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Oberhavel Sie ist und bleibt Gemeindeschwester
Lokales Oberhavel Sie ist und bleibt Gemeindeschwester
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17:26 30.06.2017
Gisela Zuanowicz ist 82, aber nie müde, zu helfen. Quelle: Kathert
Liebenthal

Wer in Liebenthal Schwester Gisela nicht kennt, hat in seinem Leben noch nie Schmerzen gehabt oder ist neu zugezogen. 23 Jahre lang hat sich Gisela Zuanowicz um die Liebenthaler gekümmert, wenn sie krank waren, Medikamente brauchten, der Blutdruck zu messen oder der Verband zu wechseln war. Jetzt ist sie 82 Jahre alt und hilft noch immer gerne, wenn sie gerufen und gebraucht wird.

Gisela Zuanowicz ist eine ganz bescheidene Frau. Nichts ist ihr unangenehmer als ein großer Wirbel um ihre Person. Und am liebsten wäre es ihr, dieser Artikel hier in der MAZ würde gar nicht erscheinen oder fiele nur ganz winzig aus. „Weniger ist doch oft viel mehr“, sagt sie und lächelt.

Dabei hat Gisela Zuanowicz schon vielen Leuten in Liebental und Hammer etwas Gutes getan. „Sie hat noch niemals Nein gesagt“, erlebte es Ortsvorsteher Wolfhard Raasch schon selbst, als jemand in seiner Familie eine schwere Gallenkolik hatte. Auch wenn Schwester Gisela längst im Ruhestand ist, „bei uns wird sie immer die Gemeindeschwester bleiben“, sagt Raasch. „Diesen Status verliert sie nicht, das ist so wie mit dem Papst.“ Gisela Zuanowicz bekommt kein Geld dafür, „die macht das einfach, auch im hohen Rentenalter, das ist ihre Berufung“, glaubt Wolfhard Raasch. Nicht umsonst hat er sie schon einmal für eine Ehrung durch die Stadt Liebenwalde vorgeschlagen.

Gisela Zuanowicz wohnt an der Dorfallee in Liebenthal. Inzwischen ist ihr kleines Reich in der ausgebauten Scheune. Eine gemütliche Wohnung ist es geworden, nachdem ihr Sohn Peter das Haupthaus an der Straße für seine Familie hergerichtet hat.

Gisela Zuanowicz kommt aus Greifswald. Dort hat sie auch Krankenschwester gelernt. Und ab 1961 arbeitete sie im Krankenhaus in Liebenwalde. Doch ihr eigentlicher Wunsch war es, Gemeindeschwester zu werden. So, wie sie es aus ihrem kleinen Heimatdorf in Pommern kannte. Dort war es Schwester Ilse. „Die kam zu jedem nach Hause und fuhr zu den Leuten auf die Dörfer“, erzählt Gisela Zuanowicz. „Ich glaube, die war damals mein Vorbild.“ Und deshalb machte Gisela Zuanowicz eine Zusatzausbildung in Oranienburg.

Nach Liebenthal verschlug es sie 1963, ihres Mannes wegen. „Er stammte aus Jugoslawien und war wegen des Krieges in Jugoslawien hier geblieben.“ Gisela Zuanowicz heiratete ihn und hatte gleich eine Großfamilie mit vier Kindern. Später wurde ihr gemeinsamer Sohn Peter geboren.

Bei ihrer Arbeit als Gemeindeschwester kam ihr immer ihre Zeit im Krankenhaus zugute. Viele Patienten kannte sie schon, wusste um die Beschwerden und die Verhältnisse in den Familien. Schließlich war sie auch bei jeder Sprechstunde der Ärztin dabei, die damals in der Baracke abgehalten wurde, wo jetzt das Gemeinschaftshaus steht. „Ganz einfach war es damals nicht, wir hatten ja nicht mal ein Telefon“, sagt die 82-Jährige. Nur in der Gaststätte gab es eines. Deshalb war es ganz selbstverständlich, dass die Liebenthaler nachts bei Schwester Gisela ans Fenster klopften, wenn sie Hilfe brauchten. Und das passierte oft. „Aber das hat mir immer Freude gemacht“, sagt sie. Bis heute, wo sie in der Nachbarschaft immer noch den Blutdruck misst oder die Augentropen richtig verabreicht. Gisela Zuanowicz lebt gern in Liebenthal. „Das war immer ein Ort, da gab es Geben und Nehmen, da waren alle ein bisschen gleich.“

Von Andrea Kathert

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