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Oberhavel Schulsozialarbeit nach 1. Halbjahr bilanziert
Lokales Oberhavel Schulsozialarbeit nach 1. Halbjahr bilanziert
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18:11 21.02.2017
Ilka Kruttasch und Julia Schwerdtfeger (v. l.) sind seit einem Jahr Schulsozialarbeiterinnen an den Grundschulen in Mühlenbeck und Schildow. Quelle: Helge Treichel
Mühlenbecker Land

Seit Beginn des Schuljahres sind an den beiden Grundschulen des Mühlenbecker Landes Schulsozialarbeiterinnen tätig. Obgleich sie bei einem freien Träger tätig sind, wird ihr Projekt aus dem Haushalt der Gemeinde finanziert. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses informierten die beiden Diplom-Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiterinnen über ihre bisherige Arbeit.

Julia Schwerdtfeger hat die Käthe-Kollwitz-Grundschule in Mühlenbeck übernommen, Ilka Kruttasch die Europaschule Am Fließ in Schildow. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Kinder im Lebensraum Schule zum Verbessern ihrer Entwicklungs- und Bildungschancen zu unterstützen und zu fördern. Sie unterstützen beim Bewältigen schulischer Anforderungen, fördern soziale Kompetenzen sowie ein gewaltfreies Problemlösungsverhalten, unterstützen beim Überwinden von Streit- und Konfliktsituationen und versuchen, Selbstständigkeit und Selbstwertgefühl ihrer Schützlinge zu steigern. Überdies wollen sie Erziehungsressourcen innerhalb der Familie stärken und diesbezügliche Hilfeangebote vermitteln.

Hofpausen sind ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt

Ein wichtiger Angelpunkt in ihrem Tagesablauf sind die Hofpausen. „Da ist uns aufgefallen, wie energiegeladen Pausen sein können“, Ilka Kruttasch. Die gleichaltrigen Konfliktlotsen seien teilweise damit überfordert, Streitigkeiten zu schlichten. Die Kinder kämen dann zu ihnen, stellten ihre jeweilige Perspektive dar. Gemeinsam werde vereinbart, wie in Zukunft mit der Problematik umgegangen wird. Und meist werde auch ein Folgetermin vereinbart, so die Schulsozialarbeiterin. Im Rahmen des Unterrichts seien solche Schlichtungsgespräche kaum möglich.

Im Zuge des sozialen Kompetenztrainings stehe im Mittelpunkt, die Wahrnehmung eigener und anderer Gefühle zu fördern. Kooperative Spiele würden in enger Kooperation mit den Lehrern angeboten, teilweise für ganze Schulklassen. „Unser tägliches Brot ist auch die Beratung von Lehrern, das wird sehr gut angenommen“, sagt Ilka Kruttasch. Sehr gut klappe darüber hinaus die Zusammenarbeit mit dem Hort. Weil Angebote von den Erziehern angenommen werden, sei ein sehr konstruktives Arbeiten möglich.

70 Schultage, 150 Kontakte mit Kindern in Mühlenbeck

In dem ersten halben Jahr, was 70 Schultagen entspreche, habe es in Mühlenbeck rund 150 Kontakte zu Kindern gegeben, sagt Julia Schwerdtfeger. In 25 Fällen seien Kinder zu ihr geschickt worden, die übrigen habe sie selbst aufgesucht. 60 Mal habe sie Lehrer beraten können, 45-mal Kontakt mit Eltern gehabt, wobei diese meist zu ihr gekommen seien.

Bemerkenswert sei ebenso, dass beide Schulen über je einen Sonderpädagogen für Förderbedarf beim Lernen verfügen. Das Fazit: „Wir sind wirklich gut beschäftigt. Die Lehrer sind dankbar und schätzen den Blick von außen“, so Julia Schwerdtfeger.

Fazit: Sunden erhöhen?!

Die gute Resonanz bestätigte Katja Behrendt-Didzun (CDU). Die Schulsozialarbeiter würden von den Kindern anders wahrgenommen als die Lehrer. Das Fazit der Kommunalpolitikerin: „Wenn ich höre, was Sie mit 20 Stunden leisten, wird wohl unser nächster Antrag lauten, die Stunden zu erhöhen.“

Das Schaffen der Schulsozialarbeiterstellen hatten die Gemeindevertreter auf Antrag von SPD/B 90-Grünen, CDU/FDP sowie den Freien Wählern im Mai 2016 einstimmig beschlossen.

Schulsozialarbeit an den Grundschulen

Seit dem 1. September sind Ilka Kruttasch und Julia Schwerdtfeger für die gemeinnützige Jugendhilfe GmbH des Evangelischen Johannesstiftes mit Sitz in Berlin an den Grundschulen in Schildow und Mühlenbeck tätig.

Beide arbeiten montags bis freitags jeweils für viereinhalb Stunden an ihren jeweiligen Schulen.

Sprechzeiten sind von 8.30 bis 13 Uhr in Mühlenbeck und von 9 bis 13.30 Uhr in Schildow.

Die beiden Frauen möchten Ansprechpartner sein und individuelle Unterstützung organisieren. Sie kümmern sich um Mobbing und Krisenintervention und unterbreiten projektbezogene Angebote. Dabei kooperieren sie mit den psychosozialen Diensten wie Jugendamt und Beratungsstellen.

Von Helge Treichel

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