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Schüler halten Erinnerung wach

Oranienburg Schüler halten Erinnerung wach

59 Stolpersteine, die an die Opfer des NS-Regimes erinnern, gibt es in Oranienburg, Lehnitz und Freienhagen. 19 Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums putzten am Freitag 35 davon. Zweimal im Jahr machen sie das. Es gibt nur ein Problem: Die Rosen, die sie auf die Steine legen, werden in Windeseile geklaut.

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Schüler des Oberstufenzentrums putzten auch in der Havelstraße Stolpersteine.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. 59 Stolpersteine, die an die Opfer des NS-Regimes erinnern, gibt es in Oranienburg, Lehnitz und Freienhagen. Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums putzten am Freitag 35 davon. Zweimal im Jahr machen sie das. Long Nguyen, Matteo Knop, Moritz Aßmann und Fabian Feldner versammelten sich an der Havelstraße 10, wo elf Steine liegen. Mit Elsterglanz machten sich die Jungs ans Werk.

Die Steine erinnern an Samuel Lauter, seine Töchter Helga und Irmgard Seelig, Sohn Herbert mit seiner Ehefrau Martha Lauter (geborene Grünberg) und Tochter Susanne – außerdem erinnern sie an Erich und Bella Mathias (geborene Lauter) und deren Kinder Ilse, Gerhard und Horst. Samuel Lauter betrieb in dem großen Eckhaus sein Geschäft „Die Berliner Bekleidungsindustrie“. Mit Aufkommen des Nationalsozialismus wurde es für die jüdische Familie unerträglich. Sie mussten Geschäft und Haus aufgeben. Einige Familienmitglieder wurden zur Ausreise gezwungen, andere deportiert und ermordet.

Richtig geschrubbt werden die Steine

Richtig geschrubbt werden die Steine.

Quelle: Robert Roeske

Die 17- und 18-jährigen Schüler seien erschüttert gewesen, als sie die Geschichte von Familie Lauter im Unterricht hörten, so Englisch- und Geschichtslehrer Axel Knust. „Wir haben die Biografien etwas aufgearbeitet, damit die Jugendlichen auch Hintergrundwissen haben, wenn sie die Steine putzen.“ Sonst bringe die Aktion nichts. Auch eine Pro- und Contra-Diskussion wurde geführt. Frage: Sind Stolpersteine zeitgemäß und sinnvoll. Zumindest Jan Zander kann mit einem klaren „Ja“ antworten. „Es ist wichtig, dass wir auch heute noch daran erinnern, was damals passiert ist“, so der 17-jährige Oranienburger.

Und es sind nicht die letzten Stolpersteine gewesen. In diesem Herbst soll es weitere geben, so Axel Knust. Nur ein Problem gibt es oft: Die Rosen, welche die Schüler auf die Steine legen, werden ständig geklaut – noch während die Schüler in Sichtweite weitere Steine putzen.

Von Marco Winkler

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