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Oberhavel Schöne Stunden auf dem Tennisplatz
Lokales Oberhavel Schöne Stunden auf dem Tennisplatz
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00:18 09.06.2017
Die kleine Gruppe aus Falkensee freute sich über den Besuch, Bestatterin Claudia Tielitz (5.v.l.) begrüßte die geistig Behinderten in Bärenklau. Quelle: Fotos: Paetzel
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Bärenklau

Es ist ein kühler Sonnabend, gerade ist ein Sommerregen über Bärenklau niedergegangen. Ines Hackbarth stützt sich auf ihren Rollator, raucht eine Zigarette und schaut auf den Tennisplatz. Um sie herum wuseln alle, bereiten ein Grillfest vor. Doch Ines rührt sich nicht, sie nimmt den nächsten Zug. Die 49-Jährige kam gesund auf die Welt, mit zwei Jahren erkrankte sie an Meningitis. Seitdem ist Hackbarth geistig behindert. Sie ist am Sonnabend mit ihrer Gruppe aus der Falkenseer „Lebenshilfe Havelland“ mit zwei Bussen nach Bärenklau gekommen, um auf dem Tennisplatz und in der Blockhütte im Ort ein paar schöne Stunden zu erleben. Essen, Reden und ein bisschen Sport. Neben Volleyball konnten die geistig und körperlich behinderten Menschen einen Buggy benutzen, der sonst für Rundfahrten auf dem Gelände gemietet werden kann.

„Ich find’s schön hier“, sagt Ines Hackbarth schließlich und blinzelt verschmitzt. Mehr will sie dem Reporter gerade nicht erzählen. Oft kommen sie und die anderen Menschen mit Handicap am Wochenende nicht aus ihrem Wohnheim in Falkensee. Wochentags arbeitet Hackbarth in einer Fliedner-Werkstatt für Behinderte im Ort, aktuell sortiert sie dort Schrauben. „Das macht mir Spaß“, sagt die 49-Jährige. Nur die Freizeit, die wird ihr manchmal etwas langweilig. Ab und an fahren sie und andere Bewohner mit ihren Betreuern am Wochenende mal einkaufen. Einmal im Jahr gibt es auch eine Fahrt in Städte wie Leipzig, Rostock oder Dresden – hier sind Tierparkbesuche Pflicht. „Viel mehr ist finanziell für die Bewohner nicht machbar, sie verdienen ja nicht viel Geld in der Behindertenwerkstatt oder haben eine kleine Rente“, erklärt Betreuerin Veronika Bernstein. Dazu kommt, dass viele der Bewohner kaum noch Familie haben. Deshalb seien Ausflüge wie jener am Sonnabend eine willkommene Abwechslung.

Organisiert hat das Fest die Bärenklauer Bestatterin Claudia Tielitz, die einen guten Draht nach Falkensee hat. „Ich will den Menschen ein paar schöne Stunden machen“, sagt die 48-Jährige. Vor zwei Jahren hat ihr Mann den Kampf gegen den Krebs verloren, trotz Operation. Claudia Tielitz führte das Bestattungsunternehmen weiter und wollte krebskranken Kindern helfen. Doch sie kann sich mit der tückischen Krankheit noch nicht wieder konfrontieren. „Deshalb helfe ich Behinderten und Senioren, die niemanden mehr haben“, sagt Tielitz, die sich auch in Altenheimen engagiert.

Geholfen haben ihr bei dem Fest unter anderem der Früchte-Franz-Fruchthof aus Berlin, ein Fleischgroßmarkt sowie der Betreiber der Freizeitanlage Klaus Klatt, der sein Gelände für das Fest zur Verfügung stellte. „Ich bin kerngesund, da helfe ich gerne anderen, die nicht so viel Glück hatten“, sagt Klatt. Eine Neuauflage ist wahrscheinlich.

Von Marco Paetzel

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