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Senioren-WG in den Fontanehöfen

Wohnungsbau in Hennigsdorf Senioren-WG in den Fontanehöfen

Barrierefreie Wohnungen für Senioren und Familien will die Hennigsdorfer Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ an der Fontanestraße schaffen. In den vier Gebäudeteilen der „Fontanehöfe“ sind etwa 100 Wohnungen geplant. Erstmals will die Genossenschaft für ihre älteren Mieter auch eine Senioren-WG einrichten.

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Mit Türmchen an der Fontanestraße. Die Hennigsdorfer Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ will rund 100 barrierefrei Wohnungen errichten.
 

Quelle: WGH

Hennigsdorf .  Eine wahre Flut von Anträgen erreichte die Hennigsdorfer Wohnungsgenossenschaft „Einheit“, nachdem sie Ende vorigen Jahres den Bau von gut 100 barrierefreien Wohnungen für Senioren und Familien an der Fontanestraße angekündigt hatte. „Wir haben derzeit 119 Bewerbungen für diese Wohnungen, die frühestens 2018 fertig werden“, sagt WGH-Vorstand Hartmut Schenk. Der Bedarf ist groß.

Das Durchschnittsalter der Genossenschaftsmieter beträgt 57 Jahre. Viele ältere suchen eine Erdgeschosswohnung, doch die sind knapp. „Die Leute ziehen sonst hier weg. Daran kann niemandem gelegen sein“, erklärt der WGH-Chef. Das zu bebauende Areal zwischen Fontanestraße, Feldstraße, Heideweg und Gartenstraße ist rund 15 000 Quadratmeter groß. Zwei U-förmige Viergeschosser, die zwei Innenhöfe bilden, sollen Platz für etwa 90 Wohnungen bieten. Das Projekt hat deshalb bereits bei der WGH den Namen „Fontanehöfe“ bekommen. In zwei weiteren Gebäuden am Heideweg könnten zwölf höherwertige Wohnungen entstehen.

Die Wohnungsgrößen sollen zwischen anderthalb und fünf Räumen variieren. Erstmals will die Genossenschaft auch eine Senioren-WG einrichten. Mit Anderthalb-Raum-Wohnungen und einem Gemeinschaftsraum. „Dort können sich die Bewohner treffen, wenn sie Kaffee trinken, stricken oder reden wollen. Ansonsten haben sie ihre eigene Wohnung mit Küche und Bad“, so Schenk. Auch eine Dachterrasse soll zur Senioren-WG gehören. Das Eckhaus an der Fontane-straße soll eine Art Turm erhalten. Als Pendant zu dem Eckturm auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Optisch entsteht dadurch so etwas wie ein Einfahrtstor zur Hennigsdorfer Innenstadt.

Widerstand gegen das Projekt kommt von den Besitzern der Gärten und Garagen, die sich auf dem künftigen Baugelände befinden. Sie gehören zu den beiden Mietshäusern an der Feldstraße, die die WGH vor zwei Jahren von einer Grundstücksgesellschaft aus Bad Schmiedeberg erworben hatte. Bei der Vorstellung des Bebauungsplans Nr. 43 Anfang Mai im Rathaussaal war es hoch hergegangen.

Gegründet 1954

Die Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ (WGH) ist mit 4768 Wohnungen der größte Vermieter in Hennigsdorf.

Gegründet wurde die Genossenschaft 1954 von Beschäftigten des Stahlwerks.

In Hennigsdorf-Nord verfügt die WGH über 1397 Wohnungen, im Paul-Schreier-Viertel sind es 1282, im Postviertel 1017.

Mitglieder der Genossenschaft werden mit der Einzahlung von Anteilen Miteigentümer des genossenschaftlichen Vermögens.

Garantiert wird ihnen damit ein lebenslanges Wohnrecht.

Die Genossenschaftanteile betragen 465 Euro für eine Einraumwohnung, bis zu 1705 Euro für eine Viereinhalbraumwohnung.

„Wir wollen unsere neuen Mieter nicht verärgern“, bekundet Hartmut Schenk. Er könne sich auch gut in die Gartenbesitzer hineinversetzen, die über Jahrzehnte das Stück Land bewirtschaftet haben. Dass die Gärten weichen müssen tue ihm leid, so der WGH-Chef, „aber die neuen Wohnungen sind uns nun mal wichtiger“.

Der Kompromissvorschlag des WGH-Vorstands ist die Schaffung eines großen Gemeinschaftgartens im Innenhof. Dort könnte jeder ein Stück bewirtschaften oder sich auch mit anderen zusammenschließen. Und auch bei den Garagen rechnet Schenk damit, dass von den geplanten 110 Tiefgaragenplätzen nicht alle von den neuen Mietern benötigt werden. Bleibt abzuwarten, ob dies den Unmut der Betroffenen dämpft.

Von Ulrich Bergt

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