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Café im Schloss darf öffnen

Schwante: Zwischensieg im Streit mit dem Bauordnungsamt Café im Schloss darf öffnen

Im Rechtsstreit mit dem Bauordnungsamt Oberhavel hat Christian Schulz, der Betreiber des Schlosses in Schwante, einen Zwischensieg errungen. Wie er am Dienstag mitteilte, darf er das Haus für den Gaststättenbetrieb nutzen. Bereits zu Himmelfahrt, nur einen Tag nach dem Urteil des Potsdamer Verwaltungsgerichtes, hatte das Café seine Premiere.

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Schlossherr Christian Schulz.

Quelle: Robert Tiesler

Schwante. Das Bauordnungsamt in Oranienburg hatte Schulz zuvor untersagt, das Restaurant zu öffnen und das Schloss für den Publikumsverkehr zu nutzen. Dabei ging es vor allem um den Brandschutz. Der Landkreis hatte verlangt, die Brandschutzanlage mit der Feuerwehrleitstelle in Eberswalde zu verbinden. Begründung: Ansonsten würde das Schloss unbemerkt abbrennen, wenn niemand im Haus sei. Denkmäler seien, so heißt es in der Auflage der Behörde, im Rahmen des Zumutbaren nach denkmalpflegerischen Grundsätzen zu erhalten und zu schützen. Aus Sicht der zuständigen Bearbeiter im Landratsamt sei es zumutbar, die Brandmeldeanlage auf die Feuerwehrleitstelle aufzuschalten.

Dem hatte Christian Schulz widersprochen und Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Der Vorsitzende Richter hat ihm Recht gegeben. In seinem Urteil, das der MAZ vorliegt, stellt er fest, dass es im Rechtsstreit nicht um die Installation einer Brandmeldeanlage gehe, sondern darum, ob die Hausalarmanlage genutzt werden könne oder ob diese Anlage mit der Feuerwehr in Eberswalde verbunden werden müsse. Es gehe auch nicht um den Schutz der Menschen, sondern um den der Bausubstanz. Vor diesem Hintergrund ist nach Ansicht des Richters die Hausanlage ausreichend.

Das Urteil hat eine aufschiebende Wirkung. Das Hauptverfahren, in dem das Problem abschließend geklärt werden muss, steht noch aus. Ronny Wappler, der Pressesprecher des Landratsamtes, teilte gestern Nachmittag mit, dass die Bauaufsichtsbehörde gegen den Beschluss Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht einlegen und die Entscheidung überprüfen lassen wird. Das Schloss sei ein Sonderbau, an den besondere Anforderungen in Bezug auf den Brandschutz gestellt werden, so Wappler.

Das vergangene Woche ausgesprochene Urteil führt dennoch dazu, dass Christian Schulz und sein Team das Café im Schloss vor erst betreiben können. Der Regelbetrieb soll zur Landpartie am 14.Juni beginnen. Die Küche und die Bar sind fertig. Schulz hofft auf Gastronomen aus der Region, die ihm unter die Arme greifen können.

Auch der amtierende Ortsvorsteher Dirk Jöhling ist froh über das Urteil. „Es war höchste Zeit, dass jemand das Rückgrat hatte, gegen die Auflagen zu klagen“, sagte er gestern. Für ihn ist das Urteil ein Zeichen dafür, dass der Landkreis „nicht beliebig schalten und walten“ könne. Er erinnerte daran, dass auch andere Bauherren in der Region ähnliche Genehmigungsprobleme haben.

Von Robert Tiesler

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