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Oberhavel Schrei-Baby-Ambulanz: Hilfe für Eltern
Lokales Oberhavel Schrei-Baby-Ambulanz: Hilfe für Eltern
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10:46 13.09.2015
Christina Schmidt (l.) mit ihrem acht Monate alten Luca und Hebamme Uta Lamprecht. Quelle: Foto: Robert Roeske
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Oranienburg

Christina Schmidt war am Rande ihrer Kräfte. „Ich konnte wochenlang nicht schlafen, Luca hat nur geschrien.“ Luca ist Christina Schmidts Sohn. „Er hat die Augen aufgemacht und nicht wieder aufgehört zu schreien.“ Christina Schmidt hat alles probiert, ihr Sohn ließ sich nicht beruhigen. „Nach den ersten Wochen hatte ich zwölf Kilo abgenommen.“ An Schlafen in ihrem eigenen Bett war nicht zu denken. Die Nächte verbrachte sie auf dem Sofa, eine Hand immer am Kinderwagen, um Luca hin und her zu schieben. Nur aus Erschöpfung schlief der kleine Kerl dann irgendwann ein.

Christina Schmidt ist alleinerziehende Mutter. Hilfe aus ihrem Umfeld hatte sie nicht. „Meine Mutter kam dann einmal in der Woche.“ Doch Lucas Großmutter ist selbst noch berufstätig, musste immer aus Neustadt/Dosse anreisen. „Diese Tage habe ich dann wenigstens genutzt für Behördengänge“, erzählt Christina Schmidt. Mit ihrem schreiende Baby traute sie sich auch nicht zu Ämtern oder zum Einkaufen. „Ich hatte auch immer Angst, die Nachbarn könnten sich mal beschweren.“

Jetzt könne Mutter und Sohn lachen. Quelle: Robert Roeske

Die 36-jährige Frau wusste sich keinen Ausweg. Im Krankenhaus konnte ihr niemand einen Ansprechpartner nennen. Das einzige , was sie zu hören bekam: „Na, das ist eben ein Schreikind.“ Das half der jungen Mutter auch nicht weiter. Doch dann erfuhr Christina Schmidt von einem Angebot im Eltern-Kind-Treff: der „Schrei-Baby-Ambulanz“.

Seit April bietet Hebamme Uta Lamprecht ihre Ambulanz an. „Wenn Kinder ständig schreien, wissen Eltern nicht mehr, was sie tun sollen.“ Manche würden nach monatelangem Schlafentzug in ihrer Verzweiflung die Kinder schütteln. Uta Lamprecht beginnt mit Gesprächen, mit Halteübungen und Massagen, sie versucht, die Mutter erst mal zu beruhigen. „Die Eltern können erst mal ihren ganzen Schlamassel loswerden.“ Viele hätten Schuldgefühle, glauben, versagt zu haben.

In der ersten Sitzung hilft es schon, der Mutter zu zeigen, in welcher Haltung sich ihr Baby und sie selbst entspannen können. „Das Kind kann sich nur über die Eltern regulieren.“ Kommen die nicht zur Ruhe, funktioniert es beim Kind auch nicht. Die therapeutischen Hilfestellungen der Hebamme werden zum Handwerkszeug für die Familie. Gemeinsam mit der Mutter arbeitet die Hebamme auf, was eigentlich passiert ist. Gab es Probleme in der Schwangerschaft, war die Geburt besonders schwierig oder wurde man vom Partner verlassen? „Wer Hilfe braucht, kann einfach kommen“, sagt Uta Lamprecht. Für Christina Schmidt war die Ambulanz die Rettung. „Man bekommt auch mal gesagt, dass man nichts falsch gemacht hat“, meint die Mutter. Das habe ihr so gut getan.

Gespräche, Haltungsübungen und Massagen sind der Anfang. Quelle: Robert Roeske

Ohne die Unterstützung der Stadt würde die Schrei-Baby-Ambulanz allerdings nicht funktionieren. „Wir stellen die Räume kostenlos zur Verfügung“, sagt Sachgebietsleiter Pierre Schwering von der Stadt. Ansonsten bekennen sich weder der Landkreis, noch das Krankenhaus oder die Krankenkassen dazu, den Kurs mit zu finanzieren. Die Eltern müssen alleine etwa 50 Euro pro Stunde aufbringen. Vielleicht ändert sich das, wenn noch mehr Hilfesuchende kommen. Denn: „Viele Eltern können sich das nicht leisten“, weiß Uta Lamprecht.

Ein Kurs für Eltern und Kinder gleichermaßen

Hebamme Uta Lamprecht bietet jeden Freitag im Eltern-Kind-Treff (EKT) in der Kitzbüheler Straße 1a eine „Schrei-Baby-Ambulanz“ an. Der EKT ist unter  03303/54 83 02.

Von Andrea Kathert

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