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Oberhavel Schulleiterin beklagt dauerhaften Lehrermangel
Lokales Oberhavel Schulleiterin beklagt dauerhaften Lehrermangel
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10:32 22.02.2018
Am 26. Januar fiel für eine 7. Klasse an der Kremmener Goethe-Oberschule ein ganzer Schultag aus. Quelle: Enrico Kugler
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Kremmen

Die Lehrersituation an der Kremmener Goethe-Oberschule hat sich leicht entspannt. Das sagte die Schulleiterin Elke Schwabe am Donnerstagabend im Sozialausschuss. Wie berichtet, ist am 26. Januar für eine 7. Klasse der komplette Unterrichtstag wegen Lehrermangels ausgefallen. Deshalb war sie in den Ausschuss eingeladen worden, um über die Situation zu berichten.

Seit dem Beginn des Schuljahres sei eine Lehrerstelle nicht besetzt, ein anderer Lehrer sei langzeitkrank. „Wir sind jetzt Schule für gemeinsames Lernen, haben dafür auch mehr Stellen bekommen, aber die Lehrer dazu fehlen“, sagte Elke Schwabe vor dem Ausschuss. „Wenn dann noch zwei Lehrer eine OP haben und andere die Grippe, dann stehen wir da.“ Es sei in der betreffenden Woche Not am Mann gewesen. „Es wurde dann entschieden, eine Klasse zu Hause zu lassen. Die Kinder haben Hausaufgaben bekommen.“ Auch aktuell fehlen in der Goethe-Oberschule noch zwei Lehrer. Sie könne aber auch das vorhandene Personal nicht noch mehr belasten. „Dann sind die nächsten krank.“ Das könne und wolle sie auch nicht riskieren.

Kremmen für Lehrer keine erste Wahl

Reiner Tietz (Linke), der Leiter des Sozialausschusses, wies auf eine Lehrer-Reserve im Schulamt hin. Elke Schwabe sagte dazu, dass die Schule immer wieder Angebote bekomme. „Die wollen dann aber nicht nach Kremmen. Kremmen ist für viele nicht die erste Wahl.“ Reiner Tietz fragte daraufhin noch mal nach, ob man in solchen Notlagen wie am 26. Januar nicht beim Schulamt um schnelle Hilfe bitten könne. „Wo sollen die die Lehrer herbekommen?“, fragte die Schulleiterin daraufhin. Die Schule habe eine Sechs-Stunden-Reserve. „Aber wenn ein Lehrer krank wird, dann sind das ja schon 25 Wochenstunden, die fehlen. Wir haben keine Möglichkeit, das auszugleichen.“

Folgen für die Kinder sind dennoch zu spüren. „Wir haben Stunden gekürzt“, so Elke Schwabe. In den 7. Klassen gibt es je vier Wochenstunden Mathematik und Deutsch. Eine freiwillig eingeführte fünfte Stunde sei nicht mehr möglich. Der Förderunterricht ist von zwei Stunden auf eine gekürzt worden.

Ratlosigkeit im Ausschuss

Es herrschte am Donnerstagabend angesichts der Erläuterungen von Elke Schwabe ein Stück weit Ratlosigkeit. „Was können wir tun?“, fragte Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) in ihre Richtung. „Die Stunden haben wir ja, aber es fehlen die Personen.“ Sie fordert die Einrichtung pädagogischer Universitäten und prangert an, dass die Lehrerausbildung oft den letzten Punkt im Studium darstelle. Mit so genannten Quereinsteigern „haben wir gute Erfahrungen gemacht, aber auch schlechte.“ Aber es sei nicht Sinn der Sache, dass jeder ohne Lehrerausbildung am Ende doch noch Lehrer werden könne. Sie wünscht sich bessere Gehälter und einheitliche Tarife in allen Bundesländern. „Es darf nicht sein, dass sich die Bundesländer gegenseitig Leute abwerben.“

Reiner Tietz dankte Elke Schwabe für ihr Engagement und sicherte jede Hilfe zu, die die Schulleiterin brauchen könne.

Von Robert Tiesler

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