutmaßlich vorrangig infolge nicht angepasster Geschwindigkeit an die Witterungsverhältnisse. Gezählt wurden acht Unfälle auf der A 24, sieben auf der A 10 (Nördlicher Berliner Ring) sowie vier auf der A 111 zwischen der Landesgrenze Berlin und der A 10.

Der 41-jährige Fahrer eines mit Pappe beladenen Sattelschleppers aus dem

Die Verkehrsführung war auf eine Spur eingeengt worden

Die Verkehrsführung war auf eine Spur eingeengt worden. Der Sattelschlepper wurde zwischen 23 Uhr und 0.12 Uhr geborgen. Dabei kam es zu einer dreiminütigen Vollsperrung.

Quelle: Helge Treichel

Landkreis Märkisch-Oderland wurde schwer verletzt, als er bei einem Überholmanöver gegen 10.30 Uhr auf der A 10 zwischen Birkenwerder und Mühlenbeck in den Graben rutschte. Der Fahrer erlitt einen schweren Schock und musste von Feuerwehrleuten aus dem Fahrerhaus gerettet werden. Er wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Berlin-Buch gebracht. Auf der A 10 musste an der Stelle der Standstreifen und der rechte Fahrstreifen gesperrt werden. Durch die Einengung auf eine Fahrspur kam es zum Stau. Sattelzugmaschine und Anhänger verkeilten sich ineinander, was eine komplizierte Bergung des Sattelzuges notwendig machte, die in der Nacht zu Donnerstag stattfand. Der Sattelschlepper wurde zwischen 23 Uhr und 0.12 Uhr geborgen. Dabei kam es gegen 23.20 Uhr zu einer dreiminütigen Vollsperrung, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Der Sachschaden belaufe sich auf rund 10 000 Euro.

Bei einem Unfall mit drei Fahrzeugen auf der A 111 in der Nähe des Rasthofes Stolpe wurden bereits am Morgen gegen 5.30 Uhr zwei Personen leicht verletzt. Beide wollten ihre Hausärzte aufsuchen. Eine 54-jährige Pkw-Fahrerin wechselte vom Beschleunigungstreifen auf den rechten Fahrstreifen, stieß mit einem Lkw zusammen, wurde dadurch wieder auf den linken Streifen geschoben und kollidierte deshalb noch mit einer Sattelzugmaschine. Schaden hier: zirka 11 000 Euro. Die Fahrzeugführerin klagte über Schmerzen am Arm.

Neben den 19 Unfällen auf den Autobahnen registrierte die Polizei lediglich zwei weitere im Landkreis Oberhavel. Ein Räumfahrzeug war um 10.52 Uhr in Borgsdorf in einen Unfall verwickelt. Beim Einordnen in den laufenden Verkehr kollidierte es an der Karl-Marx-Straße, Ecke Dornbuschweg mit einem anderen Auto. Kurz hinter dem Ortsausgang von Oranienburg in Richtung Schmachtenhagen landete gegen 8.30 Uhr ein Kleinwagen im Graben. Der junge Fahrer konnte sein Fahrzeug mit Unterstützung wieder frei bekommen. In den Vormittagsstunden lag auf der B 273 nach Schmachtenhagen und Wensickensorf sowie auf der Straße nach Zehlendorf noch so viel Schnee, so dass die Autofahrer sehr langsam fahren mussten, es hatten sich Spurrinnen gebildet. Das selbe galt für die Strecke Lehnitz – Summt.

Ganz andere Straßenverhältnisse herrschten hinter Zehlendorf bis nach Liebenwalde. Dort hatte es weniger geschneit, die Straßen waren offenbar trotzdem geräumt worden, die Fahrbahnen waren frei. In der Stadt Liebenwalde hatte der Winterdienst, für den die Firma Klemz zuständig ist, schon zeitig für freie Gehwege gesorgt. In der Altstadt waren die Kopfsteinpflasterstraßen bereits am frühen Vormittag mit Sand gestreut.

Störungen haben am Mittwochmorgen auch für Beeinträchtigungen bei der S-Bahn gesorgt. Auf der Linie der S8 sorgte ein defekter Triebwagen am Bahnhof Schönfließ für Verspätungen und Ausfälle.

Gut „in die Spur gekommen“ ist in Sachen Winterdienst nach den Worten von Mathias Gorisch, Leiter der Straßenmeisterei Nassenheide. Bereits ab Montag um 2.30 Uhr seien die Mitarbeiter unterwegs gewesen und hätten insbesondere überfrorene Brückenrampen wie zum Beispiel an den Autobahnbrücken zwischen Borgsdorf und Velten mit einem Salzlaugengemisch befahrbar gehalten. Am Mittwoch seien alle 22 Mitarbeiter mit allen sechs Fahrzeugen in zwei Schichten im Einsatz gewesen. Damit die Räumarbeiten schneller vorankommen, habe seine Behörde zusätzlich Fremdpartner mit drei Fahrzeugen eingebunden, so Gorisch.

Die Straßenmeisterei in Nassenheide ist für die Landes- und Bundesstraßen zuständig. Der Winterdienst klappe problemlos, schätzt Gorisch ein. Auch die Fahrzeuge würden stets anspringen, denn sie stünden in einer beheizten Halle. Gorisch weiter: „Salz haben wir auch genug, das kriegen wir diesen Winter nicht alle.“ Zum Wochenende sind schon wieder Plusgrade vorhergesagt. Sollte es auf gefrorenen Boden regnen und Glatteis entstehen, seien die Leute von der Straßenmeisterei mit Bereitschaftsdiensten darauf vorbereitet.

Dass alles problemlos geklappt habe, diesen Eindruck konnten sehr viele Autofahrer am Mittwoch ganz und gar nicht teilen. Helga Strick aus Teschendorf beschwerte sich, dass bis 12 Uhr noch viele Straßen spiegelglatt gewesen seien. „Es kann doch nicht sein, dass die das nicht schaffen“, sagte sie am Mittwochmittag. Sie forderte, dass mehr für die Sicherheit der Fußgänger und Autofahrer getan werde. Auch auf den Autobahnen lief längst nicht alles gut. Auf der A 111 in Richtung Berlin staute sich der Verkehr.

In der Kreisstadt Oranienburg waren die 16 Mitarbeiter des Stadthofes mit 13 Fahrzeugen seit Dienstag 19 Uhr auf den kommunalen Straßen im Einsatz. Ein Kleintraktor sei nicht angesprungen, obwohl er mit Winterdiesel betankt war, berichtet Stadthofchef Gerd Weidemann. Auf die Straßen sei Salz gestreut worden. Das habe am Mittwochfrüh jedoch erst Wirkung gezeigt, nachdem der Verkehr ins Rollen gekommen war. Wenn es ständig weiter schneit, so Weidemann, mache es auch keinen Sinn, Unmengen Salz auf den Schnee zu streuen und dann den Schnee wieder zur Seite zu schieben. Auf eventuelles Glatteis sei der Stadthof ebenfalls gut vorbereitet, sagt Weidemann.

Von Robert Tiesler, Marion Bergsdorf und Helge Treichel

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