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Oberhavel Schulessen stößt manchem übel auf
Lokales Oberhavel Schulessen stößt manchem übel auf
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00:21 18.09.2017
Essenausgabe in der Mühlenbecker Grundschule. Quelle: Robert Roeske
Mühlenbeck

Veränderte Busfahrzeiten, früherer Schulschluss – nach Problemen zum Schuljahresbeginn wurde an der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Mühlenbeck organisatorisch nachjustiert. Allerdings nicht zur Zufriedenheit aller Eltern, wie bereits jetzt feststeht.

Die Abfahrtszeiten der OVG-Busse werden ab 25. September geändert, damit die Hortkinder in Ruhe Essen können. Quelle: Robert Roeske

Aber der Reihe nach: Nach dem Schulstart stellte sich heraus, dass die Essenzeiten nicht mit den Abfahrtszeiten der OVG-Busse harmonieren: Haben die Kinder nach der fünften Stunde Unterrichtsschluss, reicht die Zeit bis zur Abfahrt der Busse nicht zum Essen. Hortkinder aus Schönfließ, Summt und Zühlsdorf mussten häufig auf den nächsten Bus warten und waren mitunter erst gegen 14 Uhr in ihren Einrichtungen, erläutert Claudia Geßner, Fachdienstleiterin für Kita- und Schulverwaltung das Problem. Die Hort- und Schulleiter haben deshalb vor einer Woche mit Vertretern der Verkehrsgesellschaft und Gemeindeverwaltung beratschlagt. Im Ergebnis stellt die OVG ab dem 25. September die Abfahrtszeit ihrer Busse um: Die Linie 810 nach Schönfließ startet dann nicht mehr um 12.20 Uhr, sondern um 12.45 Uhr. Die Linie 806 fährt dann zehn Minuten später los – um 12.48 Uhr. Parallel endet die fünfte Unterrichtsstunde ab dem selben Stichtag bereits fünf Minuten früher, also um 12.10 Uhr, sagt Schulleiter Rainer Körber. Dies werde im Interesse der Kinder gewährleistet, obwohl sich dadurch die Aufsichtszeiten der Lehrer verlängern.

Problem gelöst, stellen der Rektor und Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) unisono fest. Dank gelte den OVG-Vertretern. Der Verwaltungschef hatte sich am Donnerstag ein Bild von den beiden Essenräumen im Keller des Schulgebäudes gemacht. 250 Kinder nehmen dort an der Schulspeisung teil.

Der 13-jährige Mühlenbecker Gesamtschüler Kücükkalfa wartet auf seinen Bus nach Schönfließ. Quelle: Robert Roeske

Kaum ist die Lösung ausgehängt, regt sich bereits Widerspruch. Eltern wie zum Beispiel Nicole Kubiak kritisieren am Freitag via Facebook, dass auch die Kinder aus Schönfließ und Zühlsdorf, die nicht am Essen teilnehmen, ab dem 25. September nach Unterrichtsschluss eine halbe Stunde in der Schule warten müssten. Die Gemeinde habe am zweiten Schultag plötzlich und unerwartet abgelehnt, dass die Hortkinder in ihrer jeweiligen Kita das Essen einnehmen – obwohl es laut Betreuungsvertrag so vereinbart sei und in den Vorjahren auch genau so reibungslos funktioniert habe. Dabei sei auch die Vorgabe des Gesundheitsamtes eingehalten worden, wonach das Essen aus hygienischen Gründen nicht länger als bis 13.30 Uhr warmgehalten werden darf, erläutert Nicole Kubiak nach Rücksprache. Die kurzfristig mitgeteilte Festlegung sei deshalb für die Eltern „nicht nachvollziehbar“. Auch in weiteren Facebook-Wortmeldungen wird Unverständnis und Unmut geäußert sowie die neue Bus-Regelung in Frage gestellt.

Die Schulspeisung gehöre aus seiner Sicht auch in die Schule, sagt Bürgermeister Smaldino-Stattaus am Freitag. Darüber hinaus sei es auch eine logistische Frage.

Gerade hat die Gemeinde übrigens die Essenversorgung all ihrer Einrichtungen neu ausgeschrieben. Dazu gab es am Donnerstag eine Blind-Verkostung. Die Bewerber sollten den 16 Testern aus Kommunalpolitik (Sozialausschuss), Verwaltung und Elternschaft „Vollkorn-Spaghetti Bolognese“, „Linseneintopf“ und „Kartoffeln mit Kräuter-Quark“ servieren. Außerdem musste jeder Bieter eine Frühstücks- und Vespermahlzeit mit Brötchen und Obstsalat vorstellen – eine Vorgabe der Verwaltung.

Die Verkostung am Donnerstag im Schildower Bürgersaal. Quelle: Gemeinde Mühlenbecker Land

Die Jury wertete auf einer Skala von 0 bis 20 Punkten, wobei dieses Ergebnis zu 20 Prozent in die Gesamtbewertung einfließt. Hinzu kommen zu 40 Prozent der angebotene Preis, zu 30 Prozent das Versorgungskonzept des Anbieters und zu 10 Prozent Zertifizierungen und Qualitätssiegel. Die endgültige Entscheidung trifft die Gemeindevertretung, sagt der Bürgermeister. Nach dem Jahreswechsel soll die neue Versorgung starten. Als Berechnungsgrundlage für die Elternbeiträge wurde bei den Kochaktionen der vergangenen Wochen in den Tagesstätten ein Wert von 1,86 Euro für die „durchschnittlich ersparten Eigenaufwendungen“ ermittelt.

Von Helge Treichel

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