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Schule für Schwache und Starke

Hohen Neuendorf Schule für Schwache und Starke

Die Zulassung als Schule für Gemeinsames Lernen hat die Waldgrundschule Hohen Neuendorf gerade erhalten. Ab Schuljahr 2017/2018 kann die Schule mit mehr Unterrichtsstunden und drei zusätzlichen Pädagogen lernschwache Schüler und hochbegabte besser fördern.

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Holger Mittelstädt leitet die Waldgrundschule seit 2008 und freut sich über die Zulassung als Schule für Gemeinsames Lernen.

Quelle: Marion Bergsdorf

Hohen Neuendorf. Ein Kind mit Lernschwierigkeiten wie zum Beispiel einer Lese-Rechtschreib-Schwäche muss ebenso gefördert werden wie ein hochbegabtes. Diese Förderbedürfnisse zu erkennen und flexible Methoden dafür umzusetzen, das möchte das Lehrer- und Erzieherteam der Waldgrundschule Hohen Neuendorf ab neuem Schuljahr tun. Am Montag hat Schulleiter Holger Mittelstädt die Zulassung als „Schule für Gemeinsames Lernen“ vom Staatliches Schulamt Neuruppin erhalten. Damit kann die sportlich und eventuell bald musisch orientierte Grundschule mit einem weiteren Profil werben: Dass sie nämlich normal begabte, hochbegabte und Kinder mit Lernschwächen gleichermaßen individuell fördert.

Wie das gehen soll? „Das Schulamt hat uns viele zusätzliche Stunden und drei zusätzliche Pädagogen bewilligt“, freut sich Mittelstädt. Damit könne man jetzt viel individueller auf Schüler mit besonderen Bedürfnissen eingehen. Das passiert im Unterricht vor allem in den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch. Zudem wird es fakultativ Begabungskurse geben. „Das ist mehr, als den Nachmittag in einer Arbeitsgemeinschaft zu verbringen. Da werden Hochbegabte zum Beispiel mit Rechenaufgaben besonders herausgefordert“, erklärt der Schulleiter die Fördermethode.

Ein weiterer Vorteil des Schulprofils „Gemeinsam Lernen“ ist laut Mittelstädt ein Bürokratieabbau. Das erläutert der Schulleiter folgendermaßen: Bisher ist die individuelle Förderung eines Schülers erst möglich, nachdem ein einjähriges Förderausschussverfahren abgeschlossen ist. Danach wird das Kind als lernbehindert eingestuft und „wird diesen Stempel während der ganzen Schulzeit nicht mehr los“, obwohl die Förderung nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr im vollen Umfang nötig wäre. Auf dieses Verfahren kann Mittelstädt ab neuem Schuljahr verzichten. Die Schule lasse dem Schüler unbürokratisch Förderstunden zukommen und reduziere sie gegebenenfalls wieder.

Eine zeitliche Befristung für das „Gemeinsame Lernen“ gibt es nicht. Die Waldgrundschule hatte sich mit einem Konzept dafür beworben. In einigen Jahren, informiert Mittelstädt, würden alle Schulen ebenfalls so arbeiten. Das sei das Ergebnis des im Land Brandenburg gestarteten Integrationsmodells. Es gehe um Vielfalt an den Schulen und schließe auch Kinder aus unterschiedlichen Ländern ein. Weil es einen gemeinsamen Schulbezirk Hohen Neuendorf/Bergfelde gibt, können die Eltern aus diesem Bezirk unter drei Grundschulen wählen.

Eine Einschränkung nennt Mittelstädt gleich: Kinder mit den Förderschwerpunkten geistige/körperliche Behinderung, Hören/Sehen oder Autismus seien an Förderschulen besser aufgehoben als an einer Grundschule, auch wenn diese mehr fördern könne.

Von Marion Bergsdorf

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