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Oberhavel Schönes Haus, große Sorgen
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02:16 22.03.2018
Petra Heinz findet etwas Zerstreuung an ihrer Staffelei. Unter anderem hat sie hier ein Bild ihrer Töchter gemalt. Quelle: Robert Roeske
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Velten

Es ist ein bitterkalter Märztag, Petra Heinz rührt in ihrer Kaffeetasse und lässt den Blick durchs Fenster in den Garten schweifen. „Uns geht es gar nicht gut, der Krebs ist zurück“, sagt sie schließlich. Im Mai 2016 bekam Familienvater Peter Heinz die schockierende Diagnose: Er leidet an einem Multiplen Myelom – eine unheilbare Krebserkrankung, die die Knochen angreift und das Knochenmark vernichtet. „Halswirbel und Becken sind durchlöchert. Nach jedem Sturz könnte er im Rollstuhl sitzen.“ Auch Petra Heinz ist nicht gesund, sie ist psychisch schwer krank.

Und weil die beiden nach ihren Diagnosen nicht mehr dazu in der Lage waren, das Elternhaus von Petra Heinz zu sanieren, meldete sie ein Freund bei der RTL 2-Serie „Zuhause im Glück an.“ Im März 2017 stand ein Handwerkerteam und Moderatoren vor der Tür, um das baufällige Haus, Baujahr 1928, für die Familie herzurichten. Immerhin sind Petra und Peter 2012 auch Eltern geworden, und das gleich dreifach: Die Drillinge Karolina, Anna und Viktoria sind absolute Wunschkinder.

Eine Zeit, in der haufenweise kleine Wunder passiert sind

Die Hilfe des Fernsehteams möchte Petra Heinz nicht missen. Das Haus in der Kochstraße ist heute komplett saniert und liebevoll eingerichtet, auch der verwilderte Garten des Grundstücks kann sich heute sehen lassen. „Da können die Kinder jetzt schön toben“, sagt Petra Heinz. Die acht Tage mit dem Fernsehteam beschreibt die 35-Jährige als eine Zeit, in der haufenweise kleine Wunder passiert sind. Handwerker und Fernsehteam seien sehr herzlich gewesen. Als etwa eine Wand einzustürzen drohte, habe Moderatorin Eva Brenner kurzerhand geholfen. „Sie hat einfach mit angepackt.“ Auch nach Ende der Dreharbeiten hat die Familie weiter Kontakt zum Fernsehteam, der Regisseur schreibt zu Weihnachten und Neujahr, weil ihn die Geschichte der Familie berührt hat.

Das Fernsehteam in Velten. Quelle: privat

Doch nun stehen die Veltener vor der nächsten ganz großen Herausforderung. In diesen Tagen sind sie ständig unterwegs bei Ärzten, fast 100 Termine hatte die Familie in diesem Jahr schon. Besonders quält Petra Heinz die Frage, wie ihrem Mann geholfen werden kann. Schon im Oktober 2016 bekam er eine Eigenspende, um dem Krebs Einhalt zu gebieten – doch seine Werte verschlechterten sich immer mehr. „Es ist jetzt so schlimm, dass die nächste Transplantation fällig ist“, sagt die junge Mutter. Dieses Mal könnte es sein, dass eine Eigenspende für Peter Heinz nicht reicht und er auf einen Spender angewiesen ist. „Die Sterberate bei diesen Spenden liegt aber bei etwa 15 Prozent“, weiß Petra Heinz.

Wie ein Sechser im Lotto

Ein weiteres riesengroßes Problem ist es, einen Spender zu finden. Denn dafür müsste ihr Mann irgendwo auf der Welt so etwas wie einen genetischen Zwilling haben – das ist so etwas wie ein Sechser im Lotto. „Wir hoffen, dass ihm vielleicht sein jüngerer Bruder Thomas helfen kann“, sagt Petra Heinz.

Doch die nackte Statistik ist grausam: Rund 95 Prozent der Patienten, so hatte es ihnen ein Arzt erklärt, verlieren innerhalb der ersten elf Jahre den Kampf gegen den heimtückischen Krebs. „Dann haben wir jetzt noch etwa neun Jahre Zeit.“ Mit ihren Töchtern redet Petra Heinz auch über das Thema Tod, so wie es Psychoonkologen und Kinderpsychologen empfohlen haben.

Ablenkung an der Staffelei

Zerstreuung findet Petra Heinz an ihrer Staffelei, die Veltenerin malt leidenschaftlich gern. Sie und ihr Mann sind Erwerbsunfähigkeitsrentner, mit ihren Bildern verdient die junge Mutter etwas dazu. Irgendwann will sie aber wieder arbeiten gehen. „Schließlich“, sagt Petra Heinz, „bin ich irgendwann mit den Kindern allein.“

Familie Heinz in glücklicheren Tagen. Quelle: privat

Von Marco Paetzel

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