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Oberhavel Sechstklässler bestaunen Milchviehanlage
Lokales Oberhavel Sechstklässler bestaunen Milchviehanlage
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00:20 16.09.2017
Moderne Milchproduktion in Kremmen: Die Kühe kommen in das Milchkarussell, dort werden sie gemolken. Quelle: Enrico Kugler
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Kremmen

Die Kühe nahmen es gelassen. Etwa 150 Sechstklässler aus Kremmen, Beetz, Germendorf und Hennigsdorf waren am Dienstagvormittag auf der Kremmener Milchviehanlage zu Gast. Anlass war der Landaktiv-Forschertag unter dem Motto „Forschen und Entdecken – Alles im grünen Bereich“. Die Kinder konnten sich mit der Rinderzucht beschäftigen, mit Fütterungstechniken, aber auch mit moderner Landtechnik, Experimente rund um die Kartoffel oder mit Bienen. „Alles, was die Region hergibt“, sagte Marina Maaß, die die Initiative für Leben im ländlichen Raum mitbetreibt. Es solle eben nicht nur ums Melken und Treckerfahren gehen. „Landwirtschaft ist nicht nur das.“

Wie wird das Korn gemalen? Quelle: Enrico Kugler

So nahm Jasper (11) aus Germendorf an einer Kräuterkunde teil. „Es ging darum, welche Kräuter giftig sind und welche nicht.“ Jasper möchte später selbst Landwirt werden, das Ziel hat er bereits fest im Blick. „Das ist ein schöner Beruf, man ist den ganzen Tag an der frischen Luft.“ Schweine mag er besonders. Friderike (12) aus Germendorf warf am Dienstag auch einen kritischen Blick auf die Tierhaltung in Kremmen. „Ich dachte, die Kühe haben mehr Auslauf“, sagte sie. „Aber wenn sie genug zu fressen haben, dann ist das in Ordnung.“

Hautnah bei den Kälbern. Quelle: Enrico Kugler

In der Tat machten die Rinder einen sehr entspannten Eindruck. Marcel Alpers, Geschäftsführer der Milchviehanlage, führte währenddessen einige Gäste über das Gelände. 1700 Milchkühe befinden sich dort, hinzu kommen etwa 400 Kälber, die bis zu einem halben Jahr alt sind. 50 Leute sind auf der Anlage beschäftigt, hinzu kommen zwei Azubis. Gemolken wird auf einem Milchkarussell. Dort werden die Kühe über Gänge im Stall hingeführt. Während sie eine langsame Runde fahren, werden sie gemolken. Die großen Ställe sind an den Seiten alle offen. „Die Tiere brauchen frische Luft, sie fühlen sich wohler als in einem abgeriegeltem Stall“, erläuterte Marcel Alpers.

Geschäftsführer Marcel Alpers erklärt Landwirtin Elfi Fischer, wie sein Betrieb funktioniert. Quelle: Enrico Kugler

Angesprochen auf die Krise des Milchpreises, sagte Alpers: „Wir bekommen im Moment einen ausreichenden Preis.“ Er liege gerade bei 36,5 Cent pro Liter. „Im Schnitt hatten wir die letzten zwei Jahre Preise um die 24 bis 25 Cent, das war schwierig“, so Alpers weiter. Von 48 Milchvieh haltenden Betrieben in Oberhavel im Jahr 2008 seien nur 21 übrig geblieben. Weil es die Biogasanlage als zusätzliche Einnahmequelle gebe, habe sich der Betrieb dennoch halten können. Ansonsten gäbe es ihn wohl nicht mehr.

Von Robert Tiesler

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