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Servus, schöne Maid

Velten Servus, schöne Maid

Nach 62 Jahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten, verabschiedet sich Schlagerikone Tony Marshall mit einer Abschiedstournee durch Deutschland von seinen treuen Fans. Im Wochenende machte er dabei in Velten mit einem umjubelten Konzert in der Ofen-Stadt-Halle Velten Station.

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Auch nach 62 Jahren Bühnenkarriere kein bisschen müde: Tony Marshall beim Konzert in Velten.

Quelle: Ulrike Gawande

Velten. Statt nach Velten in Brandenburg, wäre er beinahe nach Velden in Bayern gefahren. Aber er sei froh, dass er es nun nach über 60 Jahren Bühnenleben mit zahlreichen Auftritten im benachbarten Berlin, endlich geschafft habe, auch einmal nach Velten in Oberhavel zu kommen. „Hier ist die Welt noch in Ordnung.“ Zustimmendes, wohlwollendes Gemurmel im Saal. Man verzeiht vieles, ist doch das Publikum in der gut halbgefüllten Veltener Ofenstadthalle gemeinsam alt geworden mit dem Star auf der Bühne.

Die Ladiner und Sänger Nicol Stuffer

Die Ladiner und Sänger Nicol Stuffer

Quelle: Ulrike Gawande

So sieht man ihm nach, dass er als Hauptperson des Konzertes, erst nach über zweistündiger Show, die von Volksmusikgrößen wie den Südtiroler Ladinern oder dem jungen, Akkordeon spielenden Sommerhitkönig 2015 Johannes Niggl be­stritten wurde, auf der Bühne erscheint.

Sommerhitkönig Johannes Niggl

Sommerhitkönig Johannes Niggl

Quelle: Ulrike Gawande

Denn es ist Schlagerikone Tony Marshall auf seiner Abschiedstournee nach über 60 Jahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Er will sich mit dem Konzert, nur eines von vielen bundesweit, bei seinen seit Jahrzehnten treuen Fans bedanken. Bei den Zuschauern, meist älteren Semesters, gehört Marshall mit seinen Hits quasi zur Familie: Der Sänger mit klassischem Gesangsstudium, 1938 als Herbert Bloeth geboren, steht entspannt zu seinem Alter von fast 80 Jahren. Ja, er kokettiert sogar noch damit. „Meine Mutter wurde sogar 98. Aber Botox wie Bohlen, ­habe ich als Mann nicht nötig“, baut Marshall immer wieder locker verbindende Brücken zum jubelnden Publikum.

Tony Marshall in Aktion

Tony Marshall in Aktion

Quelle: Ulrike Gawande

Ihm ist kein Deut Bühnenmüdigkeit anzumerken. Mit Witz und bewährt charmanter Art, kräftiger und sicherer Stimme intoniert der gebürtige Baden-Badener einen Hit nach dem anderen. Die Augen rollen, die Halle kocht. Ob bei Marshalls erstem Hit „Schöne Maid“, der seine Karriere vom Opernsänger zum „Fröhlichmacher der Nation“ einleitete, bis zu neueren Hits wie „Ich wünsch mir eine Autobahn, auf der wir bis nach Malle fahr´n“ oder „Bora, Bora“, seiner Hymne übers Paradies, die Gäste singen mit. Textsicher. Auch bei „Olala, das kann doch nicht so schwer sein“ oder beim Stimmungskracher „Die Hände zum Himmel“. Tony Marshall versteht sein Handwerk, auch wenn er zum Ausruhen den Stuhl und das Glas Wein auf der Bühne dankend annimmt.

Der Schlagerstar mit gleich zwei schönen Maiden

Der Schlagerstar mit gleich zwei schönen Maiden.

Quelle: Ulrike Gawande

„Hier bekommt man fürs Trinken sogar noch Applaus“, lacht der Sänger und erinnert gleichzeitig an viele seiner verstorbenen Kollegen: „Ich hab´ verdammt viel Glück gehabt.“ Noch immer wird der Sänger, der gerne auch spontane, kurze Gesangseinlagen gibt, als einer der größten deutschen Entertainer gehandelt, der aber auch in Charakterrollen des Musicals wie dem Milchmann Tevje in Anatevka oder in My Fair Lady das Publikum begeisterte. Bis heute mit Erfolg.

Von Ulrike Gawande

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