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Oberhavel Einer, der richtig mit anpackt
Lokales Oberhavel Einer, der richtig mit anpackt
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20:14 04.06.2014
Lucas Girod mit einem Bücherstapel in der Hand im Obergeschoss der neuen Stadtbibliothek Oranienburg. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

100 Bewerbungen hatte er geschrieben, doch er erhielt nur eine Zusage – von der Stadtverwaltung Oranienburg. Seit März arbeitet der 26-jährige Bibliothekar Lucas Girod aus dem französisch sprechenden Teil des Berner Jura in der Stadtbibliothek Oranienburg. Er möchte seine Schulkenntnisse in Deutsch auf die Hochdeutsch-Stufe anheben. Klar könnte er auch eine Sprachschule absolvieren, doch es geht ihm um die Fachbegriffe als Bibliothekar. Mit der gerade eingeweihten Oranienburger Stadtbibliothek hat er nun eine der modernsten Bibliotheken Deutschlands abgefasst. Das trifft genau den Nerv des jungen Schweizers, der nach der Ausbildung zum Bibliotheksassistenten an der Fachhochschule in Genf Informationswissenschaften studiert hatte. In der Bibliothek in Oranienburg entwickelt Lucas derzeit kleine Werkzeuge für die Bibliothekssoftware, ausgerichtet auf Kinder, junge Erwachsene und Senioren. Es geht um Orientierungshilfen bei der Suche nach bestimmten Büchern. Jede Nutzergruppe erhält spezielle Erläuterungen, die den Suchprozess nach Lektüre erleichtern. Von Lukas stammt auch der Vorschlag, eine Star-Wars-Abteilung in der Bibliothek einzurichten und dort Filme, Zeitschriften, Bücher und Hörbücher zusammenzufassen.

Der Schweizer Praktikant ist froh, dass er richtig „mitschaffen“ kann und nicht nur Bücher wegräumen und Kaffee kochen soll. Er macht alle Arbeiten, die auch seine hiesigen Kollegen erledigen – indexieren, katalogisieren, Ausleihdienst und beim Bedienen der Selbstverbuchungsmaschine assistieren.

Er wusste, dass er für sein Praktikum kein Geld von der Stadt Oranienburg erhält. Die Miete für die Miniwohnung im altersgerechten Wohnhaus an der Berliner Straße und seinen Lebensunterhalt kann er nur bestreiten, weil er mit dem „Pass jeunes“ ein Sprachausbildungsstipendium der Kantone Bern und Jura erhält. Außerdem hatte er für dieses Praktikum gespart und versteht es als Investition in die Zukunft. Oranienburgs Hauptamtsleiter Mike Wedel stellte auf Nachfrage jedoch in Aussicht, dass die Stadt dem jungen Mann eventuell eine finanzielle Unterstützung zukommen lassen werde. Denn dieser sei eine große Hilfe in der Stadtbibliothek, zumal in einer Zeit personellen Engpasses.

Wenn Lucas Girod im August zurück in die Schweiz geht und sich dort um einen Job bewirbt, werden seine Chancen mit guten Sprachkenntnissen sehr viel besser sein als vor dem Praktikum.

In Oranienburg fühlt sich der junge Schweizer jetzt schon etwas heimisch. Er wandert gern und erkundet Oranienburg und Umgebung. Was ihm fehlt, sind die Berge. Hier sei alles so flach, das Wandern keine Anstrengung. Mit seinen Arbeitskollegen hat er netten Kontakt und wird auch mal zum Grillen eingeladen. Er probiert gerne deutsche Gerichte. Doch manchmal hat er „Heimweh nach Käse“, gibt er zu.

Von Marion Bergsdorf

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