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Schüler schildern Schicksale junger Widerständler

Wanderausstellung in Sachsenhausen Schüler schildern Schicksale junger Widerständler

Die Zehntklässler der Jean-Clermont-Schule sind genauso alt wie die jungen Leute, mit deren Schicksalen sie sich befasst haben. Die Schüler der Sachsenhausener Oberschule sind in einem freien Land geboren. Die Widerständler nicht. Sie mussten sterben, weil sie gerne Jazzmusik hörten, einer anderen Religion angehörten oder mutig für ihre Sache eintraten.

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Die Zehntklässler erzählten über die Schicksale der jungen Widerständler der Nazizeit.

Quelle: Enrico Kugler

Sachsenhausen. Die Zehntklässler der Jean-Clermont-Schule sind heute so alt, wie die jungen Menschen, über deren Schicksale sie am Dienstag in ihrer Schule erzählten. Es waren die Geschichten junger Menschen, die sich zu Zeiten des Nationalsozialismus nicht dem Gleichschritt des Regimes anschlossen, sondern Widerstand leisteten. Viele von ihnen bezahlten das mit dem Tod.

Seit Dienstag, und auch nur bis Freitag ist die Wanderausstellung „Es lebe die Freiheit“ im Schulhaus in Sachsenhausen zu sehen. Auf großen Tafeln werden die jungen Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Biografien vorgestellt. Es wird erzählt von ihren Idealen und Wünschen, für die sie kämpften und große Risiken eingingen. Für die Sachen, die ihnen wichtig waren, traten sie ein. Die Wanderausstellung wurde vom Studienkreis „Deutscher Widerstand“ erarbeitet und wird nun im Kreis-Oberhavel gezeigt.

Acht Zehntklässler der Jean-Clermont-Schule meldeten sich freiwillig als es darum ging, sich näher mit den jungen Widerständlern auseinander zu setzen. In einem zweitägigen Workshop bereiteten sie sich vor, um am Dienstag zur Eröffnung die Besucher durch die Ausstellung zu führen. In den nächsten Tagen werden die Zehntklässler allerhand zu tun haben. „Sie sollen ihre Mitschüler durch die Ausstellung führen“, sagte Maria Pape, die zusammen mit ihrer Kollegin Patty Ebinger den Workshop mit den Zehntklässlern durchführte. „Wenn etwas Schülern von Schülern auf Augenhöhe vermittelt wird, hat das eine ganz andere Wirkung“, sagte die Lehrerin. Das hätte sich schon in der Vergangenheit bewährt. Die Älteren hätten eine Vorbildfunktion für ihre jüngeren Mitschüler.

Bei seinen Begrüßungsworten sagte Schulleiter Olaf Wildgrube: „Der Titel der Ausstellung wiegt schwer.“ An seine Schüler gerichtet: „Ihr seid in einem freien Land geboren, das ist ein Riesenglück.“ Nur zwei Kilometer entfernt seien vor sieben Jahrzehnten 100 000 Menschen nur wegen eines falschen Satzes oder anderer nichtiger Gründe eingesperrt worden. Diese Ausstellung sei gut für die Schule.

Und offenbar gut für die Schüler, die den Besuchern die Schicksale der jungen Widerständler nahebrachten. Emily Dachwitz, Justin Nguyen, Tanja Wandrey, Paul Jung, Emily Dachwitz, Sophie Marie Müller und Charlene Salm erzählten von Marianne Cohn, von Wera Jeske und den Edelweißpiraten, von Robert Limpert, Helmut Hirsch und der Baumgruppe und anderen jungen Leuten, die wegen ihrer Religion, ihrer Liebe zur Jazzmusik oder einfach weil sie standhaft zu ihrer Sache standen in Haft kamen, gefoltert und getötet wurden. „Die sind alle in unserem Alter gewesen, das sind echt krasse Geschichten“, sagten die Zehntklässler. „Da fragt man sich schon, ob wir auch so viel Mut aufgebracht hätten.“

Die Wanderausstellung

Bis Freitag ist in der Jean-Clermont-Schule in Sachsenhausen eine Wanderausstellung des Studienkreises „Deutscher Widerstand“ mit dem Titel „Es lebe die Freiheit“ zusehen.

Auf 32 Tafeln werden die Biografien und Schicksale junger Widerständler aus der Zeit des Nationalsozialismus dargestellt. Viel von ihnen fanden Tod. Die Ausstellung ist ab Sonntag im Schloss Liebenberg zu sehen.

 

Von Andrea Kathert

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