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Schüler sitzen zugedröhnt im Unterricht

Drogendeals an der Oberschule Schüler sitzen zugedröhnt im Unterricht

Offenbar gibt es ein Drogenproblem an der Schweitzer Oberschule in Hennigsdorf. 21 Schüler der Klassen sollen in Drogengeschäfte verwickelt sein. Deals liefen offenbar auch über Facebook. Einige rühmten sich vor der Schulleitung sogar mit ihren Taten. Umso offensiver geht die Schulleitung nun mit dem Thema um.

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Mit Cannabis hatten die meisten der betroffenen Schüler angefangen.

Quelle: dpa

Hennigsdorf. Adidas, Nike und Kürbis – so heißen die Amphetamin-Pillen, die auf dem Hof der Hennigsdorfer Schweitzer-Oberschule kursierten. 21 Schüler der achten bis zehnten Klasse sollen Drogen genommen und teils gedealt haben. Damit geht Schulleiterin Yvonne Waltenberger an die Öffentlichkeit. „Wie sollen wir ihnen Deutsch, Mathe oder Englisch beibringen, wenn sie zugedröhnt im Unterricht sitzen?“. Es müsse offen über das Problem gesprochen werden, alle Schulen in Hennigsdorf – selbst Grundschulen – seien betroffen. Das sei bei Gesprächen mit den 21 Schülern herausgekommen. „Wir müssen dazu stehen und mit allen Beteiligten reden, auch wenn das unangenehm ist.“

Schüler besorgten sich im Görlitzer Park Drogen

Der entscheidende Hinweis kam Anfang September von der Mutter einer betroffenen Schülerin. „Sie sagte, dass auch einige Schüler Drogen verkaufen“, sagt Waltenberger. Unter anderem sollen drei Achtklässler in den Görlitzer Park gefahren sein, sich mit Drogen eingedeckt und Kontakte gesucht haben. Auch über Facebook liefen die Geschäfte, ein Schüler wurde mit Ecstasy in den Socken erwischt. Auch an drei Orten in Hennigsdorf werde viel gedealt: in Hennigsdorf-Nord hinter den Kaufhallen, auf der Skaterbahn und hinter der Fontane-Grundschule. „Fast alle der Schüler haben Gras angefangen, jetzt sind sie bei Partydogen“, so Waltenberger.

Eltern teils erschreckend sorglos

Fünf Schüler sollen gedealt haben, sie sollen der Schule verwiesen werden, wenn das Schulamt zustimmt. „Sie haben im Gespräch keine Einsicht gezeigt und sich mit ihren Taten gerühmt“, so Waltenberger. Auch die Eltern seien teils erschreckend sorglos gewesen. Eine Mutter hatte Waltenberger in ihr Büro geholt und ihr klargemacht, dass sich ihr Sohn nicht jeden Abend zuhause mit Gras zudröhnen dürfe, während die Mutter bei ihrem Freund übernachte. Die Frau soll die Schulleiterin daraufhin gefragt haben, ob sie nicht Angst habe, mal ein Messer im Rücken zu haben. Am nächsten Tag sei das Auto von Yvonne Waltenberger zerkratzt gewesen. Sie hat Anzeige gegen die Mutter gestellt.

Polizei ermittelt gegen 15 Schüler

Auch das Drogenproblem geht die Schulleitung offensiv an. Experte Christian Walz der Stiftung Synanon sowie ein ehemals Drogenabhängiger klären die Schüler auf, zudem gibt es Maßnahmenkatalog. Unter anderem sollen Schüler und Lehrer auf dem Schulhof wachsamer sein. Auch die Eltern hat die Schule per Brief für das Problem sensibilisiert. Gegen 15 Schüler ermittelt die Polizei, sagt Sprecherin Dörte Röhrs. „Es ist gut, wie offensiv die Schule das Problem behandelt.“ Drogenhandel und Konsum gebe es an vielen Schulen, und es sei wichtig, mit Schülern, Eltern, Experten und der Polizei darüber zu sprechen. Demnächst wird Präventions-Experte Dirk Collin von der Polizei die Schule besuchen.

Von Marco Paetzel

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