Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 1 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
„Schulz hat mich zum Klick geführt“

Glienicke „Schulz hat mich zum Klick geführt“

Marcel Kirchner hat viele Jahre darüber nachgedachte, ob er der SPD beitreten soll – dann kam Martin Schulz und es machte Klick bei dem 23-jährigen Glienicker. „Schulz war die Initialzündung“, sagt er. Marcel Kirchner will sich besonders bei den Jusos engagieren und sich für Integration stark machen.

Voriger Artikel
Lärm in der Nacht bei Penny
Nächster Artikel
Rhythmus im Blut

Marcel Kirchner ist politisch aktiv. Er will helfen, die Jusos wieder voranzutreiben.

Quelle: Marco Winkler

Glienicke. Als Peer Steinbrück 2013 als Kanzlerkandidat für die SPD antrat, war Marcel Kirchner fast davor, ein Sozialdemokrat zu werden. „Ich habe mich nicht dagegen entschieden“, sagt der heute 23-Jährige und fügt diplomatisch an: „Aber auch nicht dafür.“ Er fand Steinbrück, der als Kandidat bekanntlich scheitern sollte, sympathisch. Aber es habe nicht gereicht. Dann kam der Präsident des Europaparlaments.

„Schulz hat mich zum Klick geführt.“ Im Vergleich zu Vorgänger Sigmar Gabriel sei Martin Schulz offener. Damit ist der gelernte Elektroniker einer von 25 Neuzugängen im Kreis in diesem Jahr. Mit rund 630 Mitglieder sei der Unterbezirk (UB) Oberhavel der zweitstärkste in Brandenburg, so Karsten Peter Schröder, UB-Geschäftsführer und Vorsitzender des Kreistages. Nur Potsdam sei mitgliederreicher (850) – und hatte auch mehr Neueintritte (39). „Nach Schulz ging es richtig los“, so Schröder über den „Schulz-Effekt“ in Oberhavel. „Wir haben uns auch gefreut, dass Mitglieder, die schon gekündigt hatten, wieder mit an Bord gekommen sind.“

Ängste und Sorgen sind okay, Hetze und Hass aber nicht

Zwischen Steinbrück und Schulz liegen für Marcel Kirchner Jahre des aufbrechenden Populismus, Donald Trump und einer anschwellenden Politikverdrossenheit. Seine Entscheidung, etwas ändern zu wollen, verfestigte sich. „Die junge Generation will mitmischen“, sagt er. Seit 2,5 Jahren lebt der gebürtige Berliner in Glienicke. Aktiv werden möchte er sich vor allem bei den Jusos. „Wer mitmachen möchte, muss auch Verantwortung tragen.“ Bisher seien die Jusos immer etwas zu passiv gewesen. „Sie sind nicht mehr wie damals die Opposition innerhalb der Partei.“ Da müssten die Mitglieder, alle unter 35 Jahre alt, wieder ansetzen.

In Glienicke würde Marcel Kirchner – trotz Ausweglosigkeit, weil Landesstraße – gerne einen Zebra-Streifen vor dem Neuen Gymnasium Glienicke installieren, Uwe Klein bei seiner Bürgermeisterkandidatur unterstützen und Vorurteile gegen Geflüchtete bekämpfen. „Integration funktioniert nur, wenn sowohl Flüchtlinge sich integrieren wollen, als auch die Bürger möchten, dass sie sich integrieren.“ Ängste und Sorgen seien okay. „Hetze und Hass sind es aber nicht.“

Per Mausklick zur SPD

Angemeldet hat sich Marcel Kirchner, der gerade in Spandau an der Abendschule seinen Industriemeister in Elektrotechnik macht, übrigens einfach online. Die Anfragen laufen zentral in Potsdam auf, so Karsten Peter Schröder. Die Ortsverbände bekommen dann eine Mitteilung und haben vier Wochen Zeit, um sich zu entscheiden. „Eine Ablehnung ist in meiner Zeit allerdings noch nicht vorgenommen.“

Teilnahme an Sitzungen und Diskussionen sind dabei nicht zwingend notwendig. „Wir freuen uns auch über jeden, der nur das Parteibuch zu Hause zu liegen hat – und uns so unterstützt.“ Das hat Marcel Kirchner allerdings nicht vor. Er will etwas ändern, jetzt auch offiziell als Sozialdemokrat.

Von Marco Winkler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg