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Schutz für die Bäume

Oranienburg Schutz für die Bäume

Welche Bäume sollen in Oranienburg unter Schutz stehen. Darüber wird seit einem Jahr diskutiert. Auch die neueste Fassung der Baumschutzsatzung ist umstritten. Sie ist angelehnt an die Satzung der Stadt Velten. Grüne und Linke lehnen das Papier ab.

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Der Baumschutz ist in Oranienburg umstritten.

Quelle: Marlies Schnaibel

Oranienburg. Ein Jahr lang hat es gedauert mit der neuen Baumschutzsatzung. Zumindest bis nun die Mitglieder im Bauausschuss eine Mehrheit für ein nochmals überarbeitetes Papier fanden. Sehr bürgerfreundlich soll die Satzung sein, so wie es die Fraktionen vor einem Jahr wollten. Damals war ihnen die Satzung zu eng gestrickt. Denn Grundstückseigentümer sollten mehr Möglichkeiten bekommen, um ihre Häuser und Fassaden zu schützen.

Vor einem Jahr entfachte sich die Diskussion darum, dass wenigstens die Kiefer ihren Schutzstatus verlieren sollte. Feuerwehrleute hatten gewarnt, dass diese Bäume besonders wind- und bruchanfällig sind. Der Sturm Xavier und sein Nachfolger hatten diese Befürchtung bestätigt, noch bevor die Satzung überhaupt beschlossen war. „Nach diesen Stürmen kann ich den Bürgern, bei denen die Kiefern auf die Bungalows gefallen sind, überhaupt nicht mehr klar machen, dass wir hier ein Jahr lang über diese Satzung diskutieren“, sagte Ausschussvorsitzender Burkhard Wilde leicht verärgert, als die Diskussion auch um die neueste Überarbeitung wieder losging.

Der Sturm war schneller als die Stadtverordneten mit ihrer Satzung

Der Sturm war schneller als die Stadtverordneten mit ihrer Satzung.

Quelle: Enrico Kugler

Auf Wunsch der Stadtverordneten war die Satzung einfach gefasst worden und sollte an die Vorschriften in anderen Kommunen angepasst worden. Als Vorlage für die Satzung in Oranienburg wurde die Satzung der Stadt Velten herangezogen. Nur noch sieben Paragrafen, kurz und knapp, umfasst das Papier.

Darin ist unter anderem festgelegt, dass Bäume in der Stadt Oranienburg als geschützt gelten, sofern sie einen Stammumfang von mindestens 60 Zentimetern (das entspricht einem Stammdurchmesser von 19 Zentimetern) haben. Die Ausnahmen umfassen etliche Punkte. Zum Beispiel findet die Satzung keine Anwendung bei Bäumen auf Grundstücken mit einer vorhandenen Bebauung bis zu zwei Wohneinheiten, mit Ausnahme von Eichen, Ulmen, Platanen, Linden und Rotbuchen. Nicht geschützt sind auch Obstbäume, Pappeln, Baumweiden sowie abgestorbene Bäume innerhalb des besiedelten Bereichs.

„Wir stimmen dem nicht zu“, sagte Jörg Roitsch (Grüne). Das sei eine Schlechterstellung, landschaftstypische Bäume wie Buchen und Eschen seien nicht mehr geschützt. „Ich finde, das ist eine Aufhebung des Baumschutzes hier“, pflichtete ihm Arnold Krämer bei. „Mit dieser Satzung fördern wir eine Verschlechterung der Lebens- und Wohnqualität in Oranienburg“, fand Olaf Kästner (Linke). „Die Mehrheit unserer Fraktion wird nicht zustimmen.“ Thomas Reisen, sachkundiger Bürger für die CDU, wehrte sich dagegen, dass hier der Eindruck einer „Abhackmentalität“ entstünde. „Es rennt doch nicht jeder Zweite gleich mit der Kettensäge los.“

„Wir sind in der dritten Lesung“, sagte Frank Oltersdorf. Ich weiß schon gar nicht mehr, was meine Mitarbeiter machen sollen.“ Aber vielleicht bleibt es auch bei dieser Fassung. Schließlich stimmte der Bauausschuss so ab: sechs Ja-, drei Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen.

Von Andrea Kathert

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