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Oberhavel Schuldenberge der Klienten wachsen
Lokales Oberhavel Schuldenberge der Klienten wachsen
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14:53 29.01.2016
Marina Folmert gab den Staffelstab an André Schultz weiter. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

900 Frauen und Männer hatten die Schuldner- und Insolvenzberater des Märkischen Sozialvereins 2015 aus Oberhavel am Tisch. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr zwar nicht signifikant gestiegen – aber die Schulden. Pro Klient lagen sie im Durchschnitt bei rund 32 000 Euro, 2014 waren es noch 23 000. Hauptrisiken für die Verschuldung bleiben: geringes Einkommen, Trennung und Scheidung, Arbeitslosigkeit und gescheiterte Selbstständigkeit. Aber auch Alkohol, Depressionen, Krankheiten, die zur Berufsunfähigkeit führen oder falsche Immobilienfinanzierungen bergen das Risiko der Überschuldung. „Und das Problem wird sich verschärfen“, sind sich Marina Folmert und André Schultz einig: Denn Altersarmut nehme zu, die Zahl der Flüchtlinge, „die wir schon in der Beratung haben“ und die zunehmende Verführung der Menschen.

Überall werde suggeriert: Heute kaufen, später bezahlen, alles sei angeblich zu null Euro zu haben. „Konsum auf Pump“ wende sich gerade an die, die sich die Sachen eigentlich nicht leisten können und auch nicht kaufen würden ohne diese Möglichkeiten. „Damit gewinnt die Wirtschaft eine Zielgruppe, die sie sonst nicht hätte. Die Verschuldung ist gewollt“, ärgert sich André Schultz. Junge Leute hätten oft mehrere Verträge mit Mobilfunkanbietern, jungen Familien fehle das Geld, um im Internet bestellte Medikamente oder Zuzahlungen für einen Krankenhausaufenthalt zu begleichen. Ältere könnten oft Kredite aus besseren Tagen nicht mehr bedienen.

Seit 1. Oktober hat der Jurist Schultz den Staffelstab als Leiter der Beratungsstelle von Marina Folmert übernommen. Geboren in Schwedt, hat der 37-Jährige in Potsdam studiert und lebt nach beruflichen Stationen bei der Arbeitsagentur und als Justiziar bei einem Bauträger mit Frau und Kindern in Berlin.

„85 Prozent aller Menschen kommen einfach zu spät zu uns. Gerade Selbstständige hofften, dass die guten Geschäfte doch noch zurückkehrten. Kommen die einen mit zwei Aldi-Tüten voller ungeöffneter Briefe, so „sind andere ausgezeichnet sortiert“. Nach einer Erstberatung werden die Gläubiger aufgelistet. Offene Rechnungen haben die meisten beim Finanzamt, Jobcenter, Unterhaltsvorschusskasse, GEZ, Mobilfunkanbietern, Banken und Versandhäusern.

„Verdient jemand 1000 Euro netto und hat einen 20 000 Euro Schuldenberg, empfehlen wir eine Privatinsolvenz, die nach sechs Jahren schuldenfrei und eine klaren Schnitt macht“, so Folmert. Mancher wollen trotzdem lieber abstottern: „Aber das ist ein langer, schwerer Weg.“ Hier sollte man unbedingt einen Vergleich mit den Gläubigern suchen, rät sie.

Von Heike Bergt

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